Logistik auf modernen Schlachtfeldern ist eine Frage von Leben und Tod. Traditionelle Methoden der Versorgung werden aufgrund der allgegenwärtigen Nutzung von FPV-Drohnen und Minenfeldern durch den Gegner zunehmend gefährlicher. Als Reaktion auf diese Herausforderungen haben die ukrainischen Streitkräfte begonnen, schwere bodengestützte robotische Komplexe (NRK) namens „Protector“ aktiv in die Kampfreihen zu integrieren.

Laut RBC-Ukraine, mit Verweis auf die Gemeinschaft „Ukrainische Panzerfahrzeuge“, erfüllen diese Fahrzeuge bereits kritisch wichtige Aufgaben im Rahmen der 429. separaten Brigade für unbemannte Systeme „Achilles“. Ihre Hauptmission besteht darin, Fracht an die gefährlichsten und am schwersten zugänglichen Abschnitte der Front zu liefern, wo die Anwesenheit von Menschen mit inakzeptablen Risiken verbunden ist.

Kraft und Ausdauer: Die Spezifikationen des „Protector“

Der entscheidende Vorteil des neuen Komplexes ist seine Tragfähigkeit. „Protector“ kann pro Fahrt fast eine Tonne Fracht transportieren. Diese Menge umfasst Lebensmittel, Munition und andere für die Einheiten notwendige Ressourcen, die für eine Woche autonomen Betriebs ausreichen.

Zum Vergleich: Die meisten auf dem Markt verfügbaren leichten elektrischen Logistikroboter können nur etwa 300 kg Fracht über eine Distanz von bis zu 20 km transportieren. „Protector“ deckt hingegen, dank seiner Konstruktion und Leistung, den Bedarf an schwerer Logistik ab, der zuvor nur unter Lebensgefahr für Lkw-Fahrer gedeckt werden konnte.

Der Komplex verfügt über eine beeindruckende Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h, was eine operative Reaktion auf Anfragen der Vorhut ermöglicht. Darüber hinaus zeichnet sich die Plattform durch eine hohe Vielseitigkeit aus. Neben logistischen Funktionen kann sie mit verschiedenen Waffensystemen ausgerüstet werden:

  • Kampfmodul mit einem großkalibrigen Maschinengewehr Browning M2;
  • Panzerabwehrlenkraketensystemen;
  • In Zukunft – mit Laserwaffen und Flugabwehrdrohnen.

Kriegswirklichkeit: Überleben und Verluste

Die Effektivität des Roboters wurde unter realen Kampfbedingungen bewiesen. Bei einer Operation wurde „Protector“ von einer feindlichen FPV-Drohne angegriffen. Das Fahrzeug erlitt Splitterbeschädigungen, fuhr jedoch dank der Besatzungslosigkeit und des autonomen Steuerungssystems weiter und lieferte die Fracht erfolgreich an die Positionen der Soldaten ab.

Der Krieg verschont jedoch auch unbemannte Technik nicht. In einer Mitteilung der Brigade „Achilles“ wird ein tragischer Vorfall erwähnt: Nach der erfolgreichen Lieferung der Versorgung fiel der NRK auf dem Rückweg auf eine Mine. Die erlittenen Schäden waren kritisch, und das Fahrzeug konnte nicht zur Basis zurückgebracht werden. Dennoch wird der Verlust von Technik ohne menschliche Opfer im Kontext der Rettung von Soldatenleben als akzeptables Risiko betrachtet.

Die Zukunft des robotisierten Krieges

Die Einführung von „Protector“ ist Teil einer breiteren Strategie zur Robotisierung von Hinterland- und Logistikfunktionen. Dies ermöglicht es, das Personal von routinemäßigen und tödlich gefährlichen Aufgaben beim Nachschub zu befreien und die Bemühungen auf Kampfhandlungen zu konzentrieren.

Die Entwicklung der Robotik in der Ukraine verläuft parallel zur Modernisierung von Aufklärungs- und Bekämpfungsmitteln. Zuvor wurde über die Beschaffung schwedischer Giraffe-Radaranlagen zur Bekämpfung von Drohnen sowie über die Entwicklung der einzigartigen Rakete DART berichtet, die von stratosphärischen Ballons gestartet wird und gegen elektronische Kampfführung resistent ist. Roboter-Lkw werden zu einem weiteren wichtigen Element dieses mehrstufigen Systems des Überlebens und des Sieges.