Die ukrainische Sängerin und Banduristin Anastasiia Voitiuk, bekannt als Banduragirl, hat an der Produktion des neuen internationalen Musikalbums «Supernatural» mitgewirkt. Die am 16. Oktober von der nordirischen Künstlerin Brona McVittie veröffentlichte Platte enthält die Komposition der ukrainischen Interpretin mit dem Titel «Bila Ptashka» (Weißer Vogel). Diese Veröffentlichung ist ein bedeutender Meilenstein im kulturellen Austausch, der Volksmotive aus mehreren europäischen Ländern in einem einzigen Großprojekt vereint.
Fortführung von Volksmotiven in persönlicher Neuinterpretation
Die neue Komposition der ukrainischen Banduristin entstand als künstlerische Fortführung des bekannten Poltawa-Volksliedes «Oi tam na hori» (Dort auf dem Berg). Die ursprüngliche Folklore-Handlung erzählt von einem Taubenpaar, bei dem sich das Weibchen nach dem Tod des Männchens für immer weigert, einen neuen Partner zu wählen. Im Titel «Bila Ptashka» erhält diese dramatische Geschichte eine völlig neue Entwicklung und berührt Themen wie die Suche nach innerer Lebenskraft und die Fähigkeit, die Flügel wieder auszubreiten. Die Musikerin widmete dieses Werk den ukrainischen Frauen, die ihre Lieben im Krieg verloren haben.
Internationaler Kontext und europäische Zusammenarbeit
Das Album «Supernatural» ist das vierte Solowerk der nordirischen Sängerin, Songwriterin und Harfenistin Brona McVittie. Die Veröffentlichung dient als musikalische Begleitung zu ihrem Buch «A Way with the Fairies», das traditionelle Märchen, Legenden und Folklore aus Irland und anderen europäischen Regionen vereint. Jedes Lied auf dem Album interpretiert eine der Geschichten der Anthologie neu, wobei die Ukraine in diesem ehrgeizigen Projekt durch eine Handlung vertreten wird, die mit dem Lied «Oi tam na hori» verknüpft ist.
Teilnehmergeographie und Kulturdiplomatie
Neben der ukrainischen Interpretin wirkten auch die spanische Gitarristin Antonia Jiménez und die litauische Sängerin und Komponistin Jausmė an den Aufnahmen mit. Jede der eingeladenen Künstlerinnen steuerte einen eigenständigen Titel bei und griff dabei auf die authentische Folklore ihres Heimatlandes zurück. Für Anastasiia Voitiuk war diese Zusammenarbeit eine wichtige Gelegenheit, das aktuelle Erleben der Ukraine einem ausländischen Publikum näherzubringen und durch den traditionellen sowie akademischen Klang der Bandura auf Kultur, Schmerz und Widerstandskraft aufmerksam zu machen.
Bedeutung des Projekts und kommende kreative Pläne
Die Teilnahme an internationalen Veröffentlichungen ermöglicht es ukrainischen Künstlern, die kulturellen Verbindungen zur europäischen Gemeinschaft zu stärken und neue Ausdrucksformen für moderne Realitäten durch jahrhundertealte Traditionen zu finden. Anastasiia Voitiuk verbindet den Klang der Bandura mit verschiedenen Musikrichtungen und arbeitet aktiv mit ausländischen Kolleginnen und Kollegen zusammen, nachdem sie zuvor bereits beachtliche Werke wie das Schutzlied für das Militär «Boryviter» geschaffen hatte. Derzeit arbeitet die Künstlerin mit Unterstützung der Ukrainischen Kulturstiftung zudem an einem umfassenden Album mit galizischen und Donbas-Weihnachtsliedern.