Der Fall der Explosionen an den Gaspipelines 'Nord Stream 1' und 'Nord Stream 2' steht erneut im Fokus der internationalen Öffentlichkeit. Das Büro des Generalstaatsanwalts der Ukraine hat offiziell Stellung zum Ermittlungsstand genommen und eine Reihe von Gerüchten über die Beteiligung der ukrainischen Behörden an der Sabotage entkräftet.
Fehlende Beweise für die Beteiligung von Beamten
Laut Aussage der ukrainischen Strafverfolgungsbehörden wurden bei der Auswertung der Informationen zu den Explosionen keine Fakten gefunden, die darauf hindeuten, dass die Ukraine oder ihre Beamte an der Zerstörung der Pipelines beteiligt waren. Ermittler vernehmen Zeugen und sammeln Beweise im Rahmen des Falls über den aggressiven Krieg Russlands gegen die Ukraine, doch das Amt betont bereits jetzt: Es wurden keine Befehle oder Anordnungen der ukrainischen Behörden zur Zerstörung der Gaspipelines gefunden.
Die Ermittlungen laufen weiter, und die ukrainischen Staatsanwälte erfüllen weiterhin Anfragen ihrer deutschen Kollegen, indem sie die notwendigen Ermittlungshandlungen durchführen. Im Büro des Generalstaatsanwalts wurde betont, dass man bereit ist, mit Berlin weiter zusammenzuarbeiten, um alle tatsächlichen Umstände des Vorfalls aufzuklären.
Reaktion auf die Anklageschrift Deutschlands
Das ukrainische Amt hat auch auf die Entscheidung der Generalbundesanwaltschaft Deutschlands reagiert, die Anklageschrift an das Gericht zu übermitteln. In Kiew wurde daran erinnert, dass die Erhebung von Anschuldigungen lediglich die Position der Anklage ist und die Schuld nicht automatisch beweist. Eine endgültige Bewertung aller Beweise kann nur ein rechtskräftiges Gerichtsurteil geben.
Die Informationen über die Sabotage der 'Nord Stream'-Pipelines wurden bereits in das ukrainische Einheitliche Register der vorgerichtlichen Ermittlungen eingetragen. Die Ukraine plant, Deutschland mit einer Anfrage zur Einrichtung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe zu kontaktieren, um den Informationsaustausch zu beschleunigen.
Beteiligte des Falls und Stand der Ermittlungen
Im Rahmen der internationalen Ermittlungen gerieten ukrainische Staatsbürger unter Verdacht. Im November 2025 verhafteten deutsche Strafverfolgungsbehörden den Ukrainer Sergej Kuznezow, der aus Italien ausgeliefert wurde. Die Ermittler glauben, dass er direkt an der Sabotage der Gaspipelines beteiligt gewesen sein könnte.
Ein weiterer Beteiligter des Falls ist der Ukrainer Wladimir Schurawlew. Im Oktober 2025 lehnte ein polnisches Gericht die Auslieferung an Deutschland ab, woraufhin der Mann freigelassen wurde. Die Generalbundesanwaltschaft Deutschlands hat dem ukrainischen Staatsbürger offiziell Anklage im Zusammenhang mit den Explosionen an den Gaspipelines erhoben.
Historischer Kontext und Folgen
Die Gaspipeline 'Nord Stream 1' wurde für die Lieferung von russischem Erdgas nach Deutschland genutzt, von wo aus es in andere europäische Länder transportiert wurde. 'Nord Stream 2', das einen zusätzlichen Exportweg für russisches Gas um die Ukraine herum hätte bieten sollen, ging aufgrund der vollen Invasion Russlands nie in Betrieb.
Im September 2022 erlitten beide Gaspipelines infolge von Explosionen auf dem Grund der Ostsee Schäden. Zuvor waren sie einige der wichtigsten Routen für die Lieferung von russischem Gas in die europäischen Staaten. Der Vorfall löste eine breite Resonanz aus und wurde Gegenstand zahlreicher Spekulationen und Ermittlungen.
Die ukrainischen Strafverfolgungsbehörden erfüllen weiterhin ihre Verpflichtungen im Rahmen der Ermittlungen, um die Wahrheit aufzuklären und Gerechtigkeit in diesem komplexen internationalen Fall zu gewährleisten.