Während der NATO-Manöver in Lettland berieten ukrainische Spezialisten des Gemeinsamen Zentrums für Analyse, Ausbildung und Bildung (JATEC) Vertreter des Bündnisses zur Abwehr von Drohnenangriffen. Dies berichtete das ukrainische Verteidigungsministerium, auf das sich RBC-Ukraine bezieht. Die Veranstaltung war Teil einer umfassenderen Integration des Kampferfahrens der ukrainischen Verteidigungskräfte in die Verteidigungsstrukturen der NATO.
Dritte Phase von LCI-X 3-26: Fokus auf dem Ostflügel
Die Manöver fanden im August 2026 in Lettland statt und waren in das Programm Exercise Baltic Trust eingebettet. Die dritte Phase, die die Bezeichnung LCI-X 3-26 Execution erhielt, zielte auf das Testen und die Integration von Lösungen zur Bekämpfung von Drohnen ab — eine Aufgabe, die nach den Vorstellungen der Organisatoren den Ostflügel der NATO stärken soll. An den Veranstaltungen nahmen über tausend Spezialisten teil, darunter Militärangehörige aus 25 Bündnisstaaten und der Ukraine.
Ukrainische Experten: vom Kampferfahrung zu NATO-Standard
Wie in Kiew betont wurde, konzentrierten sich die ukrainischen Experten darauf, die NATO-Experimente mit den Realitäten des aktuellen Schlachtfelds abzustimmen. Eine der Hauptprioritäten der Tätigkeit von JATEC ist die systematische Einbindung ukrainischer Militärangehöriger mit Kampferfahrung in gemeinsame Maßnahmen mit dem Bündnis. Nach Einschätzung des Verteidigungsministeriums stärkt dies die Verteidigungsfähigkeiten der Partner und beschleunigt die operative Interoperabilität der ukrainischen Verteidigungskräfte mit den Standards und Systemen der NATO.
Rollenwechsel: die ukrainischen Streitkräfte als Instruktoren
Früher berichtete RBC-Ukraine, dass die ukrainischen Streitkräfte als Instruktoren für die NATO-Kräfte fungieren und ihre einzigartige Erfahrung im Drohnenkampf weitergeben. Dieser Trend wird auch durch andere Manöver bestätigt: Während der Manöver Hedgehog 2025 in Estland endete eines der Szenarien mit der fiktiven „Zerstörung“ einer Kampfgruppe, wobei die Rolle des Gegners von ukrainischen Militärangehörigen übernommen wurde, die Taktiken zum Einsatz von Drohnen anwandten. Damit ist die ukrainische Erfahrung nicht mehr nur ein Studienobjekt, sondern ein aktives Element der Ausbildung des Bündnisses geworden.
Größerer Kontext: erster Besuch des NATO-Militärausschusses seit acht Jahren
Die Beratungen in Lettland fügen sich in eine breitere Dynamik ein. Früher schrieb RBC-Ukraine, dass der NATO-Militärausschuss die Ukraine erstmals seit acht Jahren im Oktober besuchen wird — dies wurde nach dem ersten Gespräch des Oberbefehlshabers der ukrainischen Streitkräfte Mychajlo Drjatjatyj mit dem Vorsitzenden des Ausschusses bekannt. Die Gesamtheit dieser Schritte deutet auf eine Vertiefung der institutionellen Beziehungen zwischen Kiew und Brüssel im militärischen Bereich hin.
Was das für den Ostflügel bedeutet
Für den Ostflügel der NATO bedeutet die Integration der ukrainischen Erfahrung im Drohnenkampf eine praktische Verringerung der Lücke zwischen den theoretischen Doktrinen des Bündnisses und den realen Bedingungen des modernen Krieges. Für die Ukraine festigt die Teilnahme an JATEC und den gemeinsamen Manövern ihrerseits den Status nicht nur als Empfänger von Hilfe, sondern als gleichberechtigter Anbieter von Kompetenzen. In einer Situation, in der die Bekämpfung von Drohnen zu einem der Schlüsselelemente der Verteidigung geworden ist, stärkt ein solcher Erfahrungsaustausch die Positionen beider Seiten.