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title: "«Wir werden nie beitreten»: Der ukrainische Botschafter in Großbritannien spricht eine harte Wahrheit über die NATO aus und nennt neue Sicherheitsgarantien"
description: "Der ukrainische Botschafter in Großbritannien, Valeriy Zaluzhny, erklärte, dass ein Beitritt zur NATO im aktuellen Format unmöglich ist. Er forderte Kiew auf, neue Sicherheitsgarantien durch europäische Militärblöcke und Technologien zu suchen, anstatt auf die Mitgliedschaft im Bündnis zu warten. 🇺🇦🚫🇺🇸"
date: 2026-08-04T00:22:01.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/ukrainischer-botschafter-zaluzhny-spricht-wahrheit-ueber-nato-und-neue-sicherheitsgarantien-aus
tags: [valeriy-zaluzhny, ukraine, nato, jef, defense-policy]
publisher: "XAB.info"
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# «Wir werden nie beitreten»: Der ukrainische Botschafter in Großbritannien spricht eine harte Wahrheit über die NATO aus und nennt neue Sicherheitsgarantien

![Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hält eine Rede vor einem roten Hintergrund und diskutiert Sicherheitsfragen und die NATO](https://xab.info/media/2026/08/04/posol-ukrainy-zaluzhnyj-ozvuchil-pravdu-o-nato-i-novyh-garantiyah/posol-ukrainy-zaluzhnyj-ozvuchil-pravdu-o-nato-i-novyh-garantiyah-1.webp)

Die Ukraine könnte gezwungen sein, von einer Strategie abzurücken, die jahrzehntelang als die einzig richtige galt. Valeriy Zaluzhny, der Botschafter der Ukraine im Vereinigten Königreich, machte in einem kürzlich erschienenen Interview eine Aussage, die mit der Realität des aktuellen Krieges in Resonanz gerät: Der Beitritt zur NATO in ihrer jetzigen Form ist für Kiew nicht perspektivisch. Nach Ansicht des Diplomaten benötigt das Land schnellere und modernere Lösungen, die der traditionelle Bündnisvertrag kurzfristig nicht bieten kann.

### Das Ende der Märchen über die Mitgliedschaft

Zaluzhny, der sich persönlich 12 Jahre lang mit der Anpassung der Streitkräfte der Ukraine an die Standards des Bündnisses befasste, verschonte niemanden mit seiner Enttäuschung. Er gab zu, dass er jedes Jahr Versprechen über einen baldigen Beitritt hörte, die jedoch bloße Worte blieben.

«Ich kenne die NATO sehr gut. Ich habe mich etwa 12 Jahre lang persönlich damit beschäftigt, dass wir die NATO-Standards beherrschen, und jedes Jahr die Märchen gehört, dass wir bald der NATO beitreten werden. Leider werden wir niemals dazugehören!», so der Botschafter.

Nach Ansicht von Zaluzhny liegt das Problem nicht nur in den bürokratischen Schwierigkeiten des Beitrittsprozesses, sondern auch in der Struktur der Organisation selbst. Die moderne NATO entspricht seiner Meinung nach nicht den Herausforderungen, die nach Beginn des umfassenden Krieges Russlands gegen die Ukraine entstanden sind. Das Bündnis wird wahrscheinlich in seinem jetzigen Format bleiben, während die Ukraine operative Schutzmechanismen benötigt.

### Eine neue Sicherheitsarchitektur

Die Aufgabe von Illusionen bedeutet nicht die Aufgabe des Schutzes. Zaluzhny betonte, dass die Ukraine weiterhin kritisch auf Technologien und militärische Fähigkeiten der westlichen Länder angewiesen ist. Der Vektor der Zusammenarbeit könnte sich jedoch ändern. Anstatt auf die Mitgliedschaft in der NATO zu warten, könnte sich Kiew auf die Schaffung neuer Verteidigungsbündnisse konzentrieren.

Als eine der Schlüsseloptionen nannte der Botschafter die Bildung eines europäischen Sicherheitsblocks. Er bewertete auch die Aussichten auf die Teilnahme der Ukraine an den Joint Expeditionary Forces (JEF), die vom Vereinigten Königreich geleitet werden, positiv. Dieses Format wurde bereits 2015 geschaffen, doch die Integration der Ukraine war bisher keine Priorität.

Wichtig ist, dass die JEF derzeit kein vollständiges Äquivalent zur NATO darstellen und keinen Mechanismus der kollektiven Verteidigung oder automatische Verpflichtungen zum Schutz der Teilnehmer vorsehen. Dennoch wurde dies für die Ukraine bereits zu einem realen Schritt: Im November 2025 erhielt Kiew den Status eines erweiterten Partners der JEF und wurde damit der erste Staat außerhalb des Blocks mit einem solchen Status.

### Priorität von Technologien und realen Bündnissen

Die Strategie Kiews sollte nach Ansicht von Zaluzhny auf die Bindung an Blöcke ausgerichtet sein, die als Reaktion auf moderne Bedrohungen gebildet werden. Zu den prioritären Kooperationsrichtungen gehören:

- Zugang zu Anti-Ballistik-Systemen;

- Entwicklung von Weltraumkapazitäten;

- Austausch anderer kritischer Verteidigungstechnologien.

Das Thema des NATO-Beitritts hat sich vor dem Hintergrund dieser Aussagen merklich verlangsamt. Selbst auf dem kürzlich stattgefundenen Gipfel des Bündnisses in Ankara wurde dieses Thema trotz der Anwesenheit des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nicht angesprochen. Es scheint, dass das Zeitalter des Wartens zu Ende geht und die Ukraine gezwungen ist, neue Formate für Sicherheitsgarantien zu suchen, die auf realen Bündnissen und nicht auf aufgeschobenen Versprechen basieren.