Die Ukraine steht kurz vor der Entwicklung einer eigenen ballistischen Rakete, die in der Lage ist, Ziele auf russischem Territorium zu treffen. Dies erklärte der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow in einem Interview mit dem Fernsehsender TSN. Laut dem Leiter des Verteidigungsministeriums wird die Einführung einer inländischen „Ballistik“ einen Wendepunkt darstellen, der den Status der Ukraine in der Weltgemeinschaft grundlegend verändern wird.
Eine neue Liga im Krieg
Mychajlo Fedorow ging nicht auf technische Details der Entwicklung ein und merkte an, dass übermäßige Öffentlichkeit die Erwartungen der Gesellschaft überhöhen oder strategische Pläne dem Gegner preisgeben könnte. Die Kernaussage des Ministers ist jedoch eindeutig: Die ukrainische ballistische Rakete wird entwickelt und für Angriffe auf russische Ziele eingesetzt werden.
„Die ukrainische Ballistik wird alles in diesem Krieg verändern. Sie wird den Status der Ukraine in der Welt grundlegend ändern. Wir haben ihn bereits oft geändert, aber das ist eine völlig andere Liga“, betonte Fedorow und bestätigte damit die Worte des Staatspräsidenten über die Unvermeidlichkeit der Einführung dieser Waffe.
Technologischer Durchbruch und Kosteneinsparung
Die Aussage des Ministers erfolgte vor dem Hintergrund realer Erfolge der ukrainischen Rüstungsindustrie. Das Unternehmen Fire Point hat bereits die Arbeit an der antiballistischen Rakete FP-7.x abgeschlossen, die erfolgreich getestet wurde. Zuvor hatte der Gründer des Unternehmens, Schtillerman, erklärt, dass die ukrainischen Entwicklungen FP-7 und FP-9 direkte Äquivalente zu den amerikanischen ATACMS-Raketen sein werden, aber für den Auftraggeber doppelt so günstig sein dürften.
Kritischer Mangel an Munition
Die Entwicklung der eigenen Raketenproduktion wird angesichts des akuten Mangels an ausländischen Lieferungen zu einer Frage des Überlebens für die Streitkräfte der Ukraine. Die Luftwaffe der Ukraine meldet einen kritischen Mangel an Munition für die Luftabwehrsysteme Patriot, NASAMS und IRIS-T. In einigen Einheiten ist der Munitionsvorrat praktisch erschöpft, und Vertreter der Luftwaffe müssen buchstäblich um 5–10 Rakeln für die Sicherung der Verteidigung bitten.