Die ukrainische Armee ist zum aktiven Einsatz eigener Waffen auf dem Schlachtfeld übergegangen. Das Verteidigungsministerium bestätigte den Einsatz inländischer gelenkter Luftbomben (KAB) gegen russische Truppen. Die neue Waffengattung zeigt bereits unter realen Kampfbedingungen eine hohe Wirksamkeit.

Minister für Verteidigung Mychajlo Fedorow erläuterte die Details zur Entwicklung des ukrainischen militärisch-industriellen Komplexes. Während der Veranstaltung Brave1 Advantage teilte er mit, dass bereits Munition von zwei lokalen Entwicklern im Einsatz ist. Insgesamt arbeiten acht Teams an der Entwicklung verschiedener Modifikationen von KABs.

Verschiedenheit und Potenzial der neuen Waffe

Laut dem Minister entwickeln ukrainische Ingenieure Munition in verschiedenen Gewichtsklassen. Jedes Modell verfügt über einzigartige Eigenschaften und Funktionsprinzipien, was eine flexible Lösung taktischer Aufgaben ermöglicht. Fedorow betonte, dass der Prozess zur Erreichung maximaler Effizienz noch andauert, die aktuellen Trefferstatistiken gegen den Gegner jedoch bereits „angenehm überraschen“.

Die Entwicklung eigener gelenkter Luftbomben ist ein Schlüsselelement der Strategie des Verteidigungsklusters Brave1. Um Innovationen in der Branche zu fördern, wurde ein spezielles Finanzierungsverfahren zur Mittelverteilung „80/20“ eingeführt. Im Rahmen dieses Mechanismus werden 20 % des Budgets gezielt für die Entwicklung innovativer Mittel bereitgestellt, die zwingend auf spezialisierten Testgeländen getestet werden müssen.

„Equalizer“ und Integrationsperspektiven

Besonderes Augenmerk liegt auf der Entwicklung einzigartiger Modelle, die keine Kopien westlicher oder sowjetischer Analoga sind. Kürzlich hat die Ukraine die Entwicklung der ersten Gleitbombe „Equalizer“ abgeschlossen. An dem Projekt wurde 17 Monate lang gearbeitet. Das System ist für den Einsatz von Kampfflugzeugen der Streitkräfte der Ukraine, einschließlich der Jagdflugzeuge F-16 und Mirage, angepasst und nutzt moderne Lenkalgorithmen zur Steigerung der Treffgenauigkeit.

Experten des Instituts für Kriegsstudien (ISW) sind der Ansicht, dass die Einführung von KABs es den ukrainischen Streitkräften ermöglichen wird, die Kampagne zur Abfangung russischer Kräfte erheblich auszuweiten. Es wird erwartet, dass die Schläge nicht nur in der nahen Tiefe des Feindes, sondern auch in der operativen Tiefe der feindlichen Verteidigung geführt werden.

Parallel zur Entwicklung eigener Systeme arbeitet Kiew an der Abschluss direkter Verträge für den Kauf ausländischer Flugabwehrraketen, was zuvor nicht möglich war. Die Strategie besteht in der Kombination des Imports kritisch wichtiger Systeme mit der Entwicklung eigener Waffenanaloga.