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title: "Ukrainische Drohnenexperten kommen nach Lettland: Wie Riga plant, den Himmel vor russischen UAVs zu schützen"
description: "Ukrainische Drohnenexperten werden nach Lettland kommen, um beim Schutz des Himmels vor russischen UAVs zu helfen. Premier Andris Kulbergs räumte die Ineffektivität der aktuellen NATO-Methoden ein und beabsichtigt, die ukrainische Erfahrung zu übernehmen. 🇺🇦🇱🇻🚁"
date: 2026-06-10T12:38:00.000Z
lang: de
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# Ukrainische Drohnenexperten kommen nach Lettland: Wie Riga plant, den Himmel vor russischen UAVs zu schützen

![Ukrainische Soldaten bewegen einen Drohne auf einem Feld: Vorbereitung für Lettlands Verteidigung gegen russische Drohnen](https://xab.info/media/2026/06/11/ukrainskie-eksperty-po-borbe-s-dronami-pribudut-v-latviju/ukrainskie-eksperty-po-borbe-s-dronami-pribudut-v-latviju-1.webp)

In der nächsten Woche werden ukrainische Experten für unbemannte Fluggeräte nach Lettland anreisen. Ihre Aufgabe besteht darin, den baltischen Staaten bei der Bekämpfung russischer Drohnen zu helfen, die regelmäßig den Luftraum der Region verletzen. Dies erklärte der lettische Premierminister Andris Kulbergs, wie RBC-Ukraine unter Berufung auf ERR berichtet.

Laut dem Regierungschef werden Militärspezialisten aus der Ukraine, die über reale Kampferfahrung an der Front verfügen, die aktuelle Situation in Lettland bewerten. Dies wird es ermöglichen, festzustellen, welche technische Ausrüstung genau für einen effektiven Schutz des Himmels erforderlich ist.

### Paradigmenwechsel: Von NATO zum ukrainischen Erfahrungswissen

Andris Kulbergs betonte, dass Systeme zur Bekämpfung von Drohnen, die in der Ukraine entwickelt oder eingesetzt werden, noch vor Ende dieses Jahres in Lettland verfügbar sein könnten. Der Premier wies darauf hin, dass die traditionellen Abwehrmethoden, die die NATO anwendet, gegen moderne Bedrohungen derzeit nicht effektiv sind.

„Wir werden wissen, welche technische Ausrüstung für den bestmöglichen Schutz unseres Himmels notwendig ist. Wir müssen zu jemandem übergehen, der besser als jeder andere auf der Welt weiß, wie man das macht', erklärte Kulbergs und hob dabei die Einzigartigkeit der ukrainischen Erfahrung hervor.

Am Dienstag, im Rahmen des Gipfels der Staaten Nordeuropas und des Baltikums (NB8) in Tallinn, unterzeichneten Lettland und die Ukraine ein Abkommen über die Nutzung von Drohnen. Anlass zur Sorge in Riga waren wiederholte Vorfälle, bei denen russische unbemannte Fluggeräte lettisches Territorium betraten.

### Wirtschaftlicher Kontext und Sicherheitsbedrohungen

Neben Verteidigungsfragen hat der neue lettische Premierminister die Wiederbelebung der Wirtschaft als Hauptpriorität definiert, die aufgrund der Nachbarschaft zu Russland und Belarus erheblich gelitten hat. Kulbergs betonte, dass eine schwache Wirtschaft automatisch eine schwache Verteidigungsfähigkeit bedeutet; daher plant Riga, zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen von Brüssel zu fordern.

Außerdem forderte der lettische Führer eine Verschärfung der Sanktionen gegen die russische Schattenflotte in der Ostsee. Die alten Schiffe, die Moskau zur Umgehung von Beschränkungen und zur Finanzierung des Krieges nutzt, bezeichnete er als „ökologische Zeitbombe'. Um dieser Bedrohung entgegenzuwirken, planen die Länder der Region eine gemeinsame Politik und den Austausch von Daten, wobei sie insbesondere die Erfahrungen Frankreichs nutzen wollen.

### Infrastrukturprobleme und Budgetbeschränkungen

Im Kommentar zum erheblichen Rückstand Lettlands beim Bau der Eisenbahn Rail Baltica und dem Haushaltsdefizit von 3,7 Milliarden Euro erklärte Kulbergs die Notwendigkeit einer radikalen Reduzierung des Projektumfangs.

„Wir können uns keinen „Bentley' leisten, wir müssen zum „Opel' zurückkehren. Das ist also ganz einfach', erläuterte er und forderte die Partner aus Litauen und Estland auf, das Wettbewerbsverhalten innerhalb des Projekts einzustellen. Der Premier versprach, innerhalb von zwei Wochen eine tragfähige politische Lösung vorzulegen.

### Krise-Chronik: Vom Rücktritt des Ministers bis zu abgeschossenen Drohnen

Die Situation mit der Sicherheit im Luftraum Lettlands verschärfte sich im Mai 2026 erheblich. Vor dem Hintergrund regelmäßiger Drohnen-Vorfälle im Land entbrannte eine politische Krise – der lettische Verteidigungsminister Andris Spruds trat zurück.

Dies geschah nachdem ukrainische Drohnen, die von russischer Seite kamen, lettische Öltanks getroffen hatten, und die Premierministerin Evika Silina die Führung des Verteidigungssektors des langsamen Aufbaus von Drohnenabwehrsystemen beschuldigte.

Nach diesem Vorfall ließen die Vorfälle nicht nach, und bereits zwei Wochen später rief Lettland drei Tage hintereinander in Grenzgebieten die Luftalarmstufe aus, bedingt durch neue Bedrohungen aus der Luft. Damals sah sich das Militärkommando des Landes gezwungen, zusätzliche Luftabwehreinheiten dringend an die Ostgrenze zu verlegen.

Anschließend eskalierte die Bedrohung zu einer direkten militärischen Interzeption, als französische NATO-Jäger Anfang Juni erstmals eine Drohne über Lettland abschossen. Die Bedrohung wurde damals in mehreren Regionen gleichzeitig gemeldet, und die Drohne war auf lettisches Territorium gelangt, weil sie durch großangelegte russische elektronische Kampfführung (EW) vom Kurs abgebracht worden war.