Die Ukraine hat internationale Partner eindringlich aufgefordert, Entscheidungen zur Stärkung der Luftabwehr nicht weiter hinauszuzögern. Diese diplomatische Initiative ist eine Reaktion auf einen weiteren massiven Angriff russischer Truppen auf die Hauptstadt und andere Städte.

Der Außenminister Andriy Sybiga hat diese Forderung in einem Beitrag im sozialen Netzwerk X geäußert. Er charakterisierte den nächtlichen Angriff auf Kiew als weiteres Beispiel für Terror gegen die Zivilbevölkerung. Nach Angaben der ukrainischen Seite setzte Russland bei dem Beschuss rund dreißig ballistische Raketen ein.

Zweiter Angriff innerhalb von zwei Tagen

Der Außenminister hob eine beunruhigende Tendenz hervor: Der großangelegte Angriff auf die Hauptstadt war der zweite innerhalb der letzten zwei Tage. Sybiga betonte, dass das russische Kommando, da es seine Ziele auf dem Schlachtfeld nicht erreichen konnte, die Luftangriffe auf ukrainische Städte und die zivile Infrastruktur intensiviert.

In diesem Zusammenhang forderte der Minister die westlichen Partner auf, die Lieferung zusätzlicher Systeme zur Luft- und Raketenabwehr sowie von Abfangraketen an die Ukraine zu beschleunigen. Er legte den Schwerpunkt darauf, dass gerade die Geschwindigkeit bei Entscheidungen und Lieferungen unter den aktuellen Bedingungen von entscheidender Bedeutung ist.

„Jede Entscheidung, die die Verteidigung des ukrainischen Himmels stärkt, rettet menschliche Leben, während jede Verzögerung zu Todesopfern und Kriegsverbrechen führt', so Sybiga.

Der Kampf um den Himmel als Schlüsselfaktor des Krieges

Der Außenminister äußerte zudem die Überzeugung, dass der Schutz des ukrainischen Luftraums einer der Schlüsselfaktoren ist, die den weiteren Verlauf des Konflikts bestimmen. Nach seiner Meinung wird der Kampf um den Himmel den Gang des Krieges entscheiden.

„Je stärker der Luftschirm über der Ukraine ist, desto näher rückt der Frieden', fasste der Leiter des Außenministeriums zusammen.

Folgen des Angriffs am 1. August

Zur Erinnerung: In der Nacht zum 1. August beschossen russische Truppen Kiew und die Oblast Kiew mit ballistischen Raketen. Der Angriff führte zu erheblichen Zerstörungen und menschlichen Opfern.

Nach offiziellen Angaben kamen bei dem Beschuss neun Menschen ums Leben, weitere 28 wurden verletzt, darunter vier Kinder. Zerstörungen und Brände wurden in fünf Stadtbezirken der Hauptstadt registriert: Solomenskyj, Darnyzkyj, Schewtschenkyj, Dniprowskyj und Petscherskyj.