Die Ukraine hat die Einberufung einer dringenden Sitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen initiiert. Diese Initiative ist eine Reaktion auf die massiven Raketenangriffe, die Russland auf friedliche ukrainische Städte verübt. Dies erklärte der ukrainische Außenminister Andriy Sybiga.

Aufruf zu entschlossenem Handeln

Laut dem Chef des ukrainischen Außenministeriums sendet jede auf ukrainischem Territorium abgefeuerte Rakete ein gefährliches Signal an die gesamte Welt. Sybiga betonte, dass das Ziel des Aggressors darin bestehe, die internationale Gemeinschaft davon zu überzeugen, dass Gewalt das Recht ersetzen und Angst stärker sein kann als Solidarität.

Der Minister rief den Vorsitzenden des UN-Sicherheitsrats aus der Demokratischen Republik Kongo sowie alle Mitglieder der Organisation auf, den Antrag auf eine dringende Sitzung zu unterstützen. Er stellte fest, dass Verzögerungen oder eine schwache Reaktion den Terror nicht stoppen können und die Situation nur durch entschlossenes und zeitnahes Handeln korrigiert werden kann.

„Die internationale Gemeinschaft muss sich zusammenschließen, um den Aggressor einzudämmen und weiterhin einen umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden gemäß der UN-Charta voranzutreiben', fügte Sybiga hinzu.

Umfang des nächtlichen Angriffs

Die Erklärung des Diplomaten erfolgte vor dem Hintergrund eines massiven Angriffs in der Nacht vom 6. Juli. Laut RBC-Ukraine setzte Russland 419 Luftangriffsmittel gegen das Land ein: 68 Raketen verschiedener Typen und 351 Angriffsdrohnen. Der Hauptangriff richtete sich gegen Kiew.

Das ukrainische Luftabwehrsystem schlug 363 Ziele ab oder neutralisierte sie. Allerdings gab der Pressesprecher der ukrainischen Luftstreitkräfte bekannt, dass es nicht gelungen sei, eine einzige ballistische Rakete abzuschießen. Ein Experte erklärte dies mit einem kritischen Mangel an Abfangraketen für die „Patriot“-Systeme. Während die Trefferquote bei der Abwehr von Marschflugkörpern nahezu hundertprozentig war, lag sie bei ballistischen Raketen deutlich niedriger.

Folgen der Angriffe und Aufruf an die NATO

Infolge der nächtlichen Beschussaktionen wurden in Kiew Teile von Wohnhäusern in den Stadtteilen Podil und Darnyzi zerstört. Es wird über Tote und Verletzte berichtet. In der Stadt Wyschnewe in der Oblast Kiew wurde aufgrund eines Brandes und der Gefahr einer Wiederzündung beschlossen, mehr als 500 Einwohner vorübergehend zu evakuieren.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wandte sich mit einem Aufruf an die NATO-Partner, starke Entscheidungen zum Schutz des ukrainischen Himmels zu treffen. Der Staatsoberhaupt betonte, dass Raketen für die „Patriot“-Systeme derzeit noch auf den Lagern der Verbündeten liegen, was eine Schwachstelle im Verteidigungssystem darstellt.