Die Ukraine hat den Geltungsbereich des Gesetzes über das vereinfachte Erwerbsverfahren für die Staatsbürgerschaft erweitert. Nun steht dieser Mechanismus auch den Bewohnern des benachbarten Republik Moldau offen. Dies bestätigte die ukrainische Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko und erklärte, dass die Regierung Moldawien offiziell in die Liste der Länder aufgenommen hat, deren Bürger von diesem neuen Verfahren profitieren können.
Logischer Schritt angesichts einer gemeinsamen Bedrohung
Wie die Leiterin der ukrainischen Regierung mitteilte, wurde die Entscheidung mit dem moldawischen Ministerpräsidenten Alexandru Munteanu besprochen. Beide Seiten bezeichneten diesen Schritt als logische Konsequenz, angesichts der gemeinsamen Grenze, des gemeinsamen Kurs auf die Europäische Union und der gegenseitigen Unterstützung im Kontext der russischen Aggression.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiga charakterisierte das Ereignis als strategischen Schritt. Er betonte, dass dies nicht nur eine formale Erweiterung der Länderliste sei, sondern eine Antwort auf die Versuche des Aggressorstaates, Moldawien durch Manipulationen bei Staatsbürgerschaftsfragen in der Region Transnistrien zu destabilisieren.
„Dies ist ein logischer Schritt in der Entwicklung der Beziehungen zu einem Land, das unseren Bürgern seit den ersten Tagen des großangelegten Einmarschs Hilfe leistet und die Ukraine unterstützt', unterstrich Sybiga.
Voraussetzungen für den Pass
Die neue Fassung des ukrainischen Gesetzes „Über die Staatsbürgerschaft der Ukraine' ermöglicht den Erwerb eines ukrainischen Passes ohne Aufgabe der bestehenden Staatsbürgerschaft. Bisher war diese Möglichkeit ethnischen Ukrainern aus EU-Ländern, Großbritannien, Kanada, den USA, Norwegen, der Schweiz und Island vorbehalten. Nun steht der rechtliche Mechanismus auch den Nachbarn aus Chișinău offen.
Für die Einbürgerung müssen Prüfungen in drei Fächern bestanden werden:
- Ukrainische Sprache;
- Verfassung der Ukraine;
- Geschichte der Ukraine.
Gegenwärtig ist die Ablegung der Prüfungen nur auf dem Territorium der Ukraine möglich.
Umfang der ukrainischen Diaspora
In Moldawien lebt eine große und aktive ukrainische Gemeinschaft. Stand Februar 2026 befinden sich mehr als 130.000 Ukrainer in der Republik, darunter rund 20.000 Kinder. Kiew ist daran interessiert, dass ethnische Ukrainer im Ausland mehr Möglichkeiten haben, die Verbindung zur Heimat aufrechtzuerhalten.
Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur
Parallel zu den Fragen der Staatsbürgerschaft diskutierten die Führer beider Länder die Entwicklung der Logistik. Im Mittelpunkt steht der Bau einer neuen Brücke zwischen der Ukraine und Moldawien, die zusätzliche Möglichkeiten für Bürger und Unternehmen schaffen wird.
Die Verkehrszusammenarbeit zeigt bereits Wachstum. „Ukrzaliznyzja' hat den Fahrplan des Zuges „Bessarabien' (Kiew – Chișinău) geändert: Er verkehrt nun täglich. Die Zeit der Rückfahrt wurde angepasst, um den Komfort der Passagiere zu erhöhen, die zum Flughafen Moldawiens reisen. Darüber hinaus hat die Ukraine das „Verkehrsvisum' mit dem Nachbarland für weitere Jahre verlängert.