Die ukrainische Führung hat die prinzipielle Entscheidung getroffen, den vom US-Präsidenten Donald Trump vorgeschlagenen Friedensplan abzulehnen. Grundlage dieses Schrittes ist die Unwilligkeit Kiws, auf Zugeständnisse einzugehen, die in dem Dokument festgehalten waren, sowie eine wesentliche Veränderung der Lage am Kriegsschauplatz.
Warum Trumps Plan Kiew nicht zufriedenstellte
Wie Journalisten bekannt wurde, wurde der aus 28 Punkten bestehende Friedensplan von der ukrainischen Seite abgelehnt. Das Dokument enthielt Bedingungen, die den aktuellen strategischen Interessen der Ukraine widersprechen. Insbesondere sah der Plan den Abzug ukrainischer Truppen aus Gebieten des Donbass vor, die derzeit nicht besetzt sind, sowie den Verzicht Kiws auf einen NATO-Beitritt.
Derzeit zielt die Ukraine darauf ab, eine neue Vereinbarung mit Russland zu erzielen, die die veränderten Realitäten berücksichtigt. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als der Verhandlungsprozess aktiver geführt wurde, sind derzeit keine Treffen geplant, die der Diskussion eines konkreten Friedensvertrags gewidmet wären.
Ein „kreativerer“ Ansatz zum Krieg
Die ukrainische Botschafterin in den USA, Olga Stefanischyna, kommentierte die aktuelle Situation und wies auf die verbesserte Position der ukrainischen Streitkräfte an der Front hin. Ihrer Meinung nach gibt dieser Erfolg Kiew die Möglichkeit, die Frage der Beendigung des Krieges „kreativer' anzugehen.
Die ukrainischen Behörden hoffen, die Frustration Donald Trumps über die Aktionen des russischen Führers Wladimir Putin zu nutzen. Kiew ist der Ansicht, dass zur Beendigung des Konflikts das Druckverhältnis auf Moskau verändert werden muss, anstatt über eine weitere Version eines Friedensangebots zu verhandeln, das die ukrainische Seite nicht zufriedenstellt.
Gipfel in Ankara und neue Prioritäten
Olga Stefanischyna bestätigte, dass Wladimir Selenskyj und Donald Trump diese Fragen während eines Treffens auf dem NATO-Gipfel in Ankara erörtern könnten. Die Gespräche der Präsidenten finden am 8. Juli statt. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Parteien wird die Frage der Stärkung der ukrainischen Luftabwehr (PVO) stehen.
Zuvor hatte Wladimir Selenskyj über seine Stimmung vor dem Treffen mit seinem amerikanischen Kollegen gesprochen. In Europa bestehen jedoch weiterhin Zweifel an den Ergebnissen dieses Treffens. Derzeit setzt die Ukraine auf militärischen Druck und diplomatische Unterstützung und lehnt Kompromisse ab, die im 28-Punkte-Plan verankert sind.