In der Nacht zum 31. Juli wurde die russische Tiefeninfrastruktur im Hinterland einem massiven Angriff ukrainischer Drohnen ausgesetzt. Die Schläge trafen wichtige Objekte in der Region Wolgograd und der Republik Tatarstan, darunter Erdölraffinerien und Logistikzentren des größten Marktplatzes des Landes.
Schlag gegen Energie und Logistik in Wolgograd
Laut dem Zentrum für strategische Kommunikation (SPRAVDI) und der Pressestelle von Fire Point trafen FP-1-Drohnen zwei strategisch wichtige Objekte in Wolgograd. Der erste Treffer galt dem Logistikzentrum von Wildberries, der zweite der Erdölraffinerie „Lukoil-Wolgogradneftepererabotka“.
Als Folge der Angriffe brachen an beiden Orten Großbrände aus. Die Raffinerie Wolgograd ist eine der größten Russlands mit einer Jahreskapazität von rund 15 Millionen Tonnen Rohöl. Das Unternehmen ist von kritischer Bedeutung für die Kraftstoffversorgung der südlichen Regionen des Landes und produziert Benzin, Diesel- und Flugzeugtreibstoff.
Das beschädigte Logistikzentrum von Wildberries erstreckt sich über eine Fläche von 44.000 Quadratmetern. Es ist eines der wichtigsten Zentren für die Sortierung und Verteilung von Waren und sichert den Betrieb des Marktplatzes, über den Quellen zufolge zuvor Lieferungen von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck abgewickelt wurden.
Explosionen in Tatarstan und Bedrohung für „TAIF-NK“
Die Angriffe beschränkten sich nicht auf eine Region. Explosionen waren in Kasan und Selenodolsk zu hören. Vorläufigen Berichten zufolge könnten Infrastruktureinrichtungen von Wildberries in Tatarstan getroffen worden sein. Zudem deuten Informationen auf einen Angriff auf die Erdölraffinerie „TAIF-NK“ hin. Im Werk wurden Maßnahmen zur Druckminderung im System ergriffen, was auf die Schwere des Vorfalls hindeutet.
Lokale Bewohner in Wolgograd berichteten von Explosionen im Bereich des Seehafens, was das Ausmaß der Nachtoperation bestätigt.
Wirtschaftliche Folgen und Treibstoffkrise
Diese Angriffe sind Teil einer systematischen Kampagne. In den letzten zwei Monaten haben ukrainische Drohnen etwa 40 % der Kapazitäten russischer Erdölraffinerien lahmgelegt. Dies hat zu einem akuten Treibstoffmangel geführt, von dem bereits rund 50 Millionen Russen betroffen sind.
Die Folgen des Angriffs auf die Energiewirtschaft gehen über den Mangel an Kraftstoff an den Tankstellen hinaus. Die Präsidentin der Zentralbank Russlands, Elwira Nabiullina, gab zu, dass die Treibstoffkrise bereits direkte Auswirkungen auf die Preissteigerung von Waren und Dienstleistungen im Land hat und inflationären Druck erzeugt.
Reaktion der Wirtschaft: Flucht aus Russland
Angesichts der wachsenden Bedrohung durch ukrainische Drohnen überdenken russische Unternehmen ihre Logistikstrategien. Wildberries erwägt den Verlagerung eines Teils seiner Lagerkapazitäten nach Kasachstan. Vor dem Hintergrund ständiger Angriffe sucht das Unternehmen dringend neue Räumlichkeiten außerhalb der Russischen Föderation, um das Risiko des Verlusts von Infrastruktur zu minimieren.