Der politische und finanzielle Dialog zwischen Kiew und Brüssel erreicht ein neues Niveau. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass das Land den Start des ersten Verhandlungsklusters für den EU-Beitritt bereits im Juni erwartet. Parallel dazu bleibt die Frage der kritisch wichtigen Finanzierung im Fokus.

Im Gespräch mit der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, äußerte der Staatschef konkrete Erwartungen. Kiew zielt auf eine schnelle Eröffnung des ersten Fundamentals-Klusters ab – eine grundlegende Phase der Integration, ohne die der weitere Weg in die EU unmöglich ist. Selenskyj betonte, dass das Datum bereits vereinbart wurde, und beide Seiten hoffen, die Absprachen genau nach Zeitplan umzusetzen.

Finanzfrage: 90 Milliarden Euro

Neben dem Beitritt steht auch die Frage der makrofinanziellen Hilfe auf der Tagesordnung. Die Ukraine erwartet die erste Tranche aus einem Unterstützungspaket in Höhe von 90 Milliarden Euro. Die Europäische Kommission hat zuvor das entsprechende Memorandum unterzeichnet, und nach der Ratifizierung durch das ukrainische Parlament sollte Kiew im Juni die ersten 3,2 Milliarden Euro erhalten.

Der Weg zum Geld ist jedoch mit Risiken verbunden. Kürzlich konnte die Werchowna Rada den Gesetzentwurf zur Besteuerung internationaler Pakete nicht verabschieden, was eine der Schlüsselbedingungen des IWF darstellt. Das Finanzministerium hatte bereits gewarnt: Die Erfüllung dieser Bedingungen beeinflusst direkt die Verfügbarkeit europäischer Finanzierung.

Sicherheit: Antwort auf Ballistik

Das Gespräch mit von der Leyen umfasste auch verteidigungspolitische Themen. Besonderes Augenmerk wurde auf die Stärkung des Luftabwehrsystems gelegt, insbesondere auf die Bekämpfung ballistischer Bedrohungen. Selenskyj stellte fest, dass Europa über die notwendigen Technologien und Möglichkeiten verfügt, um in dieser Hinsicht zu helfen.

Das Thema wurde im Rahmen der Drone-Deal-Initiative angesprochen. Der Präsident teilte mit, dass die Teams aktiv an der Erweiterung des Formats arbeiten und es bereits Länder gibt, die bereit sind, sich an der Schaffung eines neuen Schutzsystems für den ukrainischen Himmel zu beteiligen.