Der ukrainische metallurgische Komplex verzeichnete im August 2026 einen der stärksten Einbrüche seit Beginn des полномасштабного Krieges. Laut Daten des Fachportals GMK Center, auf die sich RBC-Ukraine beruft, ging die Stahlproduktion im Jahresvergleich um 57,3 % auf 277.000 Tonnen zurück. Gegenüber Juli belief sich der Rückgang auf 39,4 %. Analysten werten dieses Ergebnis als eines der niedrigsten über den gesamten Konfliktzeitraum: Nur im April und Dezember 2022 lagen die Werte noch darunter.
Der August-Einbruch: die wichtigsten Zahlen
Die Entwicklung bei den angrenzenden Produkten war noch dramatischer. Die Roheisenproduktion fiel im August im Jahresvergleich um 65,6 % auf 257.100 Tonnen, gegenüber Juli um 40,5 %. Die Produktion von Handelsstahlprodukten ging im Jahresvergleich um 57,4 % und gegenüber dem Vormonat um 29,6 % auf 269.500 Tonnen zurück. Über den Zeitraum Januar bis August betrachtet, wirkt der kumulative Rückgang weniger steil, bleibt aber erheblich; die exakten kumulierten Werte werden in den verfügbaren Materialien nicht vollständig offengelegt, was bei der Interpretation des Trends zu berücksichtigen ist.
Ursachen: Direkte Treffer auf die größten Betriebe
Als Hauptgrund für den August-Einbruch nennt das Medium die Stilllegungen der größten metallurgischen Betriebe nach russischen Angriffen. „Saporischstal“ stellte nach den Raketenangriffen am 11. und 27. August den Betrieb vollständig ein; bis zur Stilllegung hatte das Unternehmen im August 46.200 Tonnen Stahl produziert. Anfang September wurde „Kametstal“ in Kamenske durch einen russischen Angriff getroffen, der ebenfalls die Produktionsprozesse vollständig stoppte. Damit fielen in der zweiten Augusthälfte und Anfang September faktisch zwei der größten Stahlhersteller des Landes vom Markt.
Systemische Faktoren: Hafenblockade, CBAM und EU-Kontingente
Die Probleme der Branche beschränken sich nicht auf direkte Beschuss. Der ukrainische metallurgische Komplex sieht sich gleichzeitig mit einer faktischen Blockade der Seehäfen, dem Inkrafttreten des CBAM-Mechanismus und neuen EU-Kontingenten für Stahlimporte konfrontiert. Der Chefanalyst von GMK Center, Andrei Tarassenko, betont, dass in der ersten Augusthälfte vor allem die Seeblockade und die Importbeschränkungen für Lieferungen in die EU die Volumina beeinflussten, während sich in der zweiten Hälfte dazu die Stilllegungen der beiden größten Hersteller gesellten. Nach seiner Einschätzung kann sich die Lage im September verschärfen: Die Metallurgie tritt in eine neue Krisenphase ein, in der gleichzeitig Produktionskapazitäten, Exportmöglichkeiten und der Zugang zu Schlüsselmärkten schrumpfen.
Risiken für Haushalt und Exportpotenzial
Die Metallurgie bleibt eine der wichtigsten Exportbranchen der Ukraine, die mehr als 8 % des BVP ausmachte. In fünf Jahren zahlten die größten Metallwerke Steuern und Abgaben in Höhe von über 200 Mrd. Hrywnja (etwa 6,2 Mrd. US-Dollar), und nach den Ergebnissen des Jahres 2024 stellten die Steuern und Abgaben von vier metallurgischen Unternehmen 1,6 % der Einnahmen aller Haushaltsebenen dar. Experten warnen, dass bei einer längeren Stilllegung der großen Unternehmen der Produktionsrückgang bereits im Folgemonat zunehmen könnte, und ohne dringende staatliche Entscheidungen riskiert die Ukraine, eine Branche zu verlieren, die einen erheblichen Teil der Exporterlöse und der Steuereinnahmen ausmacht.