Das ukrainische Verteidigungsministerium hat offiziell die Einführung eines neuen Systems der materiellen Anreize für das Personal der Streitkräfte angekündigt. Laut einer Erklärung des Ministeriums haben Militärangehörige, die im Rahmen von Kampfhandlungen den Feind gefangen nehmen oder ausschalten, nun Anspruch auf erhebliche Geldprämien.
Die Entscheidung über die Einführung der Zahlungen wurde von einem Vertreter des Verteidigungsministeriums während einer offiziellen Pressekonferenz bekannt gegeben. Die neue Politik basiert auf dem Verständnis des hohen Risikos, dem sich die Kämpfer aussetzen, wenn sie in Nahkämpfe verwickelt werden, sowie auf der strategischen Notwendigkeit, den Fonds für Gefangenenaustausch aufzustocken.
Auszahlungsschema und Bedingungen
Im Ministerium wurde ein differenziertes Belohnungssystem festgelegt, dessen Höhe von der Art der Handlungen und dem Status des gegnerischen Militärangehörigen abhängt. Laut den vorgelegten Daten sehen die Bedingungen für die Prämien wie folgt aus:
- Für die Gefangennahme eines gegnerischen Militärangehörigen ist eine Zahlung in Höhe von 100.000 Hrywnja vorgesehen.
- Für die Tötung eines Kombattanten direkt im Schusswechsel ist eine Zusatzzahlung in Höhe von 15.000 Hrywnja festgelegt.
Der Sprecher des Verteidigungsministeriums betonte, dass diese Maßnahmen dazu dienen sollen, den Beitrag der Soldaten, die ein maximales Risiko eingehen, um Kampfaufgaben zu erfüllen, würdig zu würdigen.
„Wir haben einen wichtigen zusätzlichen Aspekt – das sind Prämien für gefangene und getötete Soldaten des Feindes. Sie sind von größter Bedeutung, denn wenn ein Mensch in einen Schusswechsel gerät, ist dies das größte Risiko, und es muss würdig für den Beitrag gewürdigt werden, den er zum Krieg leistet“, erläuterte der Vertreter des Ministeriums.
Strategischer Aspekt: Austauschfonds
Neben der finanziellen Motivation betonte das Verteidigungsministerium den humanitären Aspekt der neuen Initiative. Die Gefangennahme von Kriegsgefangenen wird als Schlüsselmechanismus zur Auffüllung des Austauschfonds betrachtet.
„Und natürlich sind gefangene Russen für uns ebenfalls wichtig, da dies der Austauschfonds ist, um ukrainische Militärangehörige, die in Gefangenschaft sind, nach Hause zurückzubringen“, fügte der Sprecher hinzu.
Die eingeführten Maßnahmen zielen somit auf ein doppeltes Ziel ab: die Stärkung der Kampfmotivation des Personals und die Unterstützung der baldigen Rückkehr inhaftierter ukrainischer Staatsbürger.