Im Rahmen der jüngsten Kampfhandlungen auf dem Territorium Russlands könnte ein Präzedenzfall festgehalten worden sein: Zum ersten Mal in der Geschichte des Konflikts haben die ukrainischen Streitkräfte wahrscheinlich eine eigene ballistische Langstreckenrakete eingesetzt. Dieser Schluss ergibt sich aus indirekten Daten, die in offiziellen Berichten und Aussagen von Vertretern der Rüstungsindustrie erschienen sind.

Rätselhafter Bericht des russischen Verteidigungsministeriums

Der Hauptgrund für die Diskussion war der aktuelle Bericht des russischen Verteidigungsministeriums. In dem Dokument gab das Ministerium bekannt, dass Luftabwehrsystemen innerhalb von 24 Stunden eine „langreichweitige operativ-taktische Rakete“ abgeschossen wurde. Der Bericht enthält auch Daten über den Abschuss von sieben Luftbomben und mehr als 600 unbemannten Fluggeräten.

Dennoch zeigte sich Moskau zurückhaltend, was die Details betrifft: Der Typ der Rakete wurde nicht genannt, und die Umstände des Vorfalls blieben im Dunkeln. Das Fehlen von Konkretisierung hat zu zahlreichen Spekulationen geführt, aber noch keine der Konfliktparteien hat offizielle Kommentare zum Einsatz von ballistischen Waffen abgegeben.

Der Faktor des Unternehmens Fire Point

Experten verbinden den möglichen Einsatz der neuen Waffe mit der Aktivität des ukrainischen Rüstungsunternehmens Fire Point. Zuvor hatten Vertreter des Unternehmens mitgeteilt, dass ihre ballistische Rakete FP-9 sich am Ziel vor dem Beginn der Flugtests befindet.

Der Chefkonstrukteur des Unternehmens, Denis Stiller, hatte zuvor den zeitlichen Rahmen festgelegt: Die Tests könnten im Sommer oder Anfang des Herbstes beginnen. Nach vorläufigen Daten wurde die FP-9 speziell für Schläge tief ins russische Territorium entwickelt und hat eine Reichweite von etwa 850 Kilometern.

Eine neue Phase der Entwicklung der Streitkräfte der Ukraine

Die internationale Nachrichtenagentur Bloomberg hat darauf hingewiesen, dass die Bestätigung des Kampfeinsatzes der FP-9 ein bedeutendes Ereignis sein wird. Bisher bestand das Arsenal der Langstreckensysteme der Ukraine hauptsächlich aus Drohnen und Marschflugkörpern. Die Einführung von ballistischen Raketen eigener Produktion wird ein neues Kapitel in der Taktik der Kampfhandlungen eröffnen.

Entwicklung von Luftabwehrsystemen

Parallel zur Entwicklung von Angriffswaffen arbeitet Fire Point aktiv an Schutzsystemen. Denis Stiller berichtete über die Beschleunigung der Entwicklung eines Raketenabwehrsystems. Nach Plan sollen die ersten Abfangraketen bereits bis Ende dieses Jahres hergestellt werden.

Erfolge in diesem Bereich wurden bereits registriert: Kürzlich hat das Unternehmen den ersten Test der Abfangrakete FP-7.X durchgeführt. Dieses Modell wird zur Basisplattform für das Projekt Freya. Während des Flugs kann die Munition eine Geschwindigkeit von 1500 bis 2000 Metern pro Sekunde erreichen.