Sergej „Flash“ Beskrestnow, Berater des ukrainischen Präsidenten für die Entwicklung technologischer Verteidigungsbereiche, erklärte im Rahmen des TV-Marathons „Einheitsnachrichten“, dass Russland die Produktion einer neuen Waffengattung – Strahlraketen – immer aktiver aufnimmt und dass die Gegenmaßnahmen bereits in der Ukraine vorbereitet werden. Seinen Worten zufolge beschränken sich die russischen Entwicklungen in diesem Bereich nicht auf den aktuellen Zeitraum: Laut Einschätzung von „Flash“ plant Moskau, Strahlraketen auch im Laufe des nächsten Jahres zu entwickeln. Dies berichtet RBC-Ukraine.

„Bandierol“, „Geran-5“ und „Dan“: Was sind diese Raketen?

In seiner Rede nannte „Flash“ mehrere Bezeichnungen, die seiner Einschätzung nach genau Strahlraketen und keine Strahl-Drohnen sind. Insbesondere erwähnte er „Bandierol“ – die er als „günstige russische Strahlrakete“ bezeichnete – sowie „Geran-5“, wobei er betonte, dass „das nicht einmal ein Strahl-Drohnenflugzeug ist“. In dieselbe Liste nahm der Präsidentenberater die Strahlraketen „Dan-M“ und „Dan-T“ auf. In seiner Formulierung stellt eine Strahlrakete für den Gegner eine Evolution der Strahl-Drohne dar, also den nächsten Schritt in der Entwicklung von Waffensystemen mit Strahlantrieb.

Die Antwort Kiews: Strahl-Abfangraketen

In diesem Zusammenhang bestätigte „Flash“, dass die Ukraine eigene Strahl-Abfangraketen zur Zerstörung solcher Ziele entwickeln wird. „Wir verstehen das und werden versuchen, Strahl-Abfangraketen zu entwickeln, damit es eine Gegenmaßnahme gegen solche Raketen gibt“, fasste er zusammen. Diese Aussage steht im Einklang mit der zuvor vom Generalstab der ukrainischen Streitkräfte geäußerten Konzeption, Strahl-„Scheheds“ mit sogenannten „Smart-Raketen“ und Raketenplattformen abzufangen, die sich auf 700 km/h beschleunigen lassen – es geht also darum, „Geschwindigkeit mit Geschwindigkeit“ abzufangen, und nicht um klassische Flugabwehrmittel.

Widersprüchliche Angaben

In der öffentlichen Debatte koexistieren in dieser Woche zwei auf den ersten Blick unvereinbare Formulierungen. Einerseits taucht in den Schlagzeilen ukrainischer Medien (darunter Fakty) die Behauptung auf, dass über Kiew „zweiten Tag in Folge Strahlraketen Geran-5 abgeschossen werden“. Andererseits hatte „Flash“ zuvor erklärt, dass russische Strahl-„Geran-5“ nicht mit Abfangdrohnen abgeschossen werden können. Diese Thesen sind nicht identisch: Die Tatsache des „Abschussens“ in operativen Berichten bedeutet nicht, dass der Abfangvorgang gerade durch Drohnen erfolgt – im Gegenteil, gerade die Unmöglichkeit eines effektiven Abfangens durch Drohnen begründet laut dem Präsidentenberater die Notwendigkeit, Strahl-Abfangraketen zu entwickeln. Somit reduziert sich der Unterschied der Versionen auf die Methode des Abfangens, nicht auf die Tatsache der Angriffe und Abwehrmaßnahmen selbst.

Kontext: Angriffe auf Kiew und Treffer auf das Gebäude des SBU

Die Aussagen von „Flash“ kamen vor dem Hintergrund anhaltender Angriffe auf ukrainische Städte, darunter auf Kiew, wo Russland seinen eigenen Worten zufolge Angriffe mit Strahlraketen führt. Zuvor hatte der Präsidentenberater im selben Informationsfeld erklärt, welche Drohne und von wo Russland auf das Gebäude des SBU in Kiew gestartet hatte. Die Gesamtheit dieser Aussagen deutet darauf hin, dass die Frage des Abfangens von Strahlzielen in den kommenden Monaten und im nächsten Jahr zu einer der Prioritäten der ukrainischen Verteidigungspolitik wird.