Die Staatliche Zollbehörde der Ukraine hat die Ergebnisse ihrer Arbeit für den Zeitraum Januar bis August 2026 zusammengefasst. In acht Monaten haben die Zollbehörden 7524 Verstöße gegen die Zollvorschriften im Gesamtwert von 2,9 Mrd. Hrywnja registriert. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres ist die Zahl der festgestellten Verstöße um 17 % gestiegen, was auf den anhaltenden Druck auf Schmuggel- und unzuverlässige Kanäle für den Warentransport über die Staatsgrenze hinweist. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf offizielle Daten der Behörde.
Zuwachs der Verstöße und Dynamik in acht Monaten
Die Zahl von 7524 Fällen in acht Monaten ist für diesen Zeitraum in den letzten Jahren ein Rekord. Der Anstieg um 17 % im Jahresvergleich ist nach Einschätzung von Analysten sowohl auf die Intensivierung der analytischen Arbeit der Zollbehörde und die Anwendung eines risikoorientierten Ansatzes zurückzuführen als auch auf Versuche von Akteuren der Außenwirtschaft, geltende Beschränkungen zu umgehen. In 3104 Fällen beschlagnahmten die Zollbeamten vorübergehend Gegenstände im Gesamtwert von 509 Mio. Hrywnja, was die Grundlage für weitere Ermittlungen und Gerichtsverfahren bildete.
Was am häufigsten beschlagnahmt wurde: Industriewaren führen
Die Struktur der beschlagnahmten Güter zeigt eine klare Priorität der Industriewaren — im Wert von 354 Mio. Hrywnja, was mehr als zwei Drittel der gesamten Beschlagnahmungen ausmacht. Auf dem zweiten Platz folgen Lebensmittel im Wert von 91 Mio. Hrywnja, dann Fahrzeuge — mehr als 59 Mio. Hrywnja — und schließlich Währung im Wert von 6 Mio. Hrywnja. Dieses Verhältnis zeigt, dass der Haupt„Vektor“ der Verstöße auf industrielles Rohmaterial und Produkte entfällt und nicht auf Bargeld, wie es im öffentlichen Diskurs manchmal fälschlicherweise angenommen wird.
Geldstrafen, Einziehungen und Übermittlung der Fälle an das Gericht
In 732 Fällen verhängten die Zollbehörden administrative Sanktionen in Höhe von insgesamt 31 Mio. Hrywnja, und in den Staatsbudget wurden unter Berücksichtigung der Fälle aus früheren Perioden 39 Mio. Hrywnja eingetrieben. Ein deutlich größerer Arbeitsumfang ging in die gerichtliche Ebene über: An das Gericht wurden 4651 Fälle von Verstößen gegen die Zollvorschriften im Wert von mehr als 2 Mrd. Hrywnja übermittelt. Als Ergebnis der Prüfung der Fälle, einschließlich der in früheren Perioden eröffneten, verhängten die Gerichte Einziehungen in Form der Konfiszierung von Waren und Geldstrafen in Höhe von 10 Mrd. Hrywnja — dies ist das entscheidende finanzielle Ergebnis, das die tatsächliche Rendite der Zollarbeit für den Budget bildet.
So sieht die Kontrolle an der Grenze aus
Die praktische Seite der Arbeit der Zollbehörden ist auf Fotos aus den Grenzübergangspunkten gut zu sehen: Ein uniformierter Inspektor führt einen Diensthund an der Leine entlang eines Autos, das einer Kontrolle unterzogen wird, während sich der Fahrer oder Beifahrer mit offener Tür im Fahrzeug befindet. Solche Szenen sind ein Standardverfahren bei der stichprobenartigen und lückenlosen Kontrolle, bei der die kynologische Dienst dazu beiträgt, versteckte Schmuggelpartien aufzudecken. Gerade diese Feldkontrollen, so die Angaben der Behörde, generieren einen erheblichen Teil der 7524 registrierten Verstöße.
Kontext: Neues Zollkodex und Steuern auf Pakete
Die Statistik für die ersten acht Monate 2026 wird vor dem Hintergrund wichtiger gesetzlicher Änderungen veröffentlicht. Die Werchowna Rada hat den Entwurf eines neuen Zollkodex der Ukraine in erster Lesung unterstützt, der die nationalen Zollvorschriften mit der EU-Gesetzgebung in Einklang bringen und eine Reihe von Verfahren für Unternehmen ändern soll. Parallel dazu hat der Ausschuss der Werchowna Rada die Besteuerung von Paketen zum dritten Mal unterstützt: Bei Annahme des Gesetzentwurfs wird eine Mehrwertsteuer in Höhe von 20 % auf den vollen Warenwert ab dem ersten Euro berechnet. Diese Initiativen werden voraussichtlich die Struktur der Verstöße und die Höhe der Einziehungen in den verbleibenden Monaten 2026 beeinflussen.