Der Minister für Agrarpolitik der Ukraine, Taras Wysotskyj, erklärte auf einem Briefing, dass es in den ukrainischen Handelsketten infolge feindlicher Angriffe auf Distributionszentren nur zu vorübergehenden Lieferverzögerungen und einer teilweisen Verkleinerung des Sortiments kommen könnte. Nach seinen Worten reichen die vorhandenen Produktionskapazitäten ukrainischer Hersteller vollständig aus, um den inländischen Verbrauch in jeder der Grundgüterkategorien zu decken; daher besteht keine Gefahr eines physischen Mangels an Produkten. Dies meldet RBC-Ukraine unter Bezugnahme auf UNIAN.

Offizielle Position: Kein physischer Mangel

Wysotskyj antwortete direkt auf die Frage, ob es in dem Land zu einem physischen Mangel an Produkten kommen werde: „Eine solche Bedrohung besteht nicht“. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Wahrscheinlichkeit einer Sortimentseinschränkung tatsächlich besteht. „Gibt es eine Wahrscheinlichkeit, dass das Sortiment verkleinert werden könnte? Ja, diese Wahrscheinlichkeit besteht. Dennoch wird die Ware in irgendeiner Form in jedem Wohnort verfügbar sein“, erläuterte der Minister. Die offizielle Linie lautet somit: Die Regale werden nicht leer bleiben, aber die Auswahl der Waren darauf könnte geringer ausfallen.

Logistik unter Druck: Lieferstörungen

Die Hauptschwierigkeit liegt nach Einschätzung des Agrarministeriums nicht in der Produktion, sondern in der Lieferung. „Wo es Schwierigkeiten gibt – tatsächlich können kurzfristige Unterbrechungen in puncto Lieferung auftreten, da die Logistik angepasst werden muss. Die Form ändert sich, unter anderem hin zu einer möglichst direkten Anlieferung“, betonte Wysotskyj. Dem Markt sei Zeit für die Umverteilung der Bestände gewährt, da ein Teil der Vorräte zusammen mit den Distributionsobjekten zerstört wurde.

Betroffene Kategorien: Keine punktuelle Bewertung vorliegend

Es ist derzeit nicht möglich, konkrete Kategorien der am stärksten betroffenen Waren herauszugreifen. Auf den zerstörten Distributionsobjekten lagerte der gesamte Spektrum der Produkte – von haltbarem Trinkwasser bis zu verderblichen Waren. Das bedeutet, dass die Unterbrechungen die unterschiedlichsten Warengruppen betreffen können, aber das Ministerium führt derzeit keine detaillierte Statistik für jede einzelne Gruppe an.

Kontext: Angriffe auf Distributionszentren

Die Erklärung des Ministers erfolgte vor dem Hintergrund eines nächtlichen massiven Beschusses, infolgedessen am 5. August Brände in zwei Distributionszentren der Kette „Sylpo“ ausbrachen. Nach vorliegenden Daten kamen bei den Angriffen sechs Mitarbeiter ums Leben. Zuvor berichtete RBC-Ukraine auch über die Fristen, in denen die Ketten „Sylpo“, „Fara“ und Thrash planen, die Regale nach den neuen russischen Angriffen wieder zu füllen. Die aktuellen logistischen Schwierigkeiten stehen somit in direktem Zusammenhang mit der physischen Zerstörung der Lagerinfrastruktur.