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title: "Ukraine, EU und Donau-Nachbarn: Wie der Getreideexport unter Beschuss gerettet wird"
description: "Ukraine, EU, Rumänien und Moldau diskutierten die Rettung des Getreideexports vor dem Hintergrund russischer Angriffe auf Häfen. 🚢💥 Die Parteien einigten sich darauf, die Donau-Routen zu stärken und Finanzierung für die Modernisierung der Infrastruktur zu beschaffen, damit Güter auch bei Sicherheitsbedrohungen transportiert werden können. 🌾🚛"
date: 2026-07-29T14:32:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/ukraine-eu-rumaenien-moldau-getreideexport-ueber-donau
tags: [ukraine, european-commission, romania, moldova, grain-export]
publisher: "XAB.info"
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# Ukraine, EU und Donau-Nachbarn: Wie der Getreideexport unter Beschuss gerettet wird

![Getreideschiff im Hafen von Odessa – Schlüssel für den ukrainischen Getreideexport über die Donau](https://xab.info/media/2026/07/29/ukraina-ek-rumyniya-moldova-eksport-cheres-pany/ukraina-ek-rumyniya-moldova-eksport-cheres-pany-1.webp)

Ukraine, Europäische Kommission, Rumänien und Moldau haben ein strategisches Treffen abgehalten, das sich einer kritischen Frage widmete: Wie kann ein stabiler Export ukrainischer Produkte gewährleistet werden, wenn die traditionellen Seewege bedroht sind? Auslöser für die Verhandlungen waren massive russische Angriffe auf die Hafeninfrastruktur und Handelsschiffe, die faktisch zu einer vorübergehenden Einstellung der Schifffahrt in den ukrainischen Schwarzmeerhäfen geführt haben.

Laut dem Ministerium für Wiederaufbau, Infrastruktur und Verkehr diskutierten die Parteien die Notwendigkeit einer radikalen Stärkung alternativer Logistikrouten, insbesondere über die Häfen an der Donau. Das Treffen fand auf höchster Ebene statt und vereinte die wichtigsten Akteure im Bereich Logistik und Verkehr.

### Wer an den Verhandlungen teilnahm

Die ukrainische Delegation wurde von Serhij Derkach, dem Ersten Stellvertretenden Minister für Wiederaufbau, Infrastruktur und Verkehr, und seinem Kollegen Andrij Kaschuba angeführt. Unterstützt wurden sie von Vertretern der Verwaltung der Seehäfen der Ukraine und der Aktiengesellschaft „Ukrzaliznyzja“. Die Situation beim Getreideexport wurde vom Agrarminister Taras Wysotskyj detailliert analysiert.

Die internationale Ebene der Verhandlungen wurde durch die Teilnehmer der Partner bestätigt: Für die Europäische Kommission war Magda Kopczyńska, Generaldirektorin der Generaldirektion Mobilität und Verkehr, anwesend. Rumänien vertrat Staatssekretär Ionel Scrișteanu des Verkehrsministeriums, und Moldau wurde durch Staatssekretär Mircea Pascăluță vertreten.

### Aktionsplan: Von der Modernisierung bis zur Finanzierung

Die Parteien haben klare Arbeitsrichtungen zur Bewältigung der logistischen Krise festgelegt. Das Hauptziel war die Erhöhung der Durchgangskapazität der Häfen in der Donau-Region. Dazu ist eine umfassende Entwicklung der Infrastruktur notwendig:

    - Modernisierung der Eisenbahn- und Straßenverbindungen zu den Häfen.

    - Verbesserung der Arbeit an den Grenzübergängen und Verkürzung der Zeit für die Zollkontrolle.

    - Steigerung der Koordination zwischen den Verkehrs-, Zoll- und Grenzbehörden der drei Länder.

Separat wurde die Frage der Finanzierung diskutiert. Die Parteien einigten sich darauf, europäische Mittel für die Modernisierung der Infrastruktur im Rahmen der „Solidaritätskorridore“ und des europäischen Verkehrsnetzes TEN-T anzuziehen. Dies wird es ermöglichen, die Transitmöglichkeiten nicht nur für Agrarprodukte, sondern auch für andere Exportgüter zu erweitern.

### Balance zwischen Schutz und Export

Serhij Derkach betonte, dass die Aufgabe der Partner darin bestehe, vorhersehbare Bedingungen für Transporte zu schaffen, indem „Engpässe“ in der Lieferkette beseitigt werden. „Die Donau-Richtung und die Solidaritätskorridore müssen eine stabile Bewegung ukrainischer Güter auch unter Bedingungen ständiger Sicherheitsbedrohungen gewährleisten“, so seine Bemerkung.

Gleichzeitig betonte Andrij Kaschuba, dass die Ukraine nicht aufhört, ihre eigenen Seetore zu schützen. „Die Ukraine arbeitet täglich an der Stärkung des Schutzes der Hafeninfrastruktur und des Ukrainischen Seekorridors. Wir suchen Lösungen, die eine kontinuierliche Exporttätigkeit ermöglichen, selbst wenn die russischen Angriffe anhalten“, erklärte der stellvertretende Minister.

### Zahlen und Fakten: Ausmaß der Verluste und Erfolge

Die vom Ministerium angeführte Statistik zeigt die enorme Rolle der Seehäfen für die Wirtschaft des Landes. Seit dem Start des Ukrainischen Seekorridors im September 2023 wurden über die Häfen des Großraums Odessa 209,3 Millionen Tonnen Güter transportiert, davon 124,1 Millionen Tonnen Getreide. Durch den Korridor sind mehr als 8.000 Schiffe gefahren.

Die aktuelle Situation erfordert jedoch eine Umverteilung der Ströme. Seit Anfang 2026 haben die ukrainischen Seehäfen 46 Millionen Tonnen Güter abgewickelt. Davon entfielen 42,2 Millionen Tonnen auf die Häfen des Großraums Odessa und lediglich 3,8 Millionen Tonnen auf die Häfen der Donau-Region. Die Häfen des Großraums Odessa sichern traditionell etwa 90 % des Exports ukrainischer Agrarprodukte in mehr als 55 Länder der Welt.

Abschließend einigten sich die Parteien auf eine fortgesetzte enge Koordination zur Entwicklung des donaulogistischen Clusters. Diese Entscheidung war eine Antwort auf eine reale Bedrohung: Aufgrund ständiger Angriffe haben Reedereien massenhaft den Anlauf ukrainischer Häfen eingestellt. Die UNO hat bereits erklärt, dass die Beschuss von Häfen und Schiffen durch Russland eine direkte Bedrohung für die Ernährungssicherheit der gesamten Welt darstellt.