---
title: "Sicherheit versus Zensur: Ukrainer fordern transparente Regeln zur Bekämpfung gefährlicher Inhalte im Internet"
description: "Ukrainer sehen sich im Netz zunehmend mit Desinformation konfrontiert, fürchten aber, dass der Kampf dagegen zur Zensur wird. Eine Umfrage von Active Group zeigt: Bürger sind zu harten Maßnahmen bereit, fordern aber Transparenz und unabhängige Kontrolle. Das Vertrauen in Geheimdienste sinkt, während die Angst vor Druck auf die Opposition wächst. 🇺🇦📱⚖️"
date: 2026-07-14T12:50:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/ukrainer-fordern-transparente-regeln-zur-bekaempfung-gefaehrlicher-inhalte-im-internet
tags: [ukraine, active-group, online-content, censorship, sbu]
publisher: "XAB.info"
---

# Sicherheit versus Zensur: Ukrainer fordern transparente Regeln zur Bekämpfung gefährlicher Inhalte im Internet

![Ein Mann und eine Frau schauen besorgt auf einen Laptop und diskutieren Fragen der Internetsicherheit und Zensur.](https://xab.info/media/2026/07/14/ukrainians-demand-transparent-rules-for-fighting-dangerous-online-content/ukrainians-demand-transparent-rules-for-fighting-dangerous-online-content-1.webp)

In Zeiten des digitalen Krieges sehen sich Ukrainer zunehmend mit Bedrohungen im Netz konfrontiert, lehnen es jedoch kategorisch ab, dass der Kampf dagegen zu einem Instrument der Zensur wird. Dies belegen die Ergebnisse einer umfassenden soziologischen Studie, die im Juli 2026 durchgeführt wurde.

Die Firma Active Group führte eine Umfrage mit dem Titel „Illegale Inhalte im Internet: Wahrnehmung von Bedrohungen und Unterstützung der Regulierung“ durch. Die Studie, die mit Hilfe der Online-Panel „SunFlower Sociology“ durchgeführt wurde, deckte eine besorgniserregende Tendenz auf: Die Mehrheit der Bürger fühlt sich nicht vor Desinformation und terroristischen Inhalten geschützt.

### Desinformation als größte Bedrohung

Die Statistik zeigt, dass sich im letzten Jahr 58 % der Ukrainer im Internet mit Desinformation konfrontiert sahen. Der Anteil derjenigen, die auf solche Inhalte nicht gestoßen sind, beträgt nur 23,4 % – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Werten vom Mai (14,9 %).

Auch das Sicherheitsgefühl im Netz bleibt niedrig. Nur 37,7 % der Befragten fühlen sich vor gefährlichen oder terroristischen Inhalten geschützt. Obwohl dieser Wert im Vergleich zum Mai gestiegen ist (34,5 %), fühlen sich mehr als die Hälfte der Befragten (56,6 %) weiterhin verwundbar.

### Wem vertraut man die Säuberung des Internets an?

Die Frage, wer illegale Inhalte bestimmen und entfernen soll, löst unter den Ukrainern ernsthafte Debatten aus. Die Geheimdienste bleiben die Favoriten des Vertrauens: 39,7 % der Befragten sind bereit, diese Befugnisse dem Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) zu übertragen, obwohl dieser Wert im Mai höher war – 44,3 %.

Andere Institutionen genießen deutlich weniger Vertrauen:

    - Nationale Kommission für die Regulierung der elektronischen Kommunikation – 14,8 %;

    - Zivilgesellschaftliche Organisationen – 14,2 %;

    - Online-Plattformen – 13,7 %;

    - Nationaler Rat für Fernsehen und Rundfunk – 11,8 %;

    - Gerichte – 8,4 %.

Auffällig ist, dass die Unsicherheit zunimmt: 20,9 % hatten Schwierigkeiten, eine Antwort zu geben, und 18,4 % vertrauen keiner der aufgeführten Strukturen.

### Angst vor Druck und Fehlern

Die Hauptsorge der Bürger betrifft die Risiken der Regulierung. 32,2 % der Befragten befürchten die fehlerhafte Entfernung legaler Inhalte, und 30,4 % fürchten, dass Kontrollmechanismen zur Unterdrückung der Opposition eingesetzt werden.

Bei der Wahl zwischen Freiheit und Sicherheit ist die Gesellschaft fast gleichmäßig gespalten. 48 % der Ukrainer neigen zur Priorisierung der Freiheit (20,6 % wählen maximale Freiheit, 27,4 % – mehr Freiheit), während 40,5 % die Sicherheit an erste Stelle setzen.

### Europäische Standards und öffentliche Kontrolle

Die Unterstützung für Regeln zur Entfernung von Inhalten, die europäischen Standards entsprechen, ist von 67,2 % im Mai auf 56,1 % im Juli gesunken. Der Anteil der Gegner ist in diesem Zeitraum von 16,6 % auf 27,2 % gestiegen.

Der Direktor von Active Group, Alexander Poznyj, betont: Ukrainer sind bereit, den Kampf gegen gefährliche Inhalte zu verschärfen, aber nicht auf Kosten ihrer eigenen Rechte und Freiheiten. Die Gesellschaft erwartet maximale Transparenz der Entscheidungen und eine unabhängige Kontrolle. Nur unter solchen Bedingungen können Mechanismen zur Bekämpfung illegaler Inhalte ein ausreichendes Maß an Vertrauen gewinnen.