Am 17. September wird in der Ukraine traditionell der Tag der Adoption begangen – ein Datum, das daran erinnert, dass eine Familie nicht nur durch Blut, sondern auch durch Wahl, Liebe und Verantwortung gegründet werden kann. An diesem Tag ist es besonders passend, über öffentliche Persönlichkeiten zu sprechen, die sich für eine Adoption entschieden und ihre Erfahrungen offen teilen: von den ersten Schritten bei der Dokumentenerstellung bis hin zur nicht einfachen Anpassungsphase des Kindes im neuen Zuhause. Gerade solche Geschichten helfen, wie die Eltern selbst sagen, zukünftigen Adoptiveltern zu verstehen, was sie jenseits des bürokratischen Verfahrens erwartet.
Timur und Inna Myroschnytschenko: zwei adoptierte Kinder und ein offener Dialog über die Schwierigkeiten
In der Familie des Moderators Timur und Inna Myroschnytschenko gibt es vier Kinder, von denen zwei adoptiert sind. Im Juni 2023 nahmen die Eheleute Marcel in die Familie auf – einen Jungen, der zu früh geboren wurde und einer langen Rehabilitation bedurfte. Im September 2024 kam ein weiteres adoptiertes Mädchen, Angelina, in die Familie. Inna Myroschnytschenko erzählt offen über ihre Erfahrungen auf Instagram und betont, dass man sich einer Adoption mit Verständnis nähern muss: Ein Kind kann viel Zeit brauchen, um sich an die neue Familie zu gewöhnen und sich in ihr sicher zu fühlen.
Lilia Podykopajewa und Natalja Mogilewska: Adoption vor und während des Krieges
Die Eiskunstläuferin Lilia Podykopajewa adoptierte 2006 den Sohn Wadim, als der Junge etwa sechs Monate alt war. Wie sie sagt, erfuhr sie während des Verfahrens von ihrer eigenen Schwangerschaft, doch das änderte ihre Entscheidung, Wadim in die Familie aufzunehmen, nicht; später wurde die Tochter Karolina geboren, und heute pflegt Lilia eine enge Verbindung zu ihrem Sohn. Die Sängerin Natalja Mogilewska wurde ihrerseits Mutter zweier leiblicher Schwestern – Michelle und Sofia –, die sie während des großflächigen Krieges adoptierte. Öffentlich sprach die Künstlerin erst Anfang 2024 über ihre Töchter und erklärte, dass die Kinder Zeit für die Anpassung brauchten. Heute besucht die ältere Michelle ein Lyzeum, und Sofia wurde 2026 sechs Jahre alt.
Alex und Alja Jakutow: fast zwei Jahre vom ersten Schritt bis zum Zuhause
Der Spitzenkoch Alex Jakutow und seine Frau Alja nahmen kürzlich den vierjährigen Kirjusch in die Familie auf. Zuvor besuchten die Eheleute den Jungen etwa anderthalb Monate lang, damit sie sich allmählich kennenlernen und aneinander gewöhnen konnten. Am Vorabend des Tags der Adoption erzählte Alja, dass vom ersten Schritt bis zum Erscheinen von Kirjusch zu Hause fast zwei Jahre vergangen seien, und bemerkte, dass sie die emotionalen Szenen des Kindes als Zeichen dafür verstehe, dass er sich in der Familie sicher genug fühle, um seine Emotionen zu zeigen.
Oliva und Baba Dasha: Blogger, die ihre Anpassungserfahrungen teilen
Die Bloggerin Oliva und ihr Ehemann Dmitri adoptierten die vierjährige Lja während des großflächigen Krieges: Wie Oliva sagt, dachte das Paar bereits 2019 über eine Adoption nach, und offiziell wurde die Familie 2025 größer. Sie zeigt in den sozialen Medien, wie Lja sich an das neue Leben gewöhnt, und versteckt nicht, dass die Anpassung nicht einfach war – mit ihren Geschichten möchte die Bloggerin zukünftigen Adoptiveltern zeigen, was nicht nur auf der Ebene der Dokumentenerstellung, sondern auch nach dem Heimkommen des Kindes geschieht. Die Bloggerin Daria Paziuk, bekannt als Baba Dasha, erzieht zusammen mit ihrem Ehemann Alexander drei Söhne und hatte zuvor mehrfach über den Wunsch gesprochen, ein Kind zu adoptieren; 2024 gestand sie, dass sie nicht plant, ein viertes Kind zu gebären, aber ein adoptiertes Kind in die Familie aufnehmen möchte. Kürzlich zeigte sie ihre „vom Herzen gezeugte“ Tochter Angelina und erzählte, dass der Anstoß zur Entscheidung ein Treffen mit einem Kind in einer der medizinischen Einrichtungen war.
Warum öffentliche Geschichten wichtig sind
Der gemeinsame Nenner all dieser Geschichten ist das Bewusstsein, dass eine Adoption nicht mit der Unterzeichnung der Dokumente endet. Eltern, die offen über Rehabilitation, Anpassung und emotionale Schwierigkeiten sprechen, nehmen den Mythos vom „leichten“ Verfahren und geben anderen Familien eine Orientierung. Am Tag der Adoption erinnern solche Erzählungen daran: Eine neue Familie für ein Kind ist keine Formalität, sondern ein langer Weg des Vertrauens, in dem Öffentlichkeit sowohl Unterstützung sein kann als auch ein Faktor, der eine behutsame Rücksichtnahme auf das Privatleben der Kinder erfordert.