Innerhalb der letzten zwei Tage haben die Verteidigungskräfte der Ukraine Fortschritte an mehreren Abschnitten der Front in den Oblasten Sumy und Charkiw verzeichnet. Dies geht aus einem aktuellen Bericht des Instituts für Kriegsstudien (ISW) hervor, auf den sich RBC-Ukraine unter Verweis auf Geolokalisierungsdaten und offene Quellen bezieht. Die Analysten betonen: Die russischen Offensive Operationen im Norden der Oblast Sumy am 24.–25. August führten zu keinem bestätigten Vorstoß, während die ukrainischen Einheiten ihre Stellungen im Gegenteil verbesserten.
Fortschritte in der Oblast Charkiw
Nördlich von Kupjansk befreiten die ukrainischen Truppen den nördlichen Teil des Ortes Westnyj und rückten südwestlich von Dworytschna vor. Einzelne Erfolge wurden in Richtung Borowa verzeichnet: Laut Geolokalisierungsdaten eroberten die ukrainischen Streitkräfte vermutlich Kateryniwka und Nowyj zurück, rückten östlich von Nowomychajliwka vor und halten weiterhin Nowyj Mir. Diese Bewegungen deuten darauf hin, dass die ukrainische Seite nicht nur verteidigt, sondern die Kontaktlinie an diesem Abschnitt aktiv zu ihren Gunsten verschiebt.
Gegenangriffe in der Oblast Sumy
Am 25. August führten die ukrainischen Truppen einen Gegenangriff auf dem Abschnitt Redkodub – Nowe durch, griffen die russischen Stellungen aus dem Norden an und versuchten, den weiteren Vorstoß des Gegners zu stoppen. Parallel dazu bleibt Nowokonstantiniwka (ehemals Perschije Maja) nördlich von Sumy laut Angaben der ukrainischen Kursker Truppengruppe unter ukrainischer Kontrolle. Damit widerlegte Kiew die Aussage des russischen Verteidigungsministeriums vom 24. August über die angebliche Eroberung dieses Ortes. Laut Angaben vom 25. August scheiterten neue russische Offensive Operationen an mehreren Richtungen.
Schläge gegen die rückwärtige Infrastruktur Russlands
Die Ukraine setzte ihre Angriffe auf die russische Militärinfrastruktur fort. Am 25. August berichteten die ukrainischen Streitkräfte von der Zerstörung des russischen elektronischen Kampfsystems „Pereswit-M“ in der besetzten Stadt Luhansk. Auf dem besetzten Gebiet der Oblast Donezk wurde ein Angriff auf einen russischen Frachtzug westlich des besetzten Rybinske verzeichnet – etwa 77 km von der Frontlinie entfernt. Diese Schläge belegen die Fortsetzung der Kampagne zur Zerstörung rückwärtiger und logistischer Objekte des Gegners in der Tiefe der besetzten Gebiete.
Widersprüchliche Angaben
Der zentrale Unterschied in den Darstellungen betrifft den Status von Nowokonstantiniwka (Perschije Maja) nördlich von Sumy. Laut Aussage des russischen Verteidigungsministeriums vom 24. August wurde der Ort angeblich von den russischen Truppen eingenommen. Am 25. August widerlegte die ukrainische Kursker Truppengruppe diese Information jedoch ausdrücklich und erklärte, dass der Ort unter ukrainischer Kontrolle bleibe. Die ISW-Analysten stellen ihrerseits fest, dass die russischen Offensive Operationen im Norden der Oblast Sumy am 24.–25. August keinen bestätigten Vorstoß brachten, da die ukrainischen Einheiten in diesem Gebiet kürzlich vorgerückt oder ihre Stellungen gehalten hatten. Die Version einer Eroberung des Ortes durch die russische Seite wird daher derzeit durch unabhängige Daten nicht gestützt.
Einordnung durch die ISW-Analysten
Die US-amerikanischen Analysten fassen zusammen: Am 24. und 25. August setzten die russischen Truppen ihre Offensive Operationen im Norden der Oblast Sumy fort, erzielten jedoch keinen bestätigten Vorstoß, während die ukrainischen Kräfte in diesem Gebiet entweder vorrückten oder ihre Stellungen hielten. Das Gesamtbild der Daten – von der Geolokalisierung der Gegenangriffe in der Oblast Charkiw bis zu den Schlägen gegen die rückwärtige Infrastruktur – zeichnet ein Bild, in dem die Initiative an einzelnen Frontabschnitten in den letzten zwei Tagen zu den Verteidigungskräften der Ukraine übergegangen ist.