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title: "Ukrainisches Gesundheitsministerium: Kein systemischer Medikamentenmangel, aber russische Lagerangriffe sorgen für punktuelle Engpässe"
description: "Das ukrainische Gesundheitsministerium meldete keinen systemischen Medikamentenmangel trotz russischer Angriffe auf die Farminfrastruktur. Die Regierung vereinfachte Lager- und Importkontrollregeln für Medikamente."
date: 2026-10-28T20:56:51.106Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/ukraine-kein-systemischer-medikamentenmangel-gesundheitsministerium
tags: [ukraine, pharmaceuticals, drug-supply, ministry-of-health, government, logistics, war-impact]
author: "Inna Kinschewa"
publisher: "XAB.info"
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# Ukrainisches Gesundheitsministerium: Kein systemischer Medikamentenmangel, aber russische Lagerangriffe sorgen für punktuelle Engpässe

![Pharmazeut im weißen Kittel und blauen Handschuhen überprüft Medikamentenkartons in einem Lager](https://xab.info/media/2026/10/28/ukrajina-bez-sistemnogo-deficita-lekarstv-minzdrav/ukrajina-bez-sistemnogo-deficita-lekarstv-minzdrav-1.webp)

## Kernpunkte

- Das ukrainische Gesundheitsministerium betont, dass es keinen systemischen Medikamentenmangel gibt, aber Lagerbeschießungen punktuelle temporäre Lieferengpässe bei einzelnen Präparaten verursachen.
- Die Kabinettsverordnung vom 26.08.2026 Nr. 1062 erweiterte die Nutzung zusätzlicher Lagerhallen für die Aufbewahrung und den Versand von Medikamenten.
- Die Kabinettsverordnung vom 13.10.2026 Nr. 1254 vereinfachte staatliche Qualitätskontrollverfahren für importierte Präparate und führte Sonderbedingungen für die Wiedereinfuhr derselben Charge ein.
- Bis Anfang Oktober 2026 konnten 78% der medizinischen Einrichtungen des leistungsfähigen Netzes bei Strom-, Wärme- und Wasserausfällen autonom arbeiten.

Der ukrainische Pharmasektor arbeitet weiterhin unter den Bedingungen regelmäßiger russischer Angriffe auf die Lager-, Produktions- und Logistikinfrastruktur. Nach Angaben des Ministeriums für Gesundheit gibt es trotz der Gefahr von Beschädigungen, Bestandsverlusten und unterbrochenen Lieferwegen keinen systemischen Mangel an Arzneimitteln im Land. Gleichzeitig verzeichnet die Behörde punktuelle, temporäre Schwierigkeiten bei der Lieferung einzelner Präparate, die unmittelbar nach Beschießungen von Lagern und Verteilungszentren auftreten.

### Position des Ministeriums: Schnelles Handeln statt Panik

&laquo;Einen systemischen Mangel an Arzneimitteln gibt es in der Ukraine nicht. Gleichzeitig treten punktuelle, temporäre Schwierigkeiten bei der Lieferung einzelner Präparate auf&raquo;, erklärte das Gesundheitsministerium. Erklärungen der Behörde zufolge konzentriert sich die aktuelle Arbeit des Ministeriums in Zusammenarbeit mit Herstellern, Importeuren und Distributoren auf die schnelle Reaktion auf solche Ausfälle, die Wiederaufnahme von Lieferungen und die Verringerung des Risikos ihrer Wiederholung. Der offizielle Kurs baut somit auf dem Prinzip der Versorgungskontinuität auf: Selbst bei lokalen Lieferkettenausfällen strebt der Staat an, deren Ausweichen zu einem anhaltenden Mangel zu verhindern.

### Erweiterung der Lagerkapazitäten: Verordnung Nr. 1062

Um das Risiko des gleichzeitigen Verlusts großer Bestände zu verringern, hat die Regierung die Möglichkeiten zur Annahme, Lagerung und zum Versand von Arzneimitteln aus zusätzlichen Lagerhallen erweitert. Die entsprechende Kabinettsverordnung vom 26. August 2026 Nr. 1062 ermöglicht es Unternehmen unter bestimmten Bedingungen, Räumlichkeiten zu nutzen, deren Daten im Lizenzregister nicht eingetragen sind oder einem anderen Lizenznehmer gehören. Dabei wird die Einhaltung der Qualitäts- und Rückverfolgbarkeitsanforderungen strikt beibehalten, was eine Absenkung der Standards vor dem Hintergrund der Logistikvereinfachung ausschließt.

