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title: "Weltraum-Sackgasse: Warum die Ukraine die Chance auf den Mond und eigene Raketen verliert"
description: "Die Ukraine befindet sich in einer Weltraum-Sackgasse: ohne Staatsprogramm und Finanzierung. 🚀 Wir verlieren die Chance auf den Mond und eigene Raketen und verlassen uns auf veraltete Technologien. Expertenanalyse der Situation. 🌑🇺🇦"
date: 2026-05-29T05:04:00.000Z
lang: de
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publisher: "XAB.info"
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# Weltraum-Sackgasse: Warum die Ukraine die Chance auf den Mond und eigene Raketen verliert

![Ukrainischer Satellit auf der Erdumlaufbahn, der das Weltraumprogramm symbolisiert](https://xab.info/media/2026/05/29/ukraina-kosmos-nasa-artemis-kb-yuzhnoe/ukrainskiy-sputnik-na-orbite-zemli.webp)

Seit mehr als sieben Jahren existiert die Ukraine im kosmischen Vakuum: ohne genehmigtes Staatsprogramm, ohne Strategie und ohne echte Perspektiven. Das Ergebnis dieses systematischen Untätigkeits ist vorhersehbar – ein kritischer Braindrain, das Vergessen einzigartiger Technologien und der faktische Zusammenbruch einer Branche, die einst der Stolz des Landes war.

Heute versuchen wir zu verstehen, ob die ukrainische Raumfahrt eine Chance auf Wiederbelebung hat und ob wir jemals wieder eigene Trägerraketen entwickeln können. Dafür haben wir die Situation mit einem Experten analysiert – dem ehemaligen Direktor des Instituts für Weltraumforschung der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine, Oleg Fedorov.

### Europäischer Vektor: Eintrittskarte in den Club

Die Ukraine macht zögerliche, aber wichtige Schritte hin zu einer vollen Mitgliedschaft in der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Nach zwei Jahren schwieriger Verhandlungen bereitet sich das Institut für Weltraumforschung darauf vor, den ersten Vertrag zu unterzeichnen, der sich auf die Integration von Satellitendaten in die nationale Statistik konzentriert.

Dieses Projekt, das auf anderthalb Jahre ausgelegt ist, ist lebenswichtig für das Umweltmonitoring, die Dokumentation von Zerstörungen und die Bewertung von Schäden durch Kampfhandlungen. Europäische Spezialisten haben bereits 7 ukrainische Projekte ausgewählt, an denen mehrere Institute der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine teilnehmen werden.

Man sollte sich jedoch nicht täuschen lassen: Dieser Vertrag ist im klassischen Sinne kein kommerzieller Vertrag. Die Ukraine wird keinen Gewinn erzielen. Tatsächlich hat die ukrainische Regierung Gelder an die ESA überwiesen, und dieses Geld fließt nun in Form von Stipendien an inländische wissenschaftliche Organisationen zurück. Dies ist der Preis für die Eintrittskarte in die europäische Weltraumgemeinschaft, die Zugang zu echten Technologien bietet.

### Amerikanische Sackgasse: Der Mond bleibt ein Traum

Die Situation im amerikanischen Vektor ist deutlich komplizierter. Ein formelles Abkommen mit der NASA gibt es für unseren Staat noch nicht, und gemeinsame Programme sowie Finanzierungen wurden eingestellt, obwohl sie noch vor zwei Jahrzehnten, nach dem Flug von Leonid Kadenjuk, bestanden.

Kürzlich hat die NASA der Ukraine einen Brief mit der Einladung geschickt, sich dem Mondprogramm Artemis anzuschließen. Die Teilnahme unseres Staates an der Erschließung des Mondes ist jedoch derzeit rein deklarativ. Die Hauptbedingung des Programms besteht darin, dass jeder Teilnehmer einen einzigartigen technologischen Bauteil auf eigene Kosten entwickelt.

Da es im Verteidigungshaushalt der Ukraine keine Finanzierung dafür gibt, bleibt die tatsächliche Integration des Konstruktionsbüros „Südliches“ oder anderer Unternehmen in dieses Projekt sehr fraglich.

### Technologischer Sonnenuntergang: von „Sitsch“ bis „Südliches“

Laut Oleg Fedorov war das Projekt „Sitsch-2-30“, das im Januar 2022 zum Jubiläum der Unabhängigkeit gestartet wurde, eine übereilte politische Entscheidung. Sie wurde unter schwierigen Bedingungen getroffen und führte nicht zum erwarteten wissenschaftlichen oder praktischen Ergebnis.

Es wird keine Rückkehr zu den „Sitsch“-Satelliten geben, da diese gesamte Linie eine tiefgreifende Modernisierung des sowjetischen Erbes von Geräten vom Typ „Okean-O“ war. Da die Ukraine in den letzten zehn Jahren keine neuen Innovationen in diesem Bereich finanziert oder entwickelt hat, sind diese Technologien mindestens ein Jahrzehnt veraltet.

Der umfassende russische Überfall hat auch das vielversprechendste und faktisch fertige rein ukrainische wissenschaftliche Projekt „Ionosat-Micro“ endgültig zerstört. Dieses Gerät sollte die Parameter der Ionosphäre analysieren, um Anzeichen katastrophaler Phänomene zu erkennen. Seine Zeit ist einfach vergangen, und nun müssen die Wissenschaftler völlig andere Systeme von Grund auf neu entwickeln.

### Der verlorene Riese

Früher war unser Land tatsächlich eines der mächtigen Weltzentren der militärischen Raketenindustrie. Die Spezialisten des Konstruktionsbüros „Südliches“ in Dnipro entwickelten damals die interkontinentalen ballistischen Raketen „Satan“, die bis 2014 selbst in Russland gewartet wurden, und die Trägerrakete „Zenit“ nannte Elon Musk eine absolut geniale Entwicklung. Doch diese gesamte Linie ist das Erbe der sowjetischen Ingenieurschule.

Die Entwicklung einer eigenen zivilen Trägerrakete von Grund auf erfordert enorme finanzielle Investitionen und viel Zeit. Seit vielen Jahren hat der Staat nicht einmal das militärische Raketenprogramm angemessen unterstützt. Der ukrainische Triebwerk auf der europäischen leichten Rakete Vega oder die Teilnahme am Projekt Antares – das sind Überreste des früheren Potenzials. Da der ukrainische Anteil in internationalen Projekten jährlich abnimmt, verschwindet unsere Präsenz auf dem Markt der Weltraumstarts rapide.