In Anbetracht der zunehmenden Bedrohungen im europäischen Luftraum rückt die Frage nach der Schaffung eines eigenen Luft- und Raketenabwehrsystems, das in der Lage ist, ballistische Raketen abzufangen, in den Vordergrund. Genau diese Aufgabe haben sich die Ukraine und Deutschland vorgenommen, indem sie ihre Kräfte bündeln, um einen neuen Verteidigungskomplex zu entwickeln.
Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf ein Interview mit dem ukrainischen Botschafter in Deutschland, Alexei Makejew, berichtet, zielt das Projekt darauf ab, das kritische Defizit in der europäischen Verteidigung zu beheben. Derzeit verfügen die Länder des Kontinents über kein eigenes Produkt zur Bekämpfung ballistischer Bedrohungen. Europäische Staaten sind gezwungen, auf importierte Technologien zu setzen – von der israelischen Arrow-System bis hin zu den amerikanischen Patriot-Komplexen.
Strategie: Schutz des gesamten Kontinents
Die entscheidende Motivation für Berlin war die Erkenntnis, dass die Schaffung eines solchen Systems nicht nur für Kiew, sondern für ganz Europa notwendig ist. Alexei Makejew betonte, dass das ukrainische Angebot gerade wegen dieses Arguments Unterstützung in Deutschland gefunden hat: „Wir tun dies für ganz Europa“.
Die Entwicklung eines Anti-Ballistischen-Raketen-Systems ist ein Großprojekt, das die Koordination der führenden Riesen der Rüstungsindustrie erfordert. Bereits jetzt sind Marktführer des deutschen Marktes in die Arbeit eingebunden, doch die Details der Umsetzung bleiben unter Verschluss.
Name und Teilnehmer des Projekts
Die Frage nach dem Namen des zukünftigen Komplexes bleibt vorerst offen. Früher wurde in den Medien die Bezeichnung FREYA genannt, jedoch lehnte der Diplomat es ab, diese Informationen zu bestätigen oder zu widerlegen. Laut Makejew werden der offizielle Name und die vollständige Liste der Teilnehmer später bekannt gegeben.
Neben der Entwicklung eines grundsätzlich neuen Systems diskutieren die Parteien aktiv Fragen zur Lokalisierung der Produktion bestehender Technologien. Es geht um die Patriot-Komplexe. Obwohl die Technologie den USA gehört, besitzt das deutsche Unternehmen MBDA die entsprechende Lizenz, was den Weg für einen Technologietransfer ebnet.
Die Parteien haben bereits konkrete Vereinbarungen über die Lieferung einer beträchtlichen Anzahl von Raketen und den potenziellen gemeinsamen Bau von Produktionslinien getroffen. Die Frage, wo genau die Produktion angesiedelt werden soll, ist jedoch noch nicht geklärt. Der Diplomat hält es für verfrüht, zu diesem Zeitpunkt über konkrete Standorte zu sprechen.
Kritischer Mangel an Munition
Die Aktualität des Projekts wird durch die aktuelle Situation an der Front bestätigt. Der Ukraine fehlen dringend Luftabwehrsysteme, die in der Lage sind, ballistische Raketen abzufangen, um sich gegen die Aggression Russlands zu schützen. In diesem Zusammenhang führt Kiew Verhandlungen mit 40 Ländern der Welt und bittet um die Bereitstellung von Raketen für Patriot im Austausch gegen zukünftige Lieferungen, die für die Ukraine verkontrahiert wurden.
Die Situation mit der Munition hat einen kritischen Punkt erreicht. Die Luftstreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine berichteten zuvor über einen Mangel an Raketen für die Flugabwehrkomplexe Patriot, NASAMS und IRIS-T. In einigen Einheiten sind die Munitionsvorräte praktisch vollständig erschöpft, was die Frage der Schaffung einer eigenen Produktionsbasis und neuer Schutzsysteme zu einer Frage des Überlebens macht.