### Vereinfachung der Importkontrolle: Verordnung Nr. 1254

Die zweite wichtige Änderung wurde durch die Verordnung vom 13. Oktober 2026 Nr. 1254 beschlossen. Das Dokument betrifft die staatliche Qualitätskontrolle von in die Ukraine eingeführten Arzneimitteln und sieht die Vereinfachung bestimmter Prüfverfahren für importierte Präparate sowie Sonderbedingungen für die Kontrolle bei der Wiedereinfuhr derselben Charge vor. Das Gesundheitsministerium erklärt, dass diese Entscheidungen darauf abzielen, Medikamente schneller in Apotheken und medizinische Einrichtungen zu liefern und die Versorgungskontinuität aufrechtzuerhalten, ohne dabei die Qualitätsanforderungen an die Präparate zu schwächen.

### Breiterer Kontext: Autonomie medizinischer Einrichtungen und wissenschaftliche Basis

Die Maßnahmen zur Farmlogistik fügen sich in einen umfassenderen Resilienzplan für das Gesundheitswesen ein. Stand Anfang Oktober 2026 konnten bereits 78% der medizinischen Einrichtungen im leistungsfähigen Netz bei Strom-, Wärme- und Wasserausfällen völlig autonom arbeiten. Parallel dazu bewahrt das Land sein wissenschaftliches Potenzial in der Pharmazie: Bereits 2021 entwickelten ukrainische Wissenschaftler einen Prototyp eines COVID-19-Impfstoffs, der bei Tierversuchen eine Neutralisationsaktivität von 93% zeigte, auch wenn die weitere Entwicklung ausgesetzt wurde. Die Gesamtheit dieser Faktoren ermöglicht es nach Einschätzung der Behörden, den Medikamentenmarkt auch unter anhaltenden Infrastrukturangriffen funktionsfähig zu halten.

## Faktencheck und Quellen

- [РФ обстреливает склады лекарств: в Минздраве объяснили, угрожает ли Украине дефицит препаратов](https://www.rbc.ua/ukr/news/rf-obstrilyue-skladi-likiv-moz-poyasnili-1793201219.html) - Direktes Zitat des Gesundheitsministeriums über das Fehlen eines systemischen Mangels und das Auftreten punktueller Engpässe; Verweis auf Kabinettsverordnungen Nr. 1062 vom 26.08.2026 und Nr. 1254 vom 13.10.2026; Kontext zur Autonomie von 78% der medizinischen Einrichtungen und dem Impfstoffprototyp von 2021.

## Häufige Fragen

### Gibt es in der Ukraine einen systemischen Mangel an Arzneimitteln?

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gibt es keinen systemischen Mangel. Aufgrund russischer Angriffe auf Lager- und Logistikinfrastruktur kommt es lediglich zu punktuellen, temporären Lieferschwierigkeiten bei einzelnen Präparaten.

### Was sieht die Kabinettsverordnung vom 26. August 2026 Nr. 1062 vor?

Sie erweitert die Möglichkeiten zur Annahme, Lagerung und zum Versand von Medikamenten aus zusätzlichen Lagerräumen, einschließlich solcher, die nicht im Lizenzregister eingetragen sind oder einem anderen Lizenznehmer gehören, unter Beibehaltung der Qualitäts- und Rückverfolgbarkeitsanforderungen.

### Worum geht es in der Verordnung vom 13. Oktober 2026 Nr. 1254?

Das Dokument vereinfacht bestimmte staatliche Qualitätskontrollverfahren für in die Ukraine eingeführte Medikamente und legt Sonderkontrollbedingungen bei der Wiedereinfuhr derselben Arzneimittelcharge fest.

### Was ist das Ziel der behördlichen Änderungen im Bereich der Pharmabereitstellung?

Laut Gesundheitsministerium zielen die Entscheidungen darauf ab, Medikamente schneller in Apotheken und medizinische Einrichtungen zu liefern, das Risiko des gleichzeitigen Verlusts großer Bestände zu verringern und die Versorgungskontinuität ohne Absenkung der Qualitätsstandards aufrechtzuerhalten.