Die Ukraine erwartet eine massive Lieferung britischer leichter Mehrzweckraketen des Typs Martlet. Laut Berichten von RBC-Ukraine, die auf den Blog des Veteranen der britischen Armee und Militärexperten Wes O'Donnell verweisen, handelt es sich um 6.000 Einheiten dieser Waffe, die zur Zerstörung von unbemannten Fluggeräten bestimmt sind.

Die Martlet-Raketen haben sich bereits unter realen Kampfbedingungen bewährt und mehr als hundert feindliche Ziele zerstört. Ihre Effektivität wurde von den britischen Luftstreitkräften bestätigt, die dieses System in den letzten Monaten aktiv einsetzen.

Britanische Produktionskapazitäten und Finanzierung

In Anbetracht der wachsenden Drohnenbedrohung hat Großbritannien die Produktionsgeschwindigkeit dieser Waffensysteme erheblich gesteigert. Im April und Mai 2026 unterzeichnete das Verteidigungsministerium zwei neue Verträge mit dem Konzern Thales im Gesamtwert von 36 Millionen Pfund Sterling.

Dennoch übersteigen die Liefermengen für die Ukraine bei weitem den inländischen Bedarf Londons. Die Finanzierung dieses Bereichs begann bereits 2025, als rund 1,7 Milliarden Pfund Sterling für die Kombination aus RapidRanger-Systemen und Martlet-Raketen bereitgestellt wurden. Die ersten Chargen dieser Waffen erhielten die ukrainischen Streitkräfte bereits 2024, sodass die Soldaten bereits Erfahrung im Einsatz der LMM Martlet haben.

Die Produktion der Raketen ist in Belfast konzentriert, wo etwa 700 qualifizierte Fachkräfte tätig sind. Der ehemalige britische Verteidigungsminister John Gilly bestätigte, dass die Waffe „kampfgetestet“ ist und einsatzbereit.

Technische Spezifikationen und taktische Vorteile

Der Hauptvorteil der Martlet liegt in ihrer Kompaktheit und Mobilität. Das Gewicht der Rakete beträgt lediglich 13 Kilogramm, was einen einfachen Transport und eine schnelle Aufstellung des Systems ermöglicht. Die Reichweite beträgt mehr als 6 Kilometer.

Ein Schlüsselfaktor für die Effektivität ist das Lasersuchsystem. Im Gegensatz zu klassischen Flugabwehrsystemen, die auf Wärmestrahlung reagieren, führt die Starteinrichtung der Martlet die Rakete mittels eines Laserstrahls zum Ziel. Dies bietet eine Reihe von entscheidenden Vorteilen:

  • Es ist kein Wärmespur des Triebwerks des Ziels erforderlich;
  • Hohe Effektivität gegen billige Drohnen mit Elektromotoren;
  • Ignorierung von Wärmefallen und Störungen;
  • Möglichkeit, schwer auffindbare Geräte zu bekämpfen.

Für die meisten russischen Drohnen, einschließlich der „Schahed“-Typen, wird eine solche Rakete zum Todesurteil. Der Bediener muss lediglich die Zielpunkt auf dem Objekt halten, ohne auf das Erscheinen eines „heißen“ Reaktionsstrichs warten zu müssen.

Lösung des Problems der „Mittelzone“

Die Martlet-Raketen gelten als ideale Lösung für die sogenannte „Mittelzone“ der Flugabwehr. Der Einsatz kostspieliger Systeme wie Patriot zur Abwehr billiger Drohnen wird als wirtschaftlich unrentabel erachtet, während herkömmliche Flugabwehrkanonen oft nicht über die notwendige Reichweite oder Effektivität gegen solche Ziele verfügen.

Gleichzeitig leidet die Ukraine unter einem ernsthaften Mangel an Raketen für Patriot-Systeme, die für die Bekämpfung ballistischer Bedrohungen notwendig sind. Das Unternehmen Lockheed Martin warnte die Auftraggeber vor Schwierigkeiten bei der Lieferung von PAC-3-Munition. Als Reaktion darauf versucht der ukrainische Rüstungssektor, den Mangel durch eine eigene Entwicklung zu kompensieren – die Flugabwehrrakete FP-7.x.

Trotz dieser Herausforderungen versicherte der NATO-Generalsekretär Mark Rutte, dass die Abfangraketen PAC-2 und PAC-3 weiterhin ein Schlüsselelement des Schutzes der Ukraine bleiben. Laut ihm laufen die Lieferungen dieser Munition aus den USA kontinuierlich weiter und sichern die strategische Verteidigung des Landes.