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title: "Ukraine im Weltraum: Wie die Wissenschaft mit KI und der Antarktis das Fehlen von Raketen umgeht"
description: "Die Ukraine beweist, dass man nicht unbedingt eigene Raketen starten muss, um den Weltraum zu erforschen. 🚀 Wissenschaftler nutzen Daten der NASA und der EU sowie eine Station in der Antarktis und verwandeln Rohdaten mit Hilfe von KI in Lösungen. 🌍🧠"
date: 2026-05-26T20:33:31.000Z
lang: de
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publisher: "XAB.info"
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# Ukraine im Weltraum: Wie die Wissenschaft mit KI und der Antarktis das Fehlen von Raketen umgeht

![Wissenschaftler arbeitet in einem Labor an komplexer Ausrüstung und einem Computer und analysiert Weltraumdaten](https://xab.info/media/2026/05/27/ukraina-v-kosmose-kak-nauka-obkhodit-otsutstvie-raket-s-pomoshchyu-ii-i-antarktidy/uchenyi-analiziruet-kosmicheskie-dannye-na-kompyutere.webp)

Das Weltraumrennen heute ist weniger ein Wettlauf um den Start eigener Raketen als vielmehr ein Wettlauf um Intelligenz. Die Ukraine bleibt trotz fehlender eigener orbitaler Infrastruktur ein aktiver Akteur auf der globalen Bühne. Das Geheimnis des Erfolgs liegt in der Fähigkeit, fremde Ressourcen und eigene Köpfe zu nutzen.

Oleg Fedorow, leitender Wissenschaftler und ehemaliger Direktor des Instituts für Weltraumforschung der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine (NAWU), enthüllte in einem Interview mit RBC-Ukraine die Strategie, die es ukrainischen Wissenschaftlern ermöglicht, an der Spitze der Wissenschaft zu arbeiten, ohne Milliarden in die Raketentechnik zu investieren.

### Das Zeitalter des Earth Intelligence: Von Daten zu Lösungen

Die moderne Paradigma der Weltraumtätigkeit hat sich grundlegend verändert. Länder müssen nicht mehr eigene Satelliten starten, um aktuelle Informationen zu erhalten. Ukrainische Fachleute integrieren sich aktiv in globale Informationsströme.

„Die moderne Weltraumtätigkeit ermöglicht die Nutzung kostenloser Daten. Wir verwenden Daten der europäischen Satellitenkonstellation Sentinel. Dies sind Satelliten mit nicht sehr hoher Auflösung, aber für das Umweltmonitoring sind sie ausreichend“, betont Fedorow.

Neben europäischen Ressourcen erhält die ukrainische Wissenschaft Unterstützung aus den USA. Kleine Zuschüsse der NASA eröffnen den Zugang zu einzigartigen Datenmengen, die allein nicht verfügbar wären. Allerdings lösen Pixel auf dem Bildschirm allein nichts. Der Schlüsselfaktor wird die Informationsverarbeitung.

### Künstliche Intelligenz als Hauptinstrument

Um komplexe Aufgaben wie die Vorhersage von Landdegradation oder die präzise Modellierung der Ernteerträge zu lösen, müssen Informationen unterschiedlicher Art kombiniert werden. Hier kommt die künstliche Intelligenz ins Spiel.

Heute wechselt die Weltindustrie auf das Konzept des Earth Intelligence. Dies ist ein neues Niveau der Arbeit, bei dem KI Satellitenströme sofort analysiert und fertige Lösungen liefert. Der Haupttrend der Moderne besteht nicht nur im Besitz von Rohdaten, sondern darin, Risiken sofort vorherzusagen und verborgene Bedrohungen in Echtzeit zu erkennen.

„Genau hier ist künstliche Intelligenz notwendig – um Muster zu erkennen und große Datenmengen aus verschiedenen Quellen zu verarbeiten: Satellitenbilder, Radardaten, verschiedene Frequenzbänder und Formate. Uns interessiert das Ergebnis, und ohne solche Technologien ist es praktisch unmöglich“, betonen sie im Institut.

### Fenster zum Weltraum durch die Antarktis

Ein einzigartiger Vorteil der Ukraine, der keine Raketenstarts erfordert, bleibt die Polarstation „Akademik Wernadskyj“. Der Südpol der Erde ist ein unverzichtbarer natürlicher Testgelände für die Beobachtung des erdnahen Raums.

Die Antarktis ist von besonderem Interesse für die Erforschung magnetischer Phänomene, Prozesse in der Nähe des Pols und das Ausfallen geladener Teilchen. Spezialisten des Labors verarbeiten Daten für das Nationale Antarktiszentrum und kombinieren Satelliten- und geophysikalische Informationen.

Diese Studien zeigen eine umfangreiche interne Kooperation. Bei der Verarbeitung antarktischer Daten sind Wissenschaftler verschiedener Richtungen beteiligt: Biologen, Physiker und Geophysiker der Hauptastronomischen Sternwarte und des Radioastronomischen Instituts der NAWU.

### Blick in die Zukunft

Trotz der Erfolge in der Analytik bleibt die Frage nach einer eigenen Präsenz im Weltraum offen. Kürzlich berichtete der Direktor des ukrainischen Unternehmens Stetman, Dmytro Stezenco, über die Arbeit an der Schaffung eines eigenen Satellitenkonstellations auf einer niedrigen Erdumlaufbahn. Bereits im Oktober 2026 ist der Start eines Testsatelliten geplant.

Parallel dazu erkennt auch die politische Ebene die Wichtigkeit der Frage an. Der Vorsitzende des Unterausschusses für Staatssicherheit, Feodor Venislavsky, erklärte, dass die Ukraine „Weltraumtruppen“ und eine eigene „Satellitenkonstellation“ benötigt. Bis jetzt beweist die ukrainische Wissenschaft: Selbst ohne eigene Raketen kann man im Zentrum der Weltraumereignisse stehen, wenn man mit Daten arbeiten kann.