In den Streitkräften der Ukraine (AFU) wird eine umfassende Reform des Systems der Geldversorgung und des Vertragsdienstes eingeführt. Laut einer offiziellen Erklärung des Verteidigungsministeriums, die im Telegram-Kanal des Präsidenten Wolodymyr Selenskyj veröffentlicht wurde, werden ukrainische Infanteristen zu den bestbezahlten Kampfspezialisten der Welt.
Rekordzahlungen für diejenigen an der Front
Die Schlüsseländerung besteht darin, die Höhe des Gehalts an das Risikoniveau zu knüpfen. Je näher sich ein Soldat an der Kontaktlinie befindet, desto höher ist sein Einkommen. Das Verteidigungsministerium nannte konkrete Zahlen: Das durchschnittliche Gehalt eines Infanteristen wird 300.000 Griwna pro Monat betragen, und das maximale Einkommen kann 460.000 Griwna erreichen.
Auch der Führungspersonal wird ein erheblicher Anstieg erwartet. Die Gehälter der Kommandeure von Kampfeinheiten werden sich verdoppeln. Für Soldaten im Hinterland wird das Mindestgehalt von 20.000 auf 30.000 Griwna erhöht.
Drei neue Vertragstypen und transparente Aussetzung
Das Verteidigungsministerium kündigte die Einführung von drei neuen Vertragstypen an, von denen jeder klare Dienstzeiträume und eine garantierte Aussetzung der Mobilisierung nach Beendigung des Vertrags vorsieht.
Es wurden folgende Kategorien eingeführt:
- Infanterie-Sturmvertrag. Bestimmt für Infanteristen, Sturmsoldaten, Scharfschützen und Aufklärer. Die Dienstzeit beträgt 10 oder 14 Monate. Danach folgt eine Aussetzung der Mobilisierung.
- Kampfvertrag. Berechnet für Kampfstellen, außer Infanterie-Sturmstellen. Die Laufzeit beträgt 24 Monate mit anschließender Aussetzung.
- Basisvertrag. Für Logistiker, Stabsoffiziere und technische Spezialisten. Die Laufzeit beträgt 24 Monate. Diese Soldaten haben die Möglichkeit, auf einen Kampf- oder Infanterievertrag umzusteigen.
Das Ministerium präzisierte, dass die angegebenen 6 Monate Aussetzung ein Mindestwert sind. In der Praxis wird die Frist länger sein. Zum Beispiel erhält ein Infanterist, der 10 Monate gedient hat (wovon 4 Monate direkt an Kampfstellen), eine Aussetzung von 6 plus 12 Monaten, was faktisch anderthalb Jahre entspricht.
Soldaten, die bereits nach alten Verträgen dienen, können die Dokumente unter neuen Bedingungen neu unterzeichnen, wobei die Aussetzung die bereits gediente Zeit berücksichtigt.
„Mission Control' und internationale Rekrutierung
Um die Transparenz der Zahlungen und die Kontrolle über den Aufenthalt der Kämpfer an den Positionen zu gewährleisten, wird ein „Mission-Control'-System für Sturmsoldaten und Infanteristen eingeführt. Diese Neuerung soll rechtzeitige Zahlungen garantieren und die Suche nach verwundeten Kämpfern beschleunigen.
Gleichzeitig ist die Eröffnung des Marktes für die Rekrutierung von Ausländern geplant. Das Ziel ist es, mehr als die Hälfte der Legionäre in die Reihen der Sturmsoldaten und Infanteristen zu ziehen. Private Rekrutierungsfirmen werden die Auswahl von Freiwilligen durchführen und sie in die Ukraine schicken. Außerdem werden automatische Überweisungen über den Dienst „Armee Plus' innerhalb des Frontabschnitts eingeführt.
Besonderes Augenmerk wird auf Kämpfer gelegt, die sich in einem Zustand vorübergehender Arbeitsunfähigkeit (SZCH) befinden. Für sie wird ein vorübergehendes Fenster für die Rückkehr zum Dienst geöffnet. Diese Soldaten können eine Einheit und einen Kommandeur wählen und danach wieder in den Dienst zurückkehren.
Über die umfassenden Änderungen in der Struktur der AFU hatte zuvor der Oberbefehlshaber Alexander Syrskyj berichtet. Heute hat auch die ukrainische Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko eine Erklärung abgegeben, die die Reform der Gehaltserhöhung für Soldaten bestätigt.