Die Ukraine hat einen wichtigen Schritt in den Verhandlungen mit Frankreich bezüglich der Lizenzierung zur Produktion von SCALP-Kreuzraketen unternommen. Dies bestätigte der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow und betonte, dass der Dialog mit der französischen Seite weiterhin besteht und erste Anzeichen von Fortschritt sichtbar sind.
Verhandlungen auf höchster Ebene
Während des kürzlichen Besuchs des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Frankreich fand ein produktives Gespräch mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron statt. Die Parteien diskutierten die Möglichkeit der Übertragung einer Lizenz zur Produktion von SCALP-Raketen an die Ukraine, was einen bedeutenden Schritt für die Entwicklung des ukrainischen Verteidigungssektors darstellen würde.
„Während des Besuchs unseres Präsidenten in Frankreich gab es ein sehr gutes Gespräch mit Präsident Macron über die Möglichkeit, die Lizenz für SCALP-Raketen mit unserem Land zu teilen. Der Dialog läuft derzeit sowohl mit der Regierung als auch mit dem Unternehmen weiter, und alle Details werden geklärt', so Fedorow.
Rechtliche und technische Aspekte
Obwohl bereits Fortschritte erkennbar sind, bleiben die endgültigen Ergebnisse vorerst unklar. Es gilt, eine Reihe von Fragen zu klären, die mit geistigem Eigentum, der Produktionsaufnahme sowie weiteren rechtlichen und technischen Aspekten zusammenhängen. Dies erfordert Zeit und eine sorgfältige Ausarbeitung der Details.
„Das sind also die ersten Schritte. Wir bleiben vorsichtig und setzen diese Kommunikation fort, um ein Ergebnis zu erzielen', betonte der Minister.
Parallele Verhandlungen mit den USA
Neben Frankreich führt die Ukraine auch aktive Gespräche mit den USA zu ähnlichen Themen. Auf Ebene des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates (NSRO) laufen weiterhin Diskussionen mit amerikanischen Partnern. Obwohl die Details noch nicht offengelegt werden, bezeichnete der Minister die Tatsache, dass solche Verhandlungen begonnen haben, als beispiellos.
Entwicklung des eigenen Verteidigungssektors
Die Ukraine strebt nicht nur internationale Zusammenarbeit an, sondern setzt auch auf die Entwicklung ihres eigenen Verteidigungssektors. Der Staat arbeitet daran, die Produktion von Langstreckenwaffen zu skalieren, wobei Mechanismen wie das „dänische Modell“ der Finanzierung und andere Instrumente zur Unterstützung ukrainischer Hersteller genutzt werden.
Internationale Anerkennung
Der ukrainische Verteidigungssektor erhält zunehmend internationale Anerkennung. Der EU-Kommissar für Verteidigung und Weltraum, Andrius Kubilius, bezeichnete ihn als einen der innovativsten in Europa und forderte eine stärkere Integration in die europäische Rüstungsindustrie. Bereits werden gemeinsame Projekte mit europäischen Partnern umgesetzt, darunter eine strategische Vereinbarung des deutschen Konzerns MBDA mit „Ukrainian Armored Systems“ zur Entwicklung von Langstrecken-Schlagkraftsystemen.
So stärkt die Ukraine weiterhin ihre Position auf der internationalen Bühne, indem sie die Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern mit der Entwicklung eigener Produktionskapazitäten verbindet.