In der Ukraine haben sich die Regeln für Unternehmen, die Schutz vor der Mobilisierung anstreben, erheblich geändert. Das Ministerium für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft hat die Verordnung Nr. 6954 erlassen, die die Hürden für den Erhalt des Status eines kritisch wichtigen Unternehmens faktisch erhöht. Das Recht auf Befreiung von Mitarbeitern steht nun nur noch jenen Firmen offen, die strengeren finanziellen und produktionstechnischen Kennzahlen entsprechen.

Landwirtschaftlicher Sektor: Die Einstiegshürde hat sich verdoppelt

Eine der deutlichsten Änderungen betrifft die Verschärfung der Anforderungen für landwirtschaftliche Betriebe. Während es früher ausreichte, über 500 Hektar Land und ein Jahreseinkommen von 20 Millionen Hrywnja zu verfügen, um als kritisch wichtiges Unternehmen zu gelten, wurden diese Kennzahlen nun verdoppelt. Die Mindestfläche für bewirtschaftete Flächen beträgt nun 1000 Hektar, und die finanzielle Schwelle liegt bei 40 Millionen Hrywnja.

Gleichzeitig wurden einige alte Kriterien abgeschafft. Die Zahlung von Einkommensteuer in Höhe von mindestens 324.000 Hrywnja pro Quartal ist kein ausreichender Grund mehr, um den Status zu erhalten. Auch der Besitz von 90 % des Kapitals eines anderen kritisch wichtigen Unternehmens reicht nicht mehr aus, um eine Befreiung zu beantragen. Stattdessen wurde eine neue zwingende Anforderung eingeführt: die Vorlage einer Kopie der Steuerberechnung mit Bestätigung durch die zuständige Aufsichtsbehörde.

Forstwirtschaft und neue finanzielle Filter

Auch die Forstwirtschaft wurde von erheblichen Änderungen betroffen. Die Fläche für die dauerhafte Nutzung von Land durch Forstbetriebe wurde von 500 auf 2500 Hektar erhöht. Gleichzeitig wurde das alternative Kriterium für die Anzahl der versicherten Arbeitnehmer von 15 auf 10 Personen gesenkt. Allerdings muss diesem Kriterium nun zwingend eine finanzielle Anforderung hinzugefügt werden: Das Jahreseinkommen muss mindestens 10 Millionen Hrywnja betragen. Bisher gab es für den Forstsektor keine solche Bedingung.

Aus der Liste der einschlägigen Tätigkeitscodes (KVED) wurden in diesem Bereich Jagd, Ingenieurwesen, Geologie und bestimmte Arten von Bildungsdienstleistungen gestrichen. Das bedeutet, dass Unternehmen, die in diesen Bereichen tätig sind, nicht mehr automatisch den Status eines kritisch wichtigen Unternehmens im Rahmen des Forstsektors beanspruchen können.

Neue Regeln für regionale Unternehmen und Hersteller

Erstmals wurden verbindliche Kriterien für Unternehmen eingeführt, die in drei oder mehr Regionen tätig sind. Um den Status zu erhalten, müssen diese Unternehmen nun über einen Stamm von mindestens 10 Mitarbeitern verfügen und Steuern sowie den einheitlichen Sozialbeitrag (mit Ausnahme der Zollgebühren) in Höhe von mindestens 24.000 Hrywnja pro Region für die letzten drei Monate entrichtet haben.

Besonderes Augenmerk wurde auf Hersteller von Maschinen und Ausrüstungen ukrainischer Produktion gelegt. Solche Unternehmen können den Status eines kritisch wichtigen Unternehmens erhalten, wenn ihre Produkte in die Liste des Wirtschaftsministeriums aufgenommen wurden und teilweise aus dem Haushalt finanziert werden.

Was unverändert blieb

Trotz einer Reihe von Neuerungen blieben einige Kriterien unverändert. Unternehmen, die den zuvor festgelegten Standards in anderen Branchen entsprechen, gelten weiterhin als kritisch wichtig. Zu beachten ist auch, dass Banken früher die Möglichkeit hatten, Mitarbeiter über eine Schlupflücke zu befreien, die einige Finanzinstitute nutzten, um den Status eines kritisch wichtigen Unternehmens zu erlangen.

Die neuen Befreiungsregeln sind Anfang dieses Jahres in Kraft getreten, und die Unternehmen haben bereits die aktualisierte Verfahrensweise zur Bestätigung des Status kritisch wichtiger Betriebe erhalten. Angesichts der neuen Anforderungen können nun nur noch jene Unternehmen auf den Schutz ihrer Mitarbeiter vor der Mobilisierung hoffen, die tatsächlich einen bedeutenden Beitrag zur Wirtschaft leisten.