In den Bedingungen des modernen Krieges, in dem Technologie alles entscheidet, setzt die Ukraine auf eigene Entwicklungen, die den Gegner in jedem technologischen Zyklus übertreffen können. Das Verteidigungsministerium des Landes stellte einen neuen Abfangdrohne LITAVR des Unternehmens F-Drones vor. Dies ist nicht nur ein Mittel zur Zerstörung, sondern ein komplexes System mit der Funktion der automatischen Zielverfolgung, das darauf abzielt, die Führung im „Innovationskrieg' zu bewahren.

Technologie der „letzten Meile': Wie LITAVR funktioniert

Hauptmerkmal des neuen UAV ist das System Last Mile (oder Pixel Lock). Es verändert das Angriffsszenario grundlegend: Die Drohne identifiziert das Ziel selbstständig und führt sich auf die finale Phase des Angriffs. Im Moment der unmittelbaren Annäherung an das Objekt muss der Pilot nur die Geschwindigkeit steuern, während der gesamte Prozess der Zielverfolgung und Kurskorrektur von der Automatisierung übernommen wird.

Die Entwicklung der Anti-Drohne begann im Herbst 2024. Bereits im Sommer 2025 durchlief das Gerät erfolgreiche Tests und wurde kodifiziert. Seit dem Herbst dieses Jahres wurde die Serienproduktion aufgenommen und die Ausrüstung an die Truppen geliefert.

Vollständige Unabhängigkeit: Vom Code bis zu den Motoren

Das Unternehmen F-Drones setzt eine Strategie der vollständigen technologischen Souveränität um. Die Entwickler erstellen eigenständig Software, Elektronik, Motoren, Regler und Flugsteuerungen. Dies ermöglicht es, die Abhängigkeit von ausländischen, insbesondere chinesischen, Komponenten schrittweise zu verringern, was unter Sanktionsbedingungen von kritischer Bedeutung ist.

Der Rumpf der Drohne wird durch das Spritzgießen von Kunststoff in Formen hergestellt. Diese Technologie gewährleistet eine hohe Festigkeit der Konstruktion und garantiert stabile Eigenschaften bei der Massenproduktion.

Merkmale und Möglichkeiten

LITAVR ist für die Zerstörung von Luftzielen und den Einsatz gegen Bodenziele konzipiert. Seine technischen Parameter ermöglichen die effektive Erfüllung von Aufgaben über erhebliche Distanzen:

  • Einsatzradius: Der Arbeitsradius beträgt 40 km, jedoch wurde eine maximale Flugdistanz von über 80 km registriert.
  • Zielverfolgung: Das Pixel-Lock-System gewährleistet das autonome Beenden des Angriffs.
  • Optik: An Bord sind Tages- und Wärmebildkameras mit der Möglichkeit zum Umschalten der Modi installiert.
  • Integration: Die Drohne ist über das eigene Softwarepaket LARAG mit verschiedenen Radarsystemen kompatibel.
  • Kampflast: Sie befindet sich im Bugbereich. Sie wird in zwei Varianten geliefert: entweder als leerer Behälter, der vor Ort von der Einheit mit Sprengstoff bestückt werden kann, oder als fertige Kampflast mit NATO-Code.
  • Fernsteuerung: Der Operator kann die Drohne aus Hunderten oder sogar Tausenden von Kilometern Entfernung vom Abfangpunkt steuern. Wenn das Ziel nicht entdeckt wird, schaltet der Pilot die Initialisierungsplatine in den sicheren Modus und kehrt mit dem Gerät zur Basis zurück.

Skalierung und Verfügbarkeit

Derzeit ist die Drohne im geschlossenen Katalog der Plattform Brave1 (BraveMarket) verfügbar, wo militärische Einheiten eine Lieferanfrage stellen können. Darüber hinaus hat der Hersteller ein kostenloses Update aller zuvor gelieferten Drohnen der ersten Generation angekündigt. Die Modernisierung umfasst sowohl hardware- als auch softwaretechnische Verbesserungen zur Einführung des Systems der automatischen Zielverfolgung.

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hatte zuvor von der Skalierung von Abfangdrohnen der neuen Generation gesprochen, die Drohnen des Typs „Schahed' autonom abschießen können. „Wir stärken den Schutz des Himmels weiterhin systematisch. Wir skalieren Lösungen, die ihre Wirksamkeit unter Kampfbedingungen bereits bewiesen haben', betonte der Minister.