Die Ukraine hat die Möglichkeit erhalten, Waffen und Militärausrüstung bei britischen Herstellern zu kaufen, indem sie Mittel aus einem europäischen Darlehen nutzt. Brüssel und London haben die letzte Phase der Abstimmung des Abkommens abgeschlossen, das einen wichtigen Schritt bei der Unterstützung Kiiews darstellen wird.
Abschluss der Verhandlungen und Ankündigungsdatum
Die offizielle Bestätigung des Deals wird bereits am Montag, dem 13. Juli, erwartet. Die Ankündigung wird während des Treffens der „Koalition der Willigen“ in Paris erfolgen, wo die Parteien unter Beteiligung von Ursula von der Leyen, der Präsidentin der Europäischen Kommission, die Ergebnisse der mehrmonatigen Verhandlungen zusammenfassen werden.
Besonders aktiv für die schnelle Unterzeichnung des Dokuments haben sich die Niederlande eingesetzt. In der Europäischen Union ist man überzeugt, dass die Öffnung des Zugangs zum britischen Markt die Integration der Rüstungsindustrien der Ukraine und Großbritanniens stärken und die Logistik der Waffenlieferungen an die Front erheblich vereinfachen wird.
Überwindung von Meinungsverschiedenheiten und Kontext des Gipfels
Die Entscheidung, Kreditmittel für britische Unternehmen freizugeben, war ein Kompromiss, zu dem die Parteien nach schwierigen Diskussionen gelangt sind. Zuvor waren die Verhandlungen über den Beitritt Großbritanniens zum EU-Verteidigungsfonds SAFE (im Wert von 150 Milliarden Euro) gescheitert, da Brüssel eine feste Gebühr für den Zugang forderte.
Der Durchbruch in den Verhandlungen erfolgte diese Woche im Rahmen des NATO-Gipfels in Ankara, wo der britische Premierminister Keir Starmer eine Reihe wichtiger bilateraler Treffen abhielt. Der Bedarf an einer operativen Versorgung der Streitkräfte der Ukraine mit Luftabwehrsystemen und Waffen für Tieferangriffe hat sich vor dem Hintergrund harter russischer Angriffe auf Kiew und der Vorbereitung auf einen schwierigen Winter verschärft.
Auswirkungen der Innenpolitik Londons
Ursprünglich sollte das Abkommen später auf einem offiziellen Gipfel zwischen Großbritannien und der EU zusammen mit Entscheidungen über Investitionen im Technologiesektor angekündigt werden. Die Pläne mussten jedoch aufgrund innerpolitischer Prozesse in London angepasst werden.
Der Premierminister Keir Starmer tritt zurück. Bereits am 20. Juli soll er die Befugnisse des Regierungschefs an den ehemaligen Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, übergeben, der derzeit Kandidaten für die parteiinterne Kandidatur sammelt. Trotz des Machtwechsels bleiben die Vereinbarungen zur militärischen Hilfe in Kraft.
Austausch von Erfahrungen und neue Unterstützungsmechanismen
Parallel zu den finanziellen Vereinbarungen findet ein Erfahrungsaustausch im Bereich der Bewaffnung statt. In der britischen Armee wird eine neue spezielle Einheit zur schnellen Bereitstellung von Drohnen geschaffen. London übernimmt die Erfahrung der Ukraine für die Schaffung einer Drohneneinheit und stellt erhebliche Mittel für autonome Waffen zur Bekämpfung von Bedrohungen durch Russland bereit.
Hauptziel dieses Schritts ist die schnelle Einführung moderner Technologien auf der Grundlage der tatsächlichen Kampferfahrung ukrainischer Soldaten. Darüber hinaus haben vier Länder des Bündnisses im Vorfeld des NATO-Gipfels in Ankara einen neuen Finanzierungsmechanismus für die Verteidigung vorgeschlagen, der die militärische Hilfe für die ukrainische Armee effizienter und operativer machen soll.