Im UN-Sicherheitsrat entbrannte eine angespannte Debatte über die Lage in der Ukraine. Wladimir Pawlytschenko, stellvertretender Ständiger Vertreter der Ukraine bei der Organisation, hielt eine scharfe Rede und forderte die internationale Gemeinschaft auf, unverzüglich eine Resolution für einen Waffenstillstand anzunehmen. Nach seinen Worten sei dieser Schritt notwendig, um die Lähmung des wichtigsten Gremiums der UNO zu überwinden, die durch das Handeln Russlands verursacht wurde.
Aufruf zum Handeln und der „Lackmustest'
Der Diplomat betonte, dass Verzögerungen bei Entscheidungen inakzeptabel seien. Pawlytschenko wies die Anwesenden darauf hin, dass die regelbasierte internationale Ordnung entschlossenes Handeln erfordert. Er forderte die Mitglieder des Sicherheitsrats auf, einen Entwurf für eine Resolution über einen sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand vorzulegen.
Der ukrainischen Seite zufolge würde die Annahme eines solchen Dokuments zu einer Art „Lackmustest' werden. Sie sollte die wahren Absichten der UN-Mitgliedstaaten und ihre Bereitschaft zu unterstützen, einen umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden auf dem Territorium der Ukraine wiederherzustellen, deutlich demonstrieren.
Frage der Bewaffnung: Überleben, keine Eskalation
Während der Sitzung wurde auch die kritisch wichtige Frage der militärischen Hilfe separat angesprochen. Die Ukraine besteht auf der Notwendigkeit einer ständigen Unterstützung für ihr eigenes Überleben. Pawlytschenko forderte die Partner auf, die Lieferung von Militärtechnik und Munition nicht einzustellen.
„Das ist keine Eskalation, sondern die einzige wirksame Strategie zur Wiederherstellung des Friedens und zur Rettung von Leben', stellte der ukrainische Diplomat fest und beantwortete dabei mögliche Einwände gegen eine Verschärfung des Konflikts.
Blockade des Sicherheitsrats und Realität an der Front
Gegenwärtig ist die Arbeit des UN-Sicherheitsrats häufig blockiert. Die Hauptursache hierfür ist das Vetorecht, das die Russische Föderation besitzt. Kiew versucht, diplomatische Mechanismen zu finden, die es ermöglichen, dieses Hindernis zu umgehen und die Annahme von Entscheidungen durchzusetzen.
Die dringende Sitzung wurde vor dem Hintergrund der jüngsten großangelegten Angriffe russischer Besatzer auf Kiew und andere Städte der Ukraine einberufen. Die Situation mit der Verteidigung bleibt angespannt. Aufgrund des Mangels an Raketen für Flugabwehrsysteme ist die Effektivität der Abfangballistik auf 40% gesunken. Gleichzeitig bleibt der Abschuss von Marschflugkörpern und unbemannten Fluggeräten auf einem hohen Niveau – etwa 90%.