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title: "«Bereit zu ertragen»: Ukrainer sind auf einen Krieg bis 2027 eingestellt, trotz wachsender Kriegsmüdigkeit"
description: "🇺🇦 KIIS-Umfrage: 45 % der Ukrainer erwarten das Kriegsende nicht vor der 2. Hälfte 2027. Die Bereitschaft zu ertragen stieg auf 61 %, in Kyjiw auf 69 %. 60 % der Befragten lehnen die Abtretung des Donbass ab. #Ukraine #Krieg #KIIS"
date: 2026-08-07T08:58:01.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/ukrainer-bereit-zu-ertragen-krieg-bis-2027-kiis-umfrage
tags: [ukraine-war, kmis-poll, ukraine-society, donbas, military-conflict]
publisher: "XAB.info"
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# «Bereit zu ertragen»: Ukrainer sind auf einen Krieg bis 2027 eingestellt, trotz wachsender Kriegsmüdigkeit

![Ukrainische Frauen mit Flaggen auf den Wangen, bereit bis 2027 durchzuhalten](https://xab.info/media/2026/08/07/ukrainians-ready-to-endure-war-until-2027-kmis-poll/ukrainians-ready-to-endure-war-until-2027-kmis-poll-1.webp)

Unter den Bedingungen eines andauernden militärischen Konflikts zeigt die ukrainische Gesellschaft ein hohes Maß an Mobilisierung, doch die Erwartungen hinsichtlich der Dauer des Krieges bleiben pessimistisch. Laut jüngsten Daten des Kyjiwer Internationalen Instituts für Soziologie (KIIS), veröffentlicht von RBC-Ukraine, rechnet die überwältigende Mehrheit der Bürger des Landes nicht mit einem baldigen Ende der Kampfhandlungen. Eine im August 2026 durchgeführte Umfrage ergab, dass 45 % der Befragten erwarten, dass der Krieg mindestens bis zur zweiten Hälfte des Jahres 2027 oder sogar länger andauern wird.

### Pessimismus in den Prognosen: Krieg bis 2027

Die Statistik zeigt, dass optimistische Szenarien, die ein Ende des Konflikts im Jahr 2026 voraussetzen, nur von 21 % der Befragten unterstützt werden. Ein noch geringerer Prozentsatz – 15 % – hofft auf Frieden in der ersten Hälfte des nächsten Jahres. Somit sehen mehr als die Hälfte der Ukrainer (insgesamt 60 %) keine Aussichten auf ein Kriegsende in den nächsten zwei Jahren. 19 % der Bürger konnten keine Prognose abgeben, was auf eine anhaltende Unsicherheit bei der Einschätzung der Situation an der Front und in der diplomatischen Sphäre hinweist.

### Die Dynamik der Geduld: vom Rückgang zum Anstieg

Trotz der langwierigen Natur des Konflikts bleibt die Bereitschaft der Ukrainer, Entbehrungen zu ertragen, hoch. Während dieser Indikator im Januar 2026 noch bei 65 % lag, fiel er im Frühling auf 48 %, was Besorgnis über eine zunehmende „Kriegsmüdigkeit' auslöste. Im Zeitraum von April bis August des laufenden Jahres änderte sich die Situation jedoch: Der Anteil derjenigen, die bereit sind, „so lange zu ertragen, wie es notwendig ist', stieg auf 61 %. Dies deutet darauf hin, dass die Gesellschaft es geschafft hat, ihre inneren Ressourcen zu mobilisieren und sich an die Bedingungen eines langfristigen Widerstands anzupassen.

### Kyjiw als Beispiel für Widerstandskraft

Besondere Beachtung verdient die Situation in der Hauptstadt. Vor dem Hintergrund einer intensiven Kampagne von Angriffen auf Kyjiw stieg der Anteil der Einwohner, die bereit sind, einen langwierigen Krieg zu ertragen, von 61 % im April auf 69 % im August. Dies ist ein paradoxes, aber bezeichnendes Phänomen: Die Verschärfung des Drucks führte nicht zu einem Sinken des Geistes, sondern konsolidierte die Bevölkerung vielmehr. Gleichzeitig verringerte sich der Anteil derjenigen, die bereit sind, nur einige Monate oder ein halbes Jahr zu ertragen, von 29 % auf 20 %, was auf einen Übergang von einer taktischen Erwartungshaltung zu einer strategischen Widerstandskraft hindeutet.

### Grenzen und territoriale Integrität

Die Fragen der territorialen Integrität bleiben für die Mehrheit der Ukrainer schmerzhaft, aber klar. Laut Daten aus Juli halten sechs von zehn Bürgern die Übergabe des gesamten Donbass unter die Kontrolle Russlands im Austausch gegen Sicherheitsgarantien für absolut inakzeptabel. Dies zeigt, dass die ukrainische Gesellschaft trotz der Bereitschaft zu einem langen Krieg nicht zu Kompromissen bereit ist, die als Kapitulation oder Zugeständnis an den Aggressor wahrgenommen werden könnten. Die Meinungen über die zukünftigen Grenzen des Landes sind gespalten, doch das Prinzip der Unverletzlichkeit des Territoriums bleibt dominant.