Die Ukraine ändert ihre Strategie in der Kriegsführung grundlegend. Die Behörden des Landes haben offiziell erklärt, dass sie keine Genehmigungen von Drittstaaten mehr einholen werden, um Langstreckenanschläge auf legitime militärische Ziele auf dem Territorium der Russischen Föderation durchzuführen. Diese Entscheidung zielt darauf ab, die Möglichkeiten für asymmetrische Operationen unter Verwendung eigener Waffen zu erweitern.
Position des Außenministeriums: Recht auf Selbstverteidigung
Das entsprechende Statement wurde vom ukrainischen Außenminister Andrei Sybiga abgegeben. Er betonte, dass Kiew seine Handlungen aus Sicht des Völkerrechts als vollständig legitim betrachtet. Nach Ansicht des Diplomaten ist das Recht auf Selbstverteidigung durch Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen garantiert, und genau auf dieser Grundlage wird die Ukraine Entscheidungen über Angriffe tief in russisches Territorium treffen.
Dadurch übernimmt Kiew die volle Verantwortung für die Zielauswahl und die Taktik und schließt die Notwendigkeit einer Abstimmung mit Partnern des westlichen Blocks aus.
Präzedenzfall: Angriff auf Omsk
Die neue Rhetorik wird durch Fakten der letzten Monate untermauert. Ein leuchtendes Beispiel für die Wirksamkeit dieser Strategie war das Ereignis am 6. Juli, als ukrainische Drohnen das Omsker Ölraffineriewerk trafen. Dieses Unternehmen ist das größte in Russland und liegt jenseits des Urals.
Um den Angriff durchzuführen, mussten die Drohnen eine Distanz von mehr als 3000 Kilometern überwinden. Dieser Vorfall war der tiefste Angriff auf das Territorium der RF seit Beginn der Invasion im großen Stil und bewies die Fähigkeit Kiews, strategisch wichtige Objekte im Hinterland des Gegners zu treffen.
Reaktion internationaler Partner
Die Änderung der Taktik der Ukraine findet Verständnis in den höchsten Regierungsstellen der Partnerländer. Der finnische Präsident Alexander Stubb hatte zuvor angemerkt, dass die NATO-Partner die Gründe verstehen, aus denen Kiew Langstreckenanschläge durchführt. Nach seiner Einschätzung hat diese Kampagne bereits zu einer Veränderung des strategischen Denkens der USA in Bezug auf den Krieg geführt und die Position der ukrainischen Seite in diplomatischen Verhandlungen gestärkt.
Sogar Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass Langstreckenangriffe die Wahrnehmung des Konflikts in Washington beeinflusst haben. Insbesondere stellte er fest, dass der US-Präsident Donald Trump den Verlauf des Krieges und die Erfolge der ukrainischen Armee nach einer Reihe von Drohnenangriffen anders einschätzt.