---
title: "Ukraine im Herbst 2026: Warum der Fachkräftemangel nicht endet und welche Spezialisten dem Unternehmen fehlen"
description: "Expertin Tatyana Pashkina erklärte in einem Interview mit RBC-Ukraine, warum der Fachkräftemangel in der Ukraine im Herbst 2026 systemisch bleibt: Mobilisierung, Migration und Demografie drücken gleichzeitig auf den Markt, während Produktion, Agrarbereich, Pharmazie und Bauwesen auch bei wettbewerbsfähigem Gehalt Stellen nicht besetzen können."
date: 2026-09-21T14:22:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/ukraine-fachkraeftemangel-2026-arbeitsmarkt
tags: [ukraine-labor-market, staff-shortage, mobilization, pharmacy, agriculture, construction, economy-2026]
publisher: "XAB.info"
---

# Ukraine im Herbst 2026: Warum der Fachkräftemangel nicht endet und welche Spezialisten dem Unternehmen fehlen

![Apothekerin prüft im Drogeriemarkt den Bestand per Tablet vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in der Ukraine 2026](https://xab.info/media/2026/09/21/ukraina-defitsit-kadrov-2026-rynok-truda/ukraina-defitsit-kadrov-2026-rynok-truda-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Der Fachkräftemangel in der Ukraine hat sich über mehr als ein Jahrzehnt aufgebaut und wird sich im Herbst 2026 nicht grundlegend ändern
- Die Mobilisierung hat rund eine Million Menschen vom zivilen auf den militärischen Arbeitsmarkt verlagert
- Die akutesten Personalmängel bestehen in Produktion, Agrarbereich, Pharmazie, Bauwesen und Logistik
- Selbst ein wettbewerbsfähiges Gehalt garantiert keine Besetzung der Stelle wegen fehlender Anbindung und ungünstiger Bedingungen
- Der demografische Faktor wird in den kommenden Jahren dominieren, während ältere Arbeitnehmer den Mangel an jungen Arbeitskräften teilweise kompensieren

Im Herbst 2026 bleibt der ukrainische Arbeitsmarkt weiterhin von einem deutlichen Fachkräftemangel geprägt, und laut Experten wird sich die Personalsituation in absehbarer Zeit kaum grundlegend ändern. Auf den Mangel an Arbeitskräften wirken gleichzeitig Mobilisierung, Migrationsströme und tiefe strukturelle Probleme ein, die sich über Jahrzehnte angesammelt haben. Am akuten ist der Mangel in der Produktion, im Agrarsektor, im Bauwesen, in der Pharmazie und in der Logistik. Dies erklärte Arbeitsmarktexpertin Tatyana Pashkina in einem Blitzinterview für RBC-Ukraine.

### Ein Mangel, der nicht endet: die strukturellen Ursachen

„Da sich der Fachkräftemangel über mehr als ein Jahrzehnt aufgebaut hat, glaube ich, dass sich das Bild im Herbst nicht grundlegend ändern wird“, so Pashkina. Ihren Worten zufolge können weder die Hochschule noch die staatliche Beschäftigungsdienstleistung in Form von Umqualifizierung noch Unternehmensuniversitäten den angesammelten Abstand zwischen den Fähigkeiten der Bewerber und den Anforderungen der Unternehmen in wenigen Jahren überwinden. Das bedeutet, dass der Personalmangel in produktiven und hochspezialisierten Bereichen die ukrainische Wirtschaft noch mindestens ein Jahr begleiten wird, unabhängig von saisonalen Schwankungen.

### Mobilisierung, Migration und Demografie: drei Druckfaktoren

Die Expertin nennt mehrere Schlüssel Faktoren, die heute am stärksten auf den Arbeitskräftemangel einwirken. Erstens die Mobilisierung: „Eine Million Menschen ist vom zivilen Arbeitsmarkt auf den militärischen übergegangen.“ Darüber hinaus „zieht“ die Militärtechnik allmählich Spezialisten aus anderen Produktionsbranchen ab. Zweitens die Migration: Nach Einschätzung von Pashkina haben wir den Migrationsfaktor „etwas überwunden“ – die Gesellschaft hat sich daran gewöhnt, dass ein erheblicher Teil der erwerbsfähigen Bevölkerung im Ausland ist und in absehbarer Zeit, wenn überhaupt, nicht zurückkehren wird. Drittens die Demografie: Der Rückgang der jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt wird vorerst teilweise durch ältere Arbeitnehmer kompensiert, auf die, so die Expertin, „manche Arbeitgeber nicht allzu viel achten“. Allerdings wird gerade der demografische Faktor voraussichtlich in den kommenden Jahren dominieren.

### Wo es Unternehmen am schwersten fällt, Personal zu finden

Die Liste der Mangelberufe umfasst praktisch alle Schlüsselbranchen. In der Produktion fehlen Arbeitskräfte auf allen Ebenen – von Hilfsarbeitern bis hin zu Leitern der Technologieabteilungen und Chefkonstruktoren. Im Agrarsektor herrscht ein chronischer Mangel an Maschinisten, Drescherführern, Agronomen und Tierärzten. Der Pharmasektor, so die Expertin, „erstickt am Mangel an Apothekern“. Im Bauwesen fehlen Fachkräfte von Einsteigern bis hin zu Architekten. In der Logistik sind Lagerarbeiter, Träger und Kommissionierer knapp. Der Personalmangel hat somit keinen punktuellen, sondern einen systemischen Charakter.

### Gehalt löst nicht alles: Warum Stellenangebote offen bleiben

Ein Paradoxon des aktuellen Marktes: Eine Stelle kann trotz wettbewerbsfähigem Gehalt unbesetzt bleiben. Pashkina nennt mehrere Gründe. Der erste – fehlende Anbindung: „Niemand wird über die halbe Stadt fahren, nur um dann nicht zur Arbeit zu kommen.“ Der zweite – nicht wettbewerbsfähige Bedingungen bei wettbewerbsfähigem Gehalt: ungünstige Lage (z. B. ein Betrieb außerhalb der Stadt ohne ordentlichen Shuttle-Dienst), schlechtere Arbeitszeiten als bei Wettbewerbern auf dem Markt. Der dritte – ein Ungleichgewicht der Gehaltserwartungen im mittleren Segment, wobei, so die Expertin, die meisten Arbeitgeber verstehen, dass eine halbes Jahr unbesetzte Stelle teurer zu stehen kommt als eine Gehaltserhöhung, und einen Kompromiss finden. Kann ein Bewerber sich selbst bei angemessenen Bedingungen nicht „dem Markt verkaufen“, spricht das in der Regel von einer Diskrepanz zwischen seinen Erwartungen und der Realität der Branche.

### Arbeitsmarkt und Wirtschaft: eine Desynchronisierung, die nicht verschwinden wird

Auf die Frage, inwieweit der heutige Arbeitsmarkt den Bedürfnissen einer unter Kriegseinfluss allmählich wandelnden Wirtschaft entspricht, antwortet die Expertin direkt: „Er entspricht ihnen schon lange nicht. Aber was soll man damit anfangen?“ Ihren Worten zufolge sind nicht alle Arbeitgeber bereit, Personal zu schulen und umzuschulen, und die Bewerber verstehen nicht immer, warum sie ihren Beruf wechseln sollen. So entsteht ein Teufelskreis: Die Unternehmen finden die нужных Spezialisten nicht, und die Arbeitnehmer sind nicht immer bereit oder in der Lage, sich umzuqualifizieren. Die Expertin betont, dass es kein Szenario gibt, in dem alles „sofort synchronisiert und zu 100 % funktioniert“, und erwartet, dass sich das Bild im Herbst 2026 insgesamt stabil angespannt halten wird, abgesehen von lokalen Schwankungen im Zusammenhang mit einer Verschärfung der Kampfhandlungen.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [Nicht nur die Mobilisierung: Was tatsächlich den Fachkräftemangel in der Ukraine verschärft](https://www.rbc.ua/ukr/news/lishe-mobilizatsiya-shcho-naspravdi-pogliblyue-1790000201.html) - Первичный источник — блиц-интервью Татьяны Пашкиной. Все ключевые тезисы и цитаты в статье взяты из данного материала.
- [Die Lage auf dem ukrainischen Arbeitsmarkt wird sich verschärfen – Expertin](https://ukraina.ru/20260921/situatsiya-na-rynke-truda-ukrainy-usugubitsya---ekspert-1083341593.html) - Подтверждает общий вектор: ситуация на рынке труда усугубляется, дефицит кадров сохраняется.
- [Wird es niemanden geben, der arbeitet?: Die Ukraine erwartet ein beispielloser Arbeitskräftemangel](https://tsn.ua/ru/groshi/rabotat-budet-nekomu-ukrainu-ozhidaet-nevidannyy-defitsit-rabochih-ruk-3165125.html) - Согласуется с тезисом о системном и нарастающем дефиците рабочей силы.
- [Das Hauptproblem ist nicht verschwunden: Die NBU erklärt die Lage auf dem Arbeitsmarkt](https://24tv.ua/business/ru/rynok-truda-v-ukraine-v-2026-godu-chto-proishodit-s-deficitom-kadrov-i-kakova-situacija-v-razlichnyh-sferah_n3138711) - НБУ также фиксирует устойчивый кадровый дефицит в 2026 году, что согласуется с оценками эксперта рынка труда.

## ❓ FAQ

### Q: Wird im Herbst 2026 eine grundlegende Verbesserung der Personalsituation in der Ukraine erwartet?
**A:** Nein. Nach Einschätzung der Expertin Tatyana Pashkina hat sich der Mangel über mehr als ein Jahrzehnt aufgebaut, und das Bild wird sich im Herbst 2026 nicht grundlegend ändern. Möglich sind nur lokale Schwankungen im Zusammenhang mit einer Verschärfung der Kampfhandlungen.

### Q: Welche Branchen leiden am stärksten unter Personalmangel?
**A:** Die akutesten Probleme bestehen in der Produktion (von Hilfsarbeitern bis Chefkonstruktoren), im Agrarsektor (Maschinisten, Agronomen, Tierärzte), in der Pharmazie (Apotheker), im Bauwesen (von Einsteigern bis Architekten) und in der Logistik (Lagerarbeiter, Träger).

### Q: Warum kann eine Stelle trotz wettbewerbsfähigem Gehalt unbesetzt bleiben?
**A:** Die Hauptgründe sind: fehlende Anbindung am Betrieb, ungünstige Lage oder Arbeitszeiten, nicht wettbewerbsfähige Arbeitsbedingungen. Möglich ist auch ein Ungleichgewicht zwischen den Erwartungen des Bewerbers und der Marktreality.

### Q: Welche Rolle spielt die Mobilisierung beim Fachkräftemangel?
**A:** Die Mobilisierung hat rund eine Million Menschen vom zivilen auf den militärischen Arbeitsmarkt verlagert. Darüber hinaus zieht die Militärtechnik allmählich Spezialisten aus anderen Produktionsbranchen ab.

### Q: Wird die Demografie in Zukunft zum Hauptfaktor des Mangels?
**A:** Ja. Nach Einschätzung der Expertin wird der Rückgang junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt vorerst durch ältere Arbeitnehmer kompensiert, doch gerade der demografische Faktor wird in den kommenden Jahren dominieren.