Die Ukraine hat offiziell die Initiative zur Untersuchung möglicher Lieferungen von europäischem Aluminiumoxid unterstützt, das in die Lieferketten der russischen Rüstungsindustrie gelangen könnte. Dies erklärte der ukrainische Außenminister Andrej Sybiga als Reaktion auf beunruhigende Berichte über die Bewegung strategischer Rohstoffe.

Kritische Ressource für die Rüstungsindustrie

Der Leiter der ukrainischen Diplomatie betonte, dass Informationen über die potenzielle Beteiligung europäischer Produktionsstätten an der Versorgung der russischen Kriegsmaschinerie ernste Besorgnis auslösen. Aluminium bleibt eines der Schlüsselmaterialien für die Herstellung von Raketen, Drohnen, Militärflugzeugen und anderen Techniken, die gegen die Ukraine eingesetzt werden. Sybiga erklärte kategorisch: „Kein Aluminium für die russische Kriegsmaschinerie“.

Kiew begrüßt die Entscheidung der irischen Behörden, eine offizielle Prüfung der Umstände eines möglichen Exports von Rohstoffen einzuleiten. Der Minister äußerte die Hoffnung, dass die Untersuchung schnell, unabhängig und maximal transparent durchgeführt wird. Nach seiner Ansicht sollten europäische Logistikketten weder direkt noch indirekt den Bedürfnissen des russischen militärisch-industriellen Komplexes dienen.

Irland-Werk und Verbindungen zu „Rusal“

Anlass für die scharfen Äußerungen waren Daten zur Tätigkeit des Werks Aughinish in Irland. Das Unternehmen ist der größte Produzent von Aluminiumoxid in Europa und gehört der Firma „Rusal“, die vom russischen Geschäftsmann Oleg Deripaska gegründet wurde, der unter Sanktionen der westlichen Länder steht.

Laut Dokumenten, mit denen sich Journalisten der Financial Times vertraut gemacht haben, war eines der größten Empfängerprodukte von Aughinish im Jahr 2025 das „Rusal“-Werk in Krasnojarsk. Experten der Kyiv School of Economics stellen fest, dass diese Stadt zu den wichtigen Zentren der russischen Rüstungsindustrie gehört. Darüber hinaus berichtete die irische Zeitung Irish Times, dass Aluminium aus dem Werk in Krasnojarsk über Zwischenhändler an Unternehmen geliefert worden sein könnte, die mit dem Verteidigungssektor Russlands verbunden sind.

Effektivität der Beschränkungen

Andrej Sybiga erinnerte daran, dass die zuvor von der Europäischen Union eingeführten Beschränkungen für Zellulose und Chrom bereits ihre Wirksamkeit bewiesen haben. Nach seiner Ansicht sollte ein ähnlicher Ansatz auch auf die Lieferungen von Aluminiumoxid angewendet werden. Moskau sollte den Zugang zu kritisch wichtigen Ressourcen, die für die Fortsetzung der Waffenproduktion notwendig sind, entzogen werden.