Am 18. August 2026 hat der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) der Energiezollverwaltung die Erlaubnis erteilt, die Einfuhr von Dieselkraftstoff aus Häfen und Terminals, die auf der Sanktionsliste stehen, ohne Hindernisse zu bearbeiten. Diese Entscheidung bedeutet die Aufhebung zusätzlicher Kontrollen und Probenahmen für solche Frachten, was die Lieferung von Kraftstoff auf den ukrainischen Markt erheblich beschleunigen könnte.

Aufhebung zusätzlicher Kontrollen

Bisher unterlag Dieselkraftstoff, der aus sanktionierten Häfen und Terminals kam, zusätzlichen Herkunftskontrollen. Nach den neuen Regeln müssen solche Frachten diese Verfahren nun nicht mehr durchlaufen. Die Zollverwaltung wird auch keine Proben aus solchen Sendungen entnehmen. Diese Änderung zielt darauf ab, die logistischen Prozesse zu vereinfachen und die Kraftstofflieferungen zu beschleunigen, was angesichts globaler Versorgungsstörungen besonders relevant ist.

Auswirkungen auf den Markt

Änderungen im Abwicklungsverfahren können die Lieferung von Kraftstoff aus Häfen und Terminals in der Türkei und Saudi-Arabien erleichtern. Insbesondere gelangten in der ersten Augusthälfte 22.000 Tonnen indischen Dieselkraftstoffs auf den ukrainischen Markt. Das ist doppelt so viel wie in den ersten sieben Monaten des Jahres. Das Unternehmen „BRSM-Neft“ importierte zwei Sendungen indischen Dieselkraftstoffs mit einem Gesamtvolumen von 12.000 Tonnen vom türkischen Terminal Opet in Marmara. Der Rest der Ressource kam vom Oil Terminal in Constanța. Ende Juli kamen ebenfalls 41.000 Tonnen indischen Dieselkraftstoffs vom Terminal Opet in Constanța an.

Widersprüchliche Daten

Trotz der erleichterten Verfügbarkeit indischen Dieselkraftstoffs auf dem ukrainischen Markt erwarten Händler, dass die Nachfrage nach diesem zurückhaltend bleibt. Einige Unternehmen, darunter große ukrainische Tankstellennetzwerke, wollen nicht mit indischem oder anderem Kraftstoff arbeiten, der zuvor sanktioniert war. Ein Betreiber des Oil Terminal in Constanța merkte an, dass Anfang August, als die Versorgungslage schwieriger war, einzelne Kunden bereit waren, sogar indischen Kraftstoff zu kaufen. Doch nach der Ankunft von Sendungen aus Saudi-Arabien, Oman, Griechenland und Israel in Constanța begann die Nachfrage nach der indischen Ressource zu sinken.

Globaler Kontext

Auf die Situation wirkt sich auch das russische Verbot für die Ausfuhr von Dieselkraftstoff aus Häfen aus, das seit dem 8. Juli in Kraft ist. Daher könnten zusätzliche Herkunftskontrollen für einzelne Sendungen ihren praktischen Sinn verlieren. Zuvor hatte Großbritannien die Einfuhr von Diesel- und Flugkraftstoff erlaubt, der im Ausland aus russischem Öl hergestellt wurde. Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund eines Preisanstiegs bei Kraftstoffen infolge der Schließung der Straße von Hormus.

Sollte man jetzt Kraftstoff vorratig halten?

Lesen Sie auch: Sollte man jetzt Kraftstoff vorratig halten? Warum die Preise an den Tankstellen stagnieren und wovor Autofahrer im Herbst Angst haben sollten. Änderungen im Abwicklungsverfahren können die Lieferung von Kraftstoff aus Häfen und Terminals in der Türkei und Saudi-Arabien erleichtern. Insbesondere gelangten in der ersten Augusthälfte 22.000 Tonnen indischen Dieselkraftstoffs auf den ukrainischen Markt. Das ist doppelt so viel wie in den ersten sieben Monaten des Jahres.