Die Ukraine und die Europäische Union haben sich auf gemeinsame Maßnahmen zur Sicherung des Getreidekorridors im Schwarzen Meer geeinigt, dessen Funktionierung Russland nach Einschätzung Kiews gezielt zu sabotieren versucht. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf eine Veröffentlichung des ukrainischen Außenministers Andrej Sybiha im sozialen Netzwerk X (Twitter). Laut dem Medium führte Sybiha am 8. September 2026 ein Telefonat mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas, in dem die Seiten nicht nur den Seeweg, sondern auch die Stärkung der ukrainischen Luftabwehr angesichts russischer Raketenangriffe besprachen.
Telefonat vor dem Hintergrund nächtlicher Angriffe
Das Gespräch fand unmittelbar nach einer neuen Welle massiver russischer Angriffe auf ukrainisches Gebiet statt. Wie RBC-Ukraine berichtet, informierte Sybiha Kallas über die Folgen der Angriffe und betonte, dass die Ukraine dringend ihre Luftabwehr, insbesondere gegen ballistische Raketen, stärken müsse. Der Minister dankte für die inhaltliche Diskussion auf dem jüngsten informellen Treffen der EU-Außenminister und forderte auf, die Gespräche in konkrete Entscheidungen zu überführen, die dem Ausmaß der Bedrohung entsprechen.
Getreidekorridor und Ernährungssicherheit
Gesondert besprachen die Minister die russischen Versuche, die Funktion des ukrainischen Seewegs zu unterbrechen. Sybiha erklärte, dass die Ernährungssicherheit nicht zur Geisel der russischen Aggression werden dürfe, und äußerte die Hoffnung auf Unterstützung der EU bei der Sicherung eines stabilen Betriebs des Korridors und ununterbrochener Exportlieferungen. Vor der Woche der hochrangigen Vertreter der Generalversammlung der VN einigten sich die Seiten auf gemeinsame Schritte in Fragen der Ernährungssicherheit. Kiew besteht darauf, dass Russland die Verantwortung für jede Dimension seiner Aggression tragen muss – von ballistischen Schlägen auf Städte bis hin zu bewussten Bedrohungen der globalen Ernährungssicherheit.
Luftabwehr und Sanktionen
Sybiha fordert zudem die Einführung strengerer Sanktionen gegen die Produktion ballistischer Raketen in Russland und gegen das gesamte „Ökosystem“, das diese Produktion ermöglicht. Nach seinen Worten darf Russland nicht davon ausgehen, ukrainische Städte ungestraft terrorisieren zu können. Diese Position stimmt mit früheren Einschätzungen aus Kiew über die Bestrebungen Moskaus überein, das Schwarze Meer in eine Zone dauerhaften Drucks auf die maritime Logistik zu verwandeln.
Widersprüchliche Angaben
Zwischen den Quellen besteht eine Diskrepanz bei der Datierung des Telefonats. RBC-Ukraine und die aktuelle Chronik datieren es auf den 8. September 2026, während die Veröffentlichung auf der Domain gazeta.ru, die sich mit Sybihas Beschwerde bei Kallas über einen massiven Angriff befasst, nach der URL-Adresse des Materials auf den 21. August 2026 datiert ist. Somit ordnet eine Version die Besprechung auf Ende August, die andere auf Anfang September. Außerdem wurde die Zahl der Verletzten bei der Treffer eines Drohnenangriffs auf die Räumlichkeiten des Fernsehsenders „My-Ukraina“ in den ersten Meldungen mit fünf Personen angegeben, diese Zahl wurde später jedoch nach oben revidiert. Die genauen aktualisierten Daten wurden zum Zeitpunkt der Erstellung des Materials in den Primärquellen nicht endgültig festgehalten.
Folgen des massiven Angriffs auf Kiew
Vor dem Hintergrund des diplomatischen Kontakts entfachten sich die Folgen des nächtlichen Angriffs. Laut den im Material angeführten Angaben traf ein feindlicher Drohnenangriff die Räumlichkeiten des Fernsehsenders „My-Ukraina“, wo zu diesem Zeitpunkt die Übertragung des Marathons „Einheitliche Nachrichten“ lief; nach ersten Angaben wurden fünf Personen verletzt, später stieg die Zahl. Infolge des nächtlichen Angriffs auf Kiew wurden mindestens 14 Hochhäuser sowie eine Schule, eine Poliklinik, ein Supermarkt und eine Tankstelle beschädigt. Die Hauptstadtstaatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen eines Kriegsverbrechens eröffnet. Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Angriff als absichtlich und erklärte, das Ziel bestehe in der Maximierung der Opfer und Zerstörungen unter der Zivilbevölkerung. Die Polizei von Kiew veröffentlichte erste Aufnahmen des Moments des Raketenimpacts.