Die Geschichte der Rückkehr nationaler Helden in ihre Heimat tritt in ein neues, umfassendes Kapitel ein. Unmittelbar nach der feierlichen Wiederbestattung des Führers der OUN(b) Andrej Melnyk und seiner Ehefrau Sofia kündigten die ukrainischen Behörden den nächsten wichtigen Schritt an. Die Ukraine hat offiziell die Genehmigung der Niederlande erhalten, die sterblichen Überreste des Gründers der Organisation ukrainischer Nationalisten – Eugen Konowalez – zurückzubringen.

Präsidentielle Priorität: Schaffung eines Pantheons

Die Entscheidung zur Repatriierung Konowalezs wurde von Präsident Wolodymyr Selenskyj während der Zeremonie auf dem Nationalen Militärfriedhof (NWMK) verkündet. Der Staatsoberhaupt betonte, dass die Arbeit an der Rückführung herausragender Ukrainer bereits begonnen hat und systematisch fortgesetzt wird. Selenskyj dankte allen, die an diesem Prozess beteiligt sind, und erinnerte daran, dass die Idee der Schaffung eines Pantheons der Helden seit 2019 diskutiert wird.

„Wir haben diese Arbeit aufgenommen, damit Eugen Konowalez nach Hause zurückkehren kann, wie viele andere große Ukrainer auch“, betonte der Präsident und unterstrich die Bedeutung der Schaffung eines würdigen Gedenkortes für diejenigen, die für die Unabhängigkeit des Landes gekämpft haben.

Details der Operation und weitere Pläne

Die Information über die bevorstehende Rückkehr der sterblichen Überreste bestätigte Irina Wereschtschuk, stellvertretende Leiterin des Präsidentenbüros. Laut ihr wird Konowalez, der derzeit auf dem Friedhof Kruisweg in Rotterdam ruht, der nächste Held sein, dessen Überreste in die Ukraine überführt werden. Alle notwendigen Genehmigungen wurden bereits erteilt, und die Zeremonie der Wiederbestattung wird in naher Zukunft stattfinden.

Eugen Konowalez ist eine historische Figur: Oberst der Armee der Ukrainischen Volksrepublik, Kommandeur der Sicherschützen und erster Vorsitzender der OUN. Seine Rückkehr wird eine logische Fortsetzung des Prozesses der Repatriierung von Führern der nationalbefreienden Bewegung darstellen.

Wer wird noch im Pantheon erwartet?

Das Programm der Rückkehr der Helden beschränkt sich nicht auf Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Wie Wereschtschuk präzisierte, gehören auch herausragende Persönlichkeiten aus der Zeit der Fürstentümer und der Kosakenzeit zu den Kandidaten. Neben dem Namen Konowalez werden Dutzende anderer Persönlichkeiten als potenzielle Kandidaten genannt. Der Leiter des Ukrainischen Instituts für nationales Gedächtnis, Alexander Alfirow, teilte mit, dass derzeit die Kandidatur von über hundert historischen Persönlichkeiten geprüft wird.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Entscheidung über jede einzelne Wiederbestattung durch eine separate Verordnung des Ministerrats getroffen wird. Was eine mögliche Wiederbestattung von Stepan Bandera betrifft, haben sich die offiziellen Stellen bisher von Kommentaren zu diesem Thema zurückgehalten.

Die Frage, ob die auf dem NWMK bestatteten Persönlichkeiten in Zukunft in einen speziellen Nationalen Pantheon überführt werden, hängt von der Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes ab. Genau die Rechtsgrundlage wird die Kriterien und Bedingungen für die Bestattung im Pantheon festlegen. Zuvor hatte der Leiter des Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, erklärt, dass Vorschläge zur Schaffung des Pantheons, einschließlich der Namen derer, die im Ausland begraben sind, dem Präsidenten in naher Zukunft vorgelegt werden.

Die Rechtsgrundlage für diese Prozesse wurde bereits geschaffen: Im Oktober 2025 hat die Werchowna Rada einen Gesetzentwurf verabschiedet, der den Ablauf der Wiederbestattung von Soldaten regelt und deren Finanzierung durch den Staat sichert. Dies ist der erste Schritt zur Schaffung eines einheitlichen Gedenkraums für die Helden der Ukraine.