In Kiew wurden jüngste Aussagen der EU-Führung zum Prozess der EU-Integration Moldaus kommentiert. Das Außenministerium der Ukraine betonte, dass der Weg von Kiew und Chișinău zur EU-Mitgliedschaft synchron verläuft und alle Gerüchte über eine „Entkopplung' der Länder unbegründet sind.

Interpretation der Aussagen der Europäischen Kommission

Der Pressesprecher des Außenministeriums, Georgij Tichyj, erläuterte den Journalisten die Essenz der Worte von Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, die nach dem Gipfel EU-Moldau gefallen waren. Laut dem Diplomaten bezogen sich die Kommentare ausschließlich auf die Situation in der Republik Moldau. Das Ministerium besteht darauf, dass keine Absicht bestand, die beiden Kandidatenländer zu vergleichen oder gegeneinander auszuspielen.

Tichyj stellte fest, dass nach der Eröffnung des ersten Verhandlungsclusters die weiteren Schritte strikt gemäß der Methodologie der Europäischen Kommission erfolgen. Dieser Mechanismus sieht eine individuelle Bewertung jedes Landes auf der Grundlage der Erfolge bei der Umsetzung interner Benchmarks (IBAR) vor.

Synchronizität und Fairness

Das Außenministerium der Ukraine betonte, dass Kiew und Chișinău die Phasen der europäischen Integration nacheinander und synchron durchlaufen. Die EU-Seite hat wiederholt festgestellt, dass beide Länder die notwendigen Bedingungen für die Eröffnung von Verhandlungsclustern erfüllt haben. Aus diesem Grund entsprechen die Schlussfolgerungen über eine angebliche „Entkopplung' der Realität nicht.

Georgij Tichyj fügte hinzu, dass die Ukraine einen fairen und objektiven Ansatz seitens Brüssels im Rahmen des weiteren Erweiterungsprozesses erwartet.

Aussichten für die Verhandlungen

Zur Erinnerung: Am 15. Juni hat die Ukraine offiziell den ersten Verhandlungscluster „Grundlagen' eröffnet. Er umfasst Schlüsselbereiche der Reformen: Rechtsstaatlichkeit, Justizsystem, Schutz der Grundrechte und -freiheiten sowie das Funktionieren demokratischer Institutionen.

Um die EU-Mitgliedschaft zu erhalten, muss die Ukraine sechs Cluster durchlaufen und die nationale Gesetzgebung mit den europäischen Standards harmonisieren. Es wird erwartet, dass die restlichen fünf Cluster in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 eröffnet werden. Dennoch hängt die weitere Entwicklung des Verhandlungsprozesses direkt von der erfolgreichen Umsetzung der Reformen im Land und der Unterstützung aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union ab.