Die Russische Föderation setzt ihre gezielten Angriffe auf die Lager der Handelsketten fort, wodurch die Lieferlogistik für Lebensmittel in der Ukraine maximal verzweigt wird. Wie der Minister für Agrarpolitik und Lebensmittel, Taras Wysotskyj, im Interview mit RBC-Ukraine erklärte, ist das Hauptziel dieser Umstrukturierung, die Stufe der Warenakkumulation in großen Knotenpunkten zu vermeiden, die für Beschuss angreifbar sind. Sein zufolge werden deshalb die Import- und Inlandsströme auf ein dezentraleres Liefermodell umgestellt.

Was die Ukraine tatsächlich importieren muss

Beim Import geht es vor allem um Produkte, die in der Ukraine «einfach nicht hergestellt oder angebaut werden». Als Beispiel nannte Wysotskyj exotische Früchte – Zitrusfrüchte und Bananen. Ähnlich wird Rohstoff importiert, der in der eigenen Produktion nicht verfügbar ist. Separat hob der Minister einen recht erheblichen Anteil des Imports von Fischprodukten hervor, vor allem von Ozean- und Meeresfisch: «Im Krieg ist der industrielle Fang im Schwarzen und Asowschen Meer praktisch nicht vorhanden, daher spielt der Import hier eine wichtige Rolle», räumte er ein.

Keine kritische Abhängigkeit vom Import

Gleichzeitig betonte der Beamte, dass ein erheblicher Teil des Importsortiments eine Frage der Verbraucherwahl ist: Manche bevorzugen bestimmte importierte Süßwaren oder Tierfutter. «Eine kritische Abhängigkeit vom Import besteht bei den meisten Produkten nicht», stellte Wysotskyj fest. Nach seiner Einschätzung ist die ukrainische Produktion in der Lage, die grundlegenden Inlandsbedürfnisse zu decken, während der Import das Inlandsangebot vor allem ergänzt und nicht ersetzt – abgesehen von exotischen Früchten, bestimmten Rohstoffsorten und Ozean-/Meeresfisch.

Auch der Import ist gefährdet: Setzen auf Dezentralisierung

Auf die Frage, ob der Import einem größeren Risiko von Beschuss und Lieferausfällen ausgesetzt ist als die Inlandproduktion, antwortete der Minister, dass «der Import ebenfalls seine Risiken hat». Die entsprechenden Zentren seien «ebenso in die Risikozone geraten», daher brauche auch dieses Thema «ebenfalls eine Dezentralisierung». Gleichzeitig bemerkte Wysotskyj, dass der Import «aus logistischer Sicht etwas einfacher» sei: Die meisten Lieferungen werden per Lkw befördert, und solche Routen lassen sich je nach Lage schneller ändern und umstellen.