Die ukrainische Firma Contra Drone veranstaltete ein geschlossenes Feldereignis, den Demo Day, bei dem sie ein umfassendes System zur Bekämpfung von Drohnen präsentierte. Im Rahmen der Präsentation wurden mehr als 20 Verteidigungslösungen vorgestellt, die in einer einzigen Schutzarchitektur zusammengefasst sind. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Bezugnahme auf Materialien des Unternehmens.
Automatisiertes Mini-Luftabwehrsystem MADS
Das zentrale Element des neuen Systems ist das automatisierte Mini-Luftabwehrsystem MADS (Mini Air Defense System). Die Entwicklung dient der Erkennung, Verfolgung und Abfangung kleiner Luftziele, einschließlich FPV-Drohnen, Quadrokoptern und fliegenden Flügeln, die sich mit Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h bewegen.
Ein Schlüsselmerkmal des Systems ist die Möglichkeit, vollständig im automatischen Modus zu arbeiten. Das System kann Ziele in einer Entfernung und Höhe von bis zu 1000 Metern unter allen Wetterbedingungen ohne Beteiligung eines Bedieners zerstören. Die Abfangraketen können mit verschiedenen Arten von Kampfköpfen ausgestattet sein: Splitter-, Thermobarischen- oder Netz-Kampfköpfen.
Individueller Schutz und mobile Lösungen
Der zweite Teil der Demonstration widmete sich dem Schutz von Soldaten direkt an der Frontlinie. Die Spezialisten testeten das Gerät D-JACK, das automatisch Fernbedienungen mit dem ELRS-Protokoll erkennt und gezielte elektronische Gegenmaßnahmen gegen sie ergreift.
Auch wurden folgende Lösungen für den mobilen Schutz gezeigt:
- Das System Contra-drone Anti-fpv BackPack 3 in Rucksackform, das beim Bewegen einen persönlichen Sicherheitskuppelbereich schafft.
- Der Mastkomplex „Anti-Mavic“.
- Spezielle Schutzkleidung aus Rip-Stop-Stoff, die die Bediener der elektronischen Kampfführung vor elektromagnetischer Strahlung schützt.
Schutz von Infrastruktur und Logistik
Um die Sicherheit von Infrastruktur und logistischen Ketten zu gewährleisten, hat das Unternehmen Fahrzeug- und stationäre Systeme entwickelt. Dazu gehören der gerichtete Komplex „Phantom', der universelle „Boombox' und das System für versteckte Montage „NATSPOL', das für die Integration in zivile Fahrzeuge bestimmt ist.
Während eines Tests in Bewegung wurde auf der Basis eines Fahrzeugs das Flaggschiff-System Contra-drone 8 Ultra eingesetzt. Es demonstrierte die Fähigkeit, das gesamte Spektrum digitaler und analoger Kommunikationskanäle feindlicher Drohnen zu stören.
Robotische Plattformen und künstliche Intelligenz
Im letzten Teil der Veranstaltung lag der Fokus auf robotischen Plattformen und Drohnen mit integrierter künstlicher Intelligenz. Die Hauptneuheit war der schnelle autonome Drohnen-Abfangjäger Peace Duck. Er kann russische Aufklärungsdrohnen vom Typ „Orlan' oder Zala selbstständig, ohne Beteiligung eines Bedieners in der Endphase, zerstören.
Neben dem Abfangjäger wurde eine Reihe von schlagenden FPV-Drohnen Yell Duck, unbemannte Flügel Blackwing und Black Goose für den Einsatz unter GPS-Ausfallbedingungen sowie die bodengebundene logistische EW-Plattform Nyvexa vorgestellt. Der Höhepunkt der Präsentation war die praktische Abfangung eines Luftziels in Echtzeit.
Integration von Technologien als Schlüssel zum Sieg
Der Geschäftsführer von Fly Group Ukraine, Maksym Matskulyak, betonte, dass der Vorteil auf dem Schlachtfeld durch die Fähigkeit gegeben ist, verschiedene Technologien in ein einziges System zu integrieren. Dieser Ansatz ermöglicht es, Bedrohungen schnell zu identifizieren, zu analysieren und eine wirksame Gegenmaßnahme zu gewährleisten.
Erinnern wir uns daran, dass der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow zuvor einen Förderwettbewerb für die Entwicklung von humanoiden Robotern für die Streitkräfte angekündigt hatte. Nach Ansicht des Ministers sollte die Einführung der Robotik die Risiken für ukrainische Soldaten bei der Erfüllung von Kampfaufgaben und der Rotation an der Frontlinie minimieren. Darüber, wie ukrainische Rüstungskonzerne bodengebundene autonome Systeme warten werden, um den Einsatz von Menschen zu minimieren, berichtete zuvor der Direktor von UGV Robotics, Petr Leontjew, in einem Interview mit RBC-Ukraine.