Am 17. Juni verbreiteten sich im ukrainischen Informationsraum Berichte über einen angeblichen Beschuss der Küste Odessas unter Verwendung von unbemannten Seeapparaten. Die Marine der Streitkräfte der Ukraine (AFU-Marine) hat diese Informationen jedoch offiziell dementiert und als unzutreffend bezeichnet.
Manöver statt Angriff
Dem am Mittwoch veröffentlichten Statement des Marinestabes zufolge handelte es sich bei den von den Medien fälschlicherweise als Kampfhandlungen interpretierten Ereignissen tatsächlich um einen Teil der planmäßigen Ausbildung. Am Abend des 17. Juni führten Marineeinheiten Übungen durch, um die Fähigkeiten zur Abwehr möglicher Angriffe durch feindliche Seedrohnen zu trainieren.
Vertreter der Behörde betonten, dass die genannten Maßnahmen ausschließlich Trainingscharakter hatten und darauf abzielten, die Einsatzbereitschaft der Kräfte und Mittel für eine operative Reaktion auf potenzielle Bedrohungen im Schwarzen Meer zu erhöhen.
Die reale Bedrohung bleibt bestehen
Trotz der Widerlegung der Angriffsberichte für einen bestimmten Tag wollte die Führung der Marine die reale Gefahr, die von den russischen Besatzern ausgeht, nicht herunterspielen. In der Erklärung wird darauf hingewiesen, dass die Bedrohung durch den Einsatz von Seedrohnen weiterhin aktuell ist und die Flotte ihre Arbeit zur Gewährleistung der Sicherheit und der Einsatzbereitschaft für alle Herausforderungen fortsetzt.
Kontext: Serie von Angriffen auf die Schifffahrt
Die Widerlegung der Gerüchte über die Ereignisse vom 17. Juni erfolgt vor dem Hintergrund einer realen Serie von Vorfällen, die das hohe Gefahrenniveau für den Seeverkehr in der Region bestätigen. In den letzten Monaten wurden mehrere schwere Angriffe auf zivile Schiffe registriert:
- 10. Juni: Russische Kamikaze-Drohnen griffen die südlichen Gebiete der Oblast Odessa und das Gebiet des Schwarzen Meeres an. Infolgedessen wurden zwei zivile Frachtschiffe beschädigt.
- 29. Mai: Russische Truppen griffen ein Schiff an, das von einem der Häfen der Oblast Odessa in die Türkei fuhr. Der Angriff führte zu Verletzungen unter den Besatzungsmitgliedern.
- Nacht zum 18. Mai: Die Besatzer griffen ein chinesisches Handelsschiff an, das sich in den Hoheitsgewässern der Ukraine befand.
- Ende April: Ein Bunker unter der Flagge von St. Kitts und Nevis, der den Seeweg nach Odessa zur Beladung mit Getreide nutzte, wurde beschossen. Infolge des Angriffs brach an Bord ein Feuer aus und die Navigationsausrüstung fiel aus.
Diese Fakten zeigen, dass, obwohl die Informationen über die Ereignisse vom 17. Juni falsch waren, die Bedrohung für die Schifffahrt und die Küstengebiete nach wie vor kritisch hoch ist und von der ukrainischen Marine ständige Wachsamkeit und regelmäßige Übungen erfordert.