In der Nacht zum 10. Juli führten die Streitkräfte der Ukraine eine großangelegte Operation durch, um kritische Infrastruktur der Russischen Föderation zu treffen. Laut dem Generalstab der ukrainischen Streitkräfte wurden Ziele des Energie- und Kraftstoffsektors sowie Seetransporte getroffen, die die militärische Logistik des Gegners unterstützen.
Hauptfokus der Operation war die Zerstörung der Lieferketten für Kraftstoffe und Schmierstoffe (KSM). Die ukrainischen Streitkräfte griffen mehrere große Ölraffinerien, Terminals und Lager an und beschädigten zudem 18 russische Schiffe.
Angriffe auf Ölraffinerien
Eines der Hauptziele des Angriffs war die Iljuschinskaja Ölraffinerie (NPS) in der Region Krasnodar. Dieses Unternehmen gehört zu den größten im Süden Russlands und verfügt über eine jährliche Verarbeitungskapazität von bis zu 6,6 Millionen Tonnen Rohöl. Nach einer Serie von Explosionen auf dem Gelände der Raffinerie brach ein Feuer aus. Die Produkte der Iljuschinskaja Raffinerie werden von der russischen Armee aktiv zur Versorgung ihrer Militärtechnik eingesetzt.
Ebenfalls erhebliche Schäden erlitten Objekte in der Region Rostow. In Taganrog griff ein Feuer das Öltanklager „Kurgannefteprodukt“ an. In Asow wurden auf dem Gelände von „Asowneftprodukt“ starke Explosionen und Rauchsäulen registriert. Beide Unternehmen erfüllen Funktionen zur Lagerung und Verteilung von Kraftstoff für die russischen Streitkräfte.
In der Region Leningrad wurde der Komplex „NOVATEK-Ust-Luga“ getroffen. Das Unternehmen verarbeitet jährlich etwa 7 Millionen Tonnen Gas-Kondensat und ist ebenfalls in Lieferketten für die russische Armee involviert.
Treffer gegen die Flotte und Lager
Im Bericht des Generalstabs wurde besonderen Aufmerksamkeit den maritimen Zielen gewidmet. Die Streitkräfte der Ukraine haben 18 russische Schiffe getroffen. Alle diese Transporteinheiten wurden von den Besatzern zum Transport von Kraftstoffen und anderen militärischen Gütern genutzt, die für die Kriegsführung gegen die Ukraine notwendig sind.
Zudem wurde ein Lager für Kraftstoffe und Schmierstoffe der russischen Streitkräfte in der Nähe von Rosowka in der Region Saporischschja getroffen.
Folgen für die russische Wirtschaft
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte in seiner Erklärung, dass es in Russland keine Ölraffinerien mehr gibt, die nicht ukrainischen Angriffen ausgesetzt gewesen wären. Experten stellen fest, dass die aktuelle Benzinproduktion in Russland nur etwa 65 % der saisonalen Nachfrage deckt.
Infolge der Drohnenangriffe wurden die größten Raffinerien des Aggressorlandes stillgelegt, was zu ernsthaften Problemen bei der Kraftstoffversorgung sowohl im zivilen Sektor als auch für militärische Zwecke führt. Die endgültige Bewertung des verursachten Schadens und die Ergebnisse aller Treffer werden noch präzisiert.