Die ukrainische Handball-Männernationalmannschaft hat den Kader für die ersten beiden Spiele des Qualifikationsturniers zur Europameisterschaft 2028 nominiert. Cheftrainer Wadym Braschnyk berief 16 Handballer, die zu den November-Spielen der Qualifikationsrunde reisen werden. Dies berichtet Sport RBC.UA unter Berufung auf den Ukrainischen Handballverband. Die Mehrheit der berufenen Spieler — 11 von 16 — steht bei ausländischen Vereinen unter Vertrag, was den hohen Grad der Professionalisierung im ukrainischen Handball und dessen Abhängigkeit von ausländischen Ligen unterstreicht.
Ausländische Stütze und polnisches Cluster
Die Struktur der Nationalmannschaft spiegelt die Realität des modernen ukrainischen Handballs wider: Den Kern des Teams bilden Spieler, die in europäischen Meisterschaften aktiv sind. Die größte Vertretung unter den ausländischen Ligen stellt Polen mit fünf von sechzehn Handballern. Dies zeigt, dass die polnische Ekstraklasa das wichtigste „Auffangbecken“ für ukrainische Akteure bleibt, die nicht in prestigeträchtigere Ligen nach Frankreich, Spanien oder Deutschland gewechselt sind. Die übrigen sieben Spieler wurden aus ukrainischen Vereinen nominiert, was dem Trainer die notwendige Balance zwischen Erfahrung und lokalem Zusammenhalt verschafft.
Schlüsselpersonen und Rückkehrer
Einer der unbestrittenen Anführer des Teams bleibt Ihor Turtschenko, der für den französischen Klub Nantes spielt und über Erfahrung in der EHF Champions League verfügt. Seine Präsenz im Aufgebot verleiht der Mannschaft taktische Tiefe und Autorität in richtungsweisenden Spielen. Besondere Beachtung verdienen zwei Rückkehrer: Ilya Blisnjuk, der zuvor verletzungsbedingt pausieren musste, und Dmytro Iltschenko wurden in den Kader berufen. Die Rückkehr beider Spieler vergrößert die Rotationstiefe und gibt Braschnyk zusätzliche Optionen in Angriff und Abwehr vor dem Start der Qualifikationsphase.
Gruppe 3: Island, Serbien, Estland
Nach den Ergebnissen der Auslosung landete das ukrainische Nationalteam in Gruppe 3 der EM-2028-Qualifikation, wo es auf Island, Serbien und Estland trifft. Dies ist, wie der Trainer selbst einräumt, eine schwere Gruppe: Island und Serbien gehören traditionell zu den stärksten Mannschaften des Kontinents, während Estland in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht hat. Dennoch lässt das Qualifikationsformat Spielraum für Manöver — dem Reglement nach erhalten die beiden besten Teams jeder der acht Gruppen direkte Tickets für die Europameisterschaft, während vier weitere Plätze unter den besten Gruppendritten vergeben werden. Somit hat die Ukraine selbst bei einem Fehlstart die Chance, sich über die Play-offs der Dritten zu qualifizieren.
Ziele des Trainers und Saisonkontext
Wadym Braschnyk hielt mit den Ambitionen des Teams nicht hinter dem Berg: „Unsere Ziele sind wie immer hoch. Wir wollen die Endrunde der EURO 2028 erreichen und werden dafür kämpfen“, erklärte der Cheftrainer. Die ersten beiden Qualifikationsspiele bestreiten die Ukrainer im November 2026, also in den kommenden Wochen. Als wichtiger positiver Rückenwind für die Nationalmannschaft dient der jüngste Erfolg von HIT Kiew, das sensationell einen spanischen Spitzenklub schlug und die Gruppenphase der Champions League ungeschlagen beendete. Dieses Ergebnis bestätigt, dass sich der ukrainische Handball im Aufwind befindet und die Vereinsinfrastruktur in der Lage ist, Spieler auf dem für das Nationalteam erforderlichen Niveau auszubilden.
Wie es weitergeht
Nach den ersten beiden Spielen im November kehrt die Nationalmannschaft im nächsten Kalenderabschnitt zur Qualifikation zurück, wo die Rückspiele gegen dieselben Gruppengegner warten. Die Abschlusstabelle der Gruppe 3 wird entscheiden, welche der vier Mannschaften ein direktes Ticket löst und wer in die Entscheidungsspiele um die verbleibenden vier Plätze muss. Für die Ukraine wird die Torausbeute in den Partien gegen Serbien und Island ein Schlüsselfaktor sein — genau diese Duelle werden höchstwahrscheinlich die Endplatzierung in der Gruppe bestimmen.