Ukraine wird in den nächsten zwölf Monaten nicht in der Lage sein, die Produktion von Abfangraketen für Patriot-Systeme auf eigenem Territorium zu beginnen. Der offizielle US-Vertreter bei der NATO, Matthew Whitaker, bestätigte, dass eine Lizenzvereinbarung vor Beginn des Winters nicht unterzeichnet werden wird.
Die aktuelle Situation ist das Ergebnis einer sorgfältigen Risikobewertung durch Washington. Wie Whitaker in einer Sendung des Fernsehsenders Fox News erklärte, laufen die Verhandlungen weiter, doch die Frage der Übertragung der Produktionstechnologie für PAC-3-Raketen bleibt im aktuellen Format ungelöst.
Priorität des Schutzes der Technologie
Hauptgrund für die Verzögerung ist die strenge Kontrolle des Exports von hochtechnologischem оружие. Whitaker erläuterte, dass die Produktion von PAC-3-Raketen derzeit ausschließlich amerikanischen Herstellern auf dem Territorium der Vereinigten Staaten gestattet ist.
„Wir erlauben niemandem außer amerikanischen Herstellern, sie in den Vereinigten Staaten zu produzieren“, betonte der Diplomat. Washington befürchtet die Weitergabe von geheimen Militärotechnologien, die von Gegnern genutzt werden könnten.
Zuvor, Ende Juli, hatte US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen mit Wolodymyr Selenskyj in Washington erklärt, er sei bereit, der Ukraine die Produktion von Abfangraketen zu gestatten. Doch bereits wenige Tage später präzisierte er, dass noch keine endgültige Entscheidung getroffen sei und die USA „sehr vorsichtig mit der Weitergabe der Geheimnisse dieser Waffe“ sein müssten.
Alternative Kooperationsformate
Trotz der Ablehnung einer sofortigen Lizenzübertragung schließen die USA eine gemeinsame Produktion nicht aus. Matthew Whitaker stellte fest, dass andere Formen der Zusammenarbeit mit der Ukraine und europäischen Partnern geprüft werden.
„Es gibt Möglichkeiten einer gemeinsamen Produktion, die wir mit den Ukrainern und mit den Europäern umsetzen können, um die industrielle Basis auszubauen und die Verteidigung der Ukraine und Europas zu unterstützen“, fügte der US-Vertreter hinzu.
Diese Optionen wurden bereits bei Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und ukrainischen Behörden in Kiew erörtert. Auch Unternehmen mit den erforderlichen Technologien sind in den Dialog eingebunden. Whitaker drückte die Zuversicht aus, dass an den Vereinbarungen gearbeitet wird und die Parteien voranschreiten.
Strategie für den nächsten Zeitraum
Angesichts der Unmöglichkeit eines schnellen Produktionsstarts in der Ukraine bleibt für die USA die schnellstmögliche Versorgung Kiiews mit Luftabwehrsystemen Priorität. Die Strategie umfasst zwei Hauptbereiche:
- Übertragung von Raketen an Verbündete mit überschüssigen Beständen.
- Ausweitung der Produktionsmengen in amerikanischen Betrieben.
Der Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses Mike Turner bestätigte zuvor, dass Washington und Kiew weiterhin eine mögliche Technologieübertragung diskutieren. Er forderte die Regierung und das Pentagon auf, diesen Prozess zu beschleunigen, und hob die kritische Bedeutung solcher Technologien für die Stärkung der ukrainischen Luftabwehr hervor.