In diplomatischen Kreisen hat sich eine Kontroverse um Informationen über Treibstofflieferungen von Kasachstan nach Russland entzündet. Der ukrainische Botschafter in der Republik Kasachstan, Wiktor Maiko, hat eine offizielle Erklärung abgegeben, die die Version, Astan plane, Moskau 50.000 Tonnen Benzin der Marke A-92 als humanitäre Hilfe zu übergeben, vollständig widerlegt.
Der Diplomat betonte, dass die Essenz der Meldung bereits bei der Veröffentlichung verzerrt wurde. Die Ursache der Verwirrung war eine ungenaue Formulierung in einer Nachrichtenagentur, bei der ein potenzieller kommerzieller Geschäftsfall fälschlicherweise als Akt humanitärer Unterstützung bezeichnet wurde.
Kommerz oder humanitäre Hilfe?
„Niemand hat jemandem humanitäre Hilfe geleistet. Es geht überhaupt nicht um Hilfe. Eine kommerzielle Komponente ist in diesem Fall durchaus möglich. Dies sind jedoch bisher nur hypothetische Behauptungen', erklärte Wiktor Maiko.
Laut dem Botschafter sind derzeit keine offiziellen Anfragen von Russland an Kasachstan eingegangen. Dies bestätigte auch das Energieministerium der Republik Kasachstan. Somit handelt es sich lediglich um theoretische Annahmen, die durch keine realen Verträge oder Aufträge gestützt werden.
Wirtschaftliche Logik: Warum Export unwahrscheinlich ist
Selbst wenn man das Szenario einer rein kommerziellen Lieferung betrachtet, äußerte der Botschafter ernsthafte Zweifel an ihrer Durchführbarkeit. Kasachstan ist selbst Nettoimporteur von Erdölprodukten und leidet unter einem Mangel an Benzin A-92, A-95, Dieselkraftstoff und Flugzeugkerosin.
Die interne Nachfrage nach Treibstoff im Land bleibt aus objektiven Gründen extrem hoch:
- Im Norden Kasachstans dauert die Winterperiode etwa sieben Monate, was erhebliche Treibstoffvorräte erfordert.
- Aktive Feldarbeiten in der Sommersaison benötigen ebenfalls große Mengen an Treibstoff.
„Daher bezweifle ich, dass derzeit eine Übergabe von 50.000 Tonnen Benzin stattfinden wird', fasste der Diplomat zusammen.
Vergleich der Größenordnungen: Kasachstan versus Indien
Maiko forderte die Öffentlichkeit und die Medien auf, bei der Bewertung der Treibstofflieferungen nach Russland Objektivität walten zu lassen. Er wies darauf hin, dass die lautstarken Diskussionen über 50.000 Tonnen aus Kasachstan eine viel bedeutendere Nachricht überschattet haben.
Zwischen Russland und Indien wurde jedoch ein Abkommen über die Lieferung von 400.000 Tonnen Benzin monatlich unterzeichnet. Das entspricht jährlich 5 Millionen Tonnen. Aus Sicht des ukrainischen Diplomaten verdient genau dieser massive Fluss die Aufmerksamkeit, nicht die hypothetischen Mengen aus Kasachstan.
Zuvor wurde berichtet, dass Russland den aktiven Import von Benzin per Schiff aus Indien aufgenommen hat, um den Treibstoffmangel auszugleichen, der durch ukrainische Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes verursacht wurde